Berichte

Mein Tag beim WWF

  • Da stand ich nun also am Burgdorfer Bahnhof, es war 8:45 Uhr und auf der Anzeigetafel stand Dieser Zug hat einige Minuten Verspätung. Na toll. Ich machte mich also auf einige Minuten Verspätung bereit und rechnete währenddessen aus, wie viel Zeit mir zum Umsteigen bliebe, da kam der Zug – 3 Minuten zu früh…Aah ja.
    Ohne weitere nennenswerte Ereignisse überstand ich danach die 3-stündige Fahrt nach Berlin. Um Punkt 11:56 erreichte der Zug endlich Berlin Hauptbahnhof, zwar auf dem falschen Gleis, aber Marcel und ich fanden uns glücklicherweise trotzdem und so stand einem spannenden Tag nichts mehr im Wege.

    Und der Tag wurde spannend. Nachdem wir mit den WWF-Fahrrädern, die Marcel netterweise gleich mitgebracht hatte, zum ersten die zwei WWF-Gebäude gefahren waren und wir in den einzelnen Büros kurz Hallo gesagt hatten, begann Part 1 des vollkommen durchgeplanten Programms: 12:30 bis 13:00 – Vorstellung der Kampagnenarbeit von Kampagnenreferent Daniel. Ich hatte mir darunter ein kurzes Gesprächvorgestellt, ich stell ein paar Fragen, er gibt ein paar Antworten, das übliche eben. Tja, falsch gedacht, denn Daniel sprang sofort an sein Whiteboard und erklärte mir sehr anschaulich die verschiedenen Schritte, die für eine Kampagne benötigt werden. An dieser Stelle kann ich nicht alles wiederholen, so ein paar Stichworte sollten genügen: Zunächst gibt es natürlich eine Problematik. Daniels Beispiel war hierbei die Wilderei in Afrika, durch die von 500 Elefanten nur noch 150 Exemplare übrig waren. Nun gilt es vor dem Handeln ein Ziel zu formulieren, in unserem Fall lautete es „bis 2015 soll es wieder 500 Elefanten geben, die dort dauerhaft bleiben können“. Im nächsten Schritt muss geklärt werden, wie man zu diesem Ziel kommt. In unserem Beispiel könnte man sowohl die deutschen, als auch die afrikanischen Politiker auf das Problem aufmerksam machen. Zusätzlich könnte man noch mit einer Petition Druck auf die Regierung aufbauen, um so schließlich zu seinem Ziel zu gelangen.

     

    Voll engagiert und hoch konzentriert - Kampagnenreferent Daniel und ich


    Nach diesen Ausführungen und Daniels vollem Einsatz an der Tafel gingen wir erst mal einen leckeren Salat essen und anschließend ins zweite Gebäude, um das Videointerview mit dem Amazonas-Experten Roberto zu drehen. Ehrlich gesagt war ich schon ziemlich aufgeregt und ein bisschen komisch kam ich mir auch vor, aber Thomas, der Kameramann, war ganz locker und bis auf einer Unterbrechung durch einen plötzlich startenden Happy Birthday-Gesang war der Film auch, wie man so schön sagt, schnell im Kasten.

    Amazonas-Experte Roberto und ich kurz vor dem Interview - er hat mir so viele Infomaterialen mitgegeben, dass mein Rucksack erst nicht mehr zuging :)


    Leider konnte ich aufgrund des uns immer wieder störenden Zeitmangels nicht all eure Fragen stellen, weshalb ich Roberto noch eine Mail geschickt habe, in der er die Frage, die BioApfelKaetzchen gestellt hat, beantwortet:

    Warum wird denn bei uns in den Medien so wenig über das Waldgesetz berichtet?
    Roberto schreibt dazu:

    Die Frage stellen wir uns wirklich auch. Wir haben oft Journalisten angesprochen und auch Pressemitteilungen geschrieben. Letztendlich haben doch einige Zeitungen/Nachrichten in Deutschland berichtet, aber nicht lange und nicht oft (z.B. ARD). Ich glaube es gibt letztendlich zwei Gründe, warum die Medien in Deutschland nicht so stark berichtet haben:
    Erstens das Gesetz wurde nicht einmal diskutiert und endgültig entschieden, was dann anschließend in den Medien bewertet werden kann. Das aktuelle Gesetzgebungsverfahren läuft seit ca. 2010 und ist noch nicht ganz abgeschlossen. Es könnte noch im Jahr 2013 weiterlaufen. Da verliert man als Journalist schon mal den Überblick.
    Zweitens es gibt kein neues dramatisches Motiv, das man fotografieren kann. Die Entwaldung und soziale Missstände waren den deutschen Medien schon vorher bekannt, so dass der Neuheitswert nicht groß ist. Die Amnestie ist Vergangenheit d.h. kann jetzt nicht fotografiert/gefilmt werden und die neuen Entwaldenden verteilen sich auf mehrere zehntausend Grundstücke im ganzen Land.
    Übrigens in Brasilien sah das ganz anders aus. Das Thema war überall über Monate sehr prominent präsent.

    Das ganze Interview mit Roberto folgt bald per Video hier auf wwf-jugend.de!

    Nach dem Interview haben wir uns schnell noch die letzten Stücke des Geburtstagskuchens geschnappt und waren danach noch bei Jörn und Sylvia vom Presseteam, wo die Stimmung, wie ihr auf dem Bild sehen könnt, sehr ausgelassen wurde. Es muss mittlerweile etwa 16:00 Uhr gewesen sein, als wir zum Team vom Jugendprogramm aufbrachen, wo mir viel über den 2°Campus, die Problematik vom Tier-Schmuggel erklärt und Infos über die Junior Ranger (meine kleinen Geschwister haben sich gefreut) mitgegeben wurden. Nach einem Besuch beim Bildredakteur Andreas und bei der Magazinredakteurin Annika haben Marcel und ich den Tag schließlich mit einem Eis ausklingen lassen. :)

    Rumalbern mit Jörn und Sylvia vom Presseteam


    Insgesamt war es ein ganz wunderbarer Tag und ich will mich nochmal herzlich bei Marcel und allen anderen bedanken, die ihn mir ermöglicht haben!
     

    Quellen: E-Mail von Roberto Maldonado; Bilder: Marcel Gluschak

Kommentare

11 Kommentare
  • LSternus
    LSternus Wow klingt super.
    Ich wär wirklich gerne mit gekommen.
    21. Juli 2012
  • Anne95
    Anne95 Wow, ein super Bericht!! Ich freue mich für dich, das war bestimmt eine tolle Erfahrung einmal beim WWF zu sein :-)
    21. Juli 2012
  • Cosima
    Cosima Ein echt toller Bericht. Dein Tag hört sich ja super an !
    Auch das Interview ist echt gut geworden, sehr interessant und informieren :)
    1. August 2012
  • gutesHerz
    gutesHerz Toller Bericht :) hört sich an als hättest du eine Menge Infos bekommen und viel Spaß gehabt ;)
    31. Oktober 2012