Berichte

Nachwuchs bei den Lausitzer Wölfen

  • Super Neuigkeiten! Fünf Wolfswelpen sind in der Lausitz in die Fotofalle getappt. Bei den fünf aufgenommenen Welpen handelt es sich um Nachwuchs zweier verschiedener Wolfsrudel, dem Spremberger (SP) und dem Milkeler Rudel (MI). "Es ist sehr schön, zu sehen, dass es den kleinen Wölfen gut geht", freut sich Janosch Arnold vom WWF über die Nachrichten aus der Lausitz. Für Janosch sind die Bilder dabei mehr als nur Schnappschüsse von kleinen Wölfen. "Das sind die ersten Nachweise dafür, dass es in diesem Jahr in der Lausitz Wolfsnachwuchs gegeben hat", sagt er. "Das Rudel hat den Verlust des Rüden gut überstanden, der im Februar 2012 in Abstimmung mit der Naturschutzbehörde von Tierärzten eingeschläfert werden musste, nachdem er schwer verletzt bei Königswartha im Wald aufgefunden wurde."

    Im Spremberger Rudel, welches 2011 zum ersten Mal Nachwuchs hatte, konnten in diesem Jahr bereits drei Welpen durch die Fotofallenbilder bestätigt werden. Auch in dem süd-brandenburgischen Welzower Rudel, wurden in diesem Jahr wieder mindestens zwei Welpen geboren. Im letzten Jahr gab es aus diesem Rudel keine Hinweise auf Welpen.

    Im Sommer werden Welpen gezählt - "Die späten Sommer- und Herbstmonate werden vor allem zum Monitoring des Wolfsnachwuchses genutzt. Die Kollegen vor Ort suchen nach Hinweisen auf Welpen, solche Bilder sind da natürlich sehr wertvoll", sagt WWF-Experte Janosch. Die installierten Fotofallen sind dabei ein wichtiger Bestandteil dieser Datenerfassung. Zuvor war es dem Wildbiologischen Büro LUPUS im Mai 2012 gelungen, eine 27 kg schwere, einjährige Wölfin (Jährlingsfähe) aus dem Mikeler Rudel und mit einem Halsbandsender auszustatten. Sie erhielt zudem die wissenschaftliche Bezeichnung „FT8“ und ist der zweite Wolf, der derzeit Daten an LUPUS sendet. Die Aktion erfolgte im Rahmen eines gemeinsamen Projektes des Sächsischen Ministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) mit der Projektgruppe „Wanderwolf“, die aus der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e.V. (GzSdW), dem Internationalen Tierschutz-Fonds gGmbH (IFAW), dem Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) und dem WWF besteht.

    Mehr Welpen bedeuten nicht gleichzeitig mehr Wölfe - denn im Alter von ein bis zwei Jahren wandern die meisten Jungtiere ab, um ein eigenes Revier zu besetzen, was zu einer Ausbreitung der Wölfe in der Fläche, jedoch nicht zu einer Konzentration in einem Territorium führt. "Die Größe eines Wolfsrudels ändert sich im Jahresverlauf nicht nur durch die Geburt der Welpen, sondern auch durch die Abwanderung der älteren Jungtiere. Deshalb ist es kaum möglich Angaben zur genauen Anzahl der Wölfe in einer Region zu machen", erklärt Janosch.

    Die Wissenschaftler zählen stattdessen die Anzahl der Wolfsfamilien und der welpenlosen Wolfspaare. In der Lausitz sind zurzeit elf Wolfsfamilien, sowie ein territoriales Wolfspaar bekannt: Sieben der elf Wolfsrudel leben in Sachsen, drei Rudel und das Wolfspaar haben ihr Territorium in Brandenburg und ein Rudel hat sein Revier sowohl in Sachsen als auch in Brandenburg.

    Aktuell gibt es in der Lausitz nachweislich elf Wolfsfamilien und ein Pärchen. Davon leben sieben Rudel im sächsischen Teil der Lausitz (Daubitzer-, Nochtener-, Daubaner-, Milkeler-, Seenland-, Nieskyer- und Königsbrücker Rudel). Drei Rudel (Welzower-, Zschornoer und Lieberoser Rudel) und das territoriale Wolfspaar (Seese) leben im brandenburgischen Teil der Lausitz. Das elfte Rudel (Spremberger Rudel) hat sein Territorium sowohl auf sächsischem als auch auf brandenburgischem Gebiet. In drei dieser Rudel konnten im vergangenen Monitoringjahr (01.05.2011 - 30.04.2012) keine Welpen bestätigt werden (Welzow, Daubitz, Zschorno); sie bestehen zurzeit nur aus drei bzw. vier Wölfen. Insgesamt wurden im Sommer 2011 in den Rudeln 39 Welpen bestätigt.

    Du findest es gut, dass die Wölfe zurückkommen? Dann schreib ein Statement auf unsere Aktionsseite www.wolfsretter.de!

    Fotos: Welpen von der Kamerafalle fotografiert © Wildbiologisches Büro LUPUS und © SBS Klingenberger / WWF

Kommentare

14 Kommentare
  • Viveka
    Viveka Toll! Zur Abwechslung mal echt gute Nachrichten! Und die kleinen sind wirklich süß!
    Hoffentlich breiten sie sich aus, so dass dann bald an noch mehr Stellen in Deutschland Wölfe leben!
    12. Juli 2012
  • wildcat
    wildcat Wow das ist wirklich erfreulich! Und sie sind sooo süß! :-)
    12. Juli 2012
  • FabianN
    FabianN Danke für die supertolle Nachricht, Marcel ;)
    Hoffentlich kommen sie alle durch...
    13. Juli 2012
  • Punky
    Punky Das sind doch mal tolle Neuigkeiten! Hoffen wir, dass sie auch hier bleiben :)
    13. Juli 2012