Berichte

Von Plastik, Elbvertiefung und dem Menschen

  • Plastik ist ja wirklich überall. Neulich erst war ich in Spanien. Und in Barcelona ist der Plastikflaschenverbrauch mit am Höchsten. - Klar, bei dem heißen Wetter will man immer was zu trinken dabei haben. Wie viele Menschen ihre Flaschen wiederverwenden, statt immer neue zu kaufen, weiß ich nicht.

    Was wir sehen können, ist noch längst nicht alles.
    In Läden wie BUTLERS ist oft jeder Teller einzeln von Plastik umschlungen, und selbst bei Kunststoffwaren wird nicht an Verpackung gespart.
    Löffel die nicht zerkratzen oder zersplittern können, werden alle einzeln in Plastik gehüllt.
    100 kleine Plastiktütchen. An dem Tag. In dem Laden. Nur für die Löffel aus diesem Regal.
    Und nebenan verkaufen sie auch Geschirr.

    In Klamottenläden wartet Plastik nicht nur in Form von Tüten an der Kasse, sondern auch dort ist jedes einzelne T-Shirt einzeln verpackt.
    Bei Schmuck gibt es dann eine größere Plastiktüte in der viele kleinere warten, in denen sich dann Ketten oder Armbänder befinden.

    Im Supermarkt wird gedankenverloren zu den Obsttüten gegriffen und dann geht es ab zum Kühlregal. Der Joghurt, der Käse, die Wurst …
    Im Süßigkeitenregal die Schokolade, Kekse und Pralinen ….
    Oder in der Bäckerstube die Brötchen.... alles verpackt.

    Es scheint wirklich kein Ende nehmen zu wollen.
    Und es ist weltweit so. Und ich denke mal, dass es nicht in jedem Land gleich aussieht.
    Die einen verbrauchen weniger von diesem umweltgiftigen Stoff, die anderen um so mehr.

    Die WWF – Jugend – Gruppe „Gemeinsam gegen den Tütenwahnsinn“ ist eine sehr aktive Gruppe die mit vielen Ideen gegen diesen, ich greife das Wort nochmal auf, „Tütenwahnsinn“, vorgehen will. Und ich weiß, genau solche Menschen und Gruppen bringen die Veränderung.
    Und ich stehe auch vollkommen hinter dem Satz: „Nichts ist unmöglich!“
    Aber das ist wirklich schwer.
    Wie will man da das Steuer rumreißen?
    Es ist nicht nur in Deutschland so. Es gibt Länder, die sich weit weniger Gedanken zum Thema Umweltschutz machen. Die vielleicht auch einfach nicht genügend Informationen erhalten.
    Da sind wir hier in Deutschland schon um einiges aufgeklärter.

    Trotzdem geht der Wahnsinn weiter.
    Auch in anderen Bereichen.
    So ist jetzt die Elbvertiefung im Gespräch, damit noch größere (warum soll es immer mehr und nochmal doppelt soviel sein???) Schiffe den Hafen passieren können.
    Das würde den Tod für den Fluss bedeuten. Der BUND hat nun schon Klage eingereicht.

    Aber so was verstehe ich einfach nicht!
    Es geht doch auch so!
    Was bringt es wenn größere Schiffe die Elbe befahren können, wenn sich irgendwann die Menschen umgebracht haben, die davon Nutzen ziehen wollten?!
    Ist es nicht absurd?
    Wie viele Menschen in allem einfach weiter machen?

    > Menschen sind Gewohnheitstiere.
    Diese ganze Bewusstwerdung und Veränderung in die richtige (sprich naturfreundliche Richtung) ist einfach zu ungewöhnlich. Das ist was Neues. Da macht der Mensch doch mal  lieber so weiter, wie er das kennt. Egal ob das nun schlecht oder gut ist.
    Außerdem sind Menschen Herdentiere. Was der Großteil der Herde macht kann doch nicht falsch sein. Warum also die Richtung ändern, statt einfach weiter mitzulaufen?
    Viel zu aufwändig, ungewohnt und bestimmt auch risikoreich.

    Das der Großteil der Herde allerdings größere Risiken einzugehen scheint, bemerken die kleinen Mitläufer nicht.
    „No risk no fun“ - Mal sehen wie lange wir noch so weitermachen können.
    Vor 10 Jahren haben sie auch schon gesagt, dass jetzt alles aus wäre.
    Wenn also nun gesagt wird, dass wir in 20 Jahren mit dem und dem, oder auch mit uns am Ende angelangt sind, müssen wir das austesten.
    Los hop! Elbe vertiefen und mal schauen ob die Fische wirklich aussterben.
    Wir haben die Elbe bisher immer nur vertieft (Gewohnheit), warum sollen wir jetzt was anderes machen? <

    Natürlich weiß ich, dass man das nicht unbedingt alles so daran ableiten kann, aber es ist doch absurd. Es ist eigentlich einfach und auch noch viel gesünder, dass wir uns mit der Umwelt und der Natur zusammen tun. Als Einheit. Als ein Teil des Ganzen.

    Und ich möchte auf keinen Fall sagen, dass wir keine Chance haben, also eigentlich die Hände in den Schoss legen können.
    Es muss naturliebende und umweltschützende Menschen geben.
    Denn ich bin mir sicher: gäbe es die (uns) nicht, sähe es jetzt viel schlimmer aus.

    Wenn jemand sagt, kleine Wesen können nichts ausrichten, dann hat der wahrscheinlich noch nie mit einem Moskito in einem Zimmer geschlafen.

    Wir müssen Ausdauer beweisen und unseren Glauben stärken.
    Der Glaube, dass wir positive Veränderung bewirken können, dass wir andere begeistern können sich unserer Herde anzuschließen.

    PEACE

    Bild – Link: http://www.nationalgeographic.de/thumbnails/lightbox/12/05/01/verschmutzung-10512.jpg

Kommentare

15 Kommentare
  • grinsekatze
    grinsekatze Wow. Du sprichst mir mit diesem Text wirklich aus der Seele. Ich habe auch oft das Gefühl - was bringt das alles eigentlich? Können wir uns noch ändern? Können wir das Ruder noch rumreißen? Aber dann denken ich daran, dass ich au...  mehr
    10. September 2012
  • birdy
    birdy Du hast schon recht, ABER: Beim Bäcker? Komm schon, da gibts Papiertüten!
    Und die Kekse und die Schockolade? Denk mal an die Hygiene!
    Guter Bericht, du kannst schreibst überzeugend, bist du in der Anti-Tüten-Gruppe? Du solltest Texte f...  mehr
    31. Dezember 2012
  • Zerschmetterling
    Zerschmetterling @birdy: Beim Bäcker um die Ecke gibt es meist wirklich Papiertüten, bei Bäckern in Supermärkten ist oft noch Plastik mit dabei.
    Und natürlich müssen Süßigkeiten ordentlich verpackt werden, aber nicht doppelt und dr...  mehr
    31. Dezember 2012
  • birdy
    birdy Hab ich mir schon gedacht:D
    1. Januar 2013