Berichte

Erneuerbare Energien als einziger Ausweg

  • Rund 500 Forscher diskutieren in Jena über Klimawandel / Kritik an Abwrackprämien und Atomstrom

    Während man beim Kanzlerduell dem Thema Umweltschutz keine Bedeutung beimaß, ist es in Thüringen das Hauptthema.

    Unberechenbare Unwetter, ein steigender Meeresspiegel und neue, riesige Wüsten - all diese Katastrophen sind realistische, wissenschaftlich belegbare Szenarien. Das betonten gestern Forscher am Rande der 8. Internationalen Kohlenstoffdioxidkonferenz in Jena.

    Ebenfalls erwiesen sei zudem, dass der Klimawandel vom Menschen verursacht wird, sagt Professor Martin Heimann. Als Direktor des Jenaer Max-Plank-Instituts für Biogeochemie ist er der Gastgeber der Tagung, die sich seit Sonntag um den weltweiten Kreislauf von Kohlenstoffdioxid dreht - dem gefährlichen Klimagas. In der Friedrich-Schiller-Universität wollen die Experten ihre Beobachtungen, Studien und Analysen zusammentragen und vergleichen. Daraus sollen neue Erkenntnisse über den Klimawadel und dessen Folgen abgeleitet werden. Diese sollen dem UN-Klimagipfel im Dezember in Koppenhagen vorgestellt werden. Disskutiert wird beispielsweise über die Auswirkungen des CO2-Ausstoßes für die Ozeane. "Sie versauern immer mehr durch die Bindung von Kohlendioxid - mit fatalen Folgen für Korallen und andere Meeresorganismen" warnte Professor Nicolas Gruber von der Eidgenössichen Technischen Hochschule Zürich.

    Dass die Klimakatastrophe durch die gegenwärtige Wirtschaftskrise in den Hintergrund gedrängt worden ist, glauben die Forscher nicht. Man ziehe nur unterschiedliche Konsequenzen in der Bekämpfung beider Probleme, sagte Dr. Annette Freibauer. "Während etwa Tailand nun ganz verstärkt auf erneuerbare Energien setzt, führt die Bundesregierung eine unsinnige Abwrakprämie ein", so die Forscherin vom Braunschweiger Institut für Aggrarrelevante Klimaforschung. Erneuerbare Energien seien der einzige Weg aus dem Dilemma, betonte sie. "Wenn man sieht, wie viel Gelder für Konjukturpakete plötzlich da sind, dann erscheint auch die konsequente Förderung erneuerbarer Energien möglich", ergänzte Gruber.

    Dennoch werden die Experten auch über die Speicherung von Kohlenstoffdioxid im Untergrund debattieren. Bislang gilt diese Methode allerdings als risikoreich und unausgereift.

    Keine Rolle - darin sind sich die Wissenschaftler einig - wird dagegen die Nutzung von Atomstrom als Waffe gegen die Erderwärmung spielen. Darin könne aufgrund der Gefahren und des atomaren Mülls nicht die Zukunft liegen, erklärte Annette Freibauer. Befürworter der Kernenergie loben diese immer wieder als klimafreundlich, weil kein CO2 ausgestoßen wird. Fälschlicherweise würde sich die Atomlobby auf die Vereinten Nationen berufen. Tatsächlich gebe es kein Dokument der UN, das die Atomenergie billigen würde, sagte Freibauer.

     

    nach Thüringer Allgemeine, 15. September 2009

Kommentare

8 Kommentare
  • StrongBad
    StrongBad @TilmanFCC

    ja eben, kurz angesprochen, was will man mehr, erstaunlich dass die grünen es quasi überhaupt geschafft haben dass atomkraft zu einem wahlthema wird.
    also mir ist meine zukunft wichtiger, nämlich wie ich an geld rankommen und meine familie ern...  mehr
    16. September 2009
  • Tim94
    Tim94 \"Sie versauern immer mehr durch die Bindung von Kohlendioxid - mit fatalen Folgen für Korallen und andere Meeresorganismen\"

    Das Wälder durch sauren Regen versauern hab ich gewusst, aber dass auch die Meere versauern ist mir neu. Bitter für unsre Welt.
    16. September 2009
  • franzi94
    franzi94 Ich finde auuch, dass die Regierung das Geld für die Abwrackprämie lieber für erneuerbare Energien einsetzen sollte. Was ist denn wichtiger: eine reiche, starke Wirtschaft und eine zerstörte Natur oder eine intakte Natur und eine schwächere Wirtschaft?? ...  mehr
    17. September 2009
  • Fredi
    Fredi dazu müsste man aber die politiker erst einmal richtig wachrütteln...
    17. September 2009