Berichte

Abifahrt mal anders

  • Jeder kennt bestimmt die eine oder andere feuchtfröhliche Geschichte einer Abifahrt. Meine sollte dieses Jahr nach Spanien gehen, also Strand, Alkohol und Party.
    Meine Freunde waren genauso begeistert wie ich von dieser Idee und so beschlossen wir, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. Wir entscheiden uns, nach Mecklenburg-Vorpommern zu fahren und 6 Tage lang mit dem Kanu von Campingplatz zu Campingplatz zu paddeln.


    Doch die Hinfahrt sah nicht gerade vielversprechend aus. Es war Regen für die gesamte nächste Woche angesagt und dazu noch Wind. Dementsprechend war natürlich auch unsere Vorfreude verschwunden.
    Doch als wir am ersten Morgen aus den Zelten schauten, lächelte die Sonne hinter den Wolken hervor und selbst der Wind war angenehm und nur eine stärkere Brise.
    Aber schon standen wir vor dem nächsten Problem: Wie bekommt man das Gepäck von 13 Personen inklusive Zelten und Kochtöpfen in 4 Kanus? Die Antwort: Stopfen, Drücken und sich von unnötigen Sachen trennen!


    Was diesen Anfangsschwierigkeiten dann folgte, waren 6 wunderschöne Tage!
    Wir fuhren über Seen, die so groß waren, dass man das andere Ende nicht sehen konnte, über kleine Seen und über Seen, die im Naturschutzpark lagen. Motorboote und Yachten waren dort selbstverständlich verboten und auch wir Paddler durften nur auf den mit Tonnen markierten „Wegen“ paddeln.
    Die Seen wechselten sich mit Flüssen und Kanälen ab, deren Ufer dicht bewaldet waren oder den Blick auf Wiesen oder Dörfer zuließen. Zwischendurch standen Fischreiher am Ufer oder Adler segelten über unsere Köpfe hinweg. Und selbst ein Schwan schaute neugierig in unsere Kanus.
    Das hört sich jetzt alles idyllisch an, aber um der Wahrheit Willen muss ich hinzufügen, dass zwar oft wirklich nur das Wellenplätschern und die Vögle zu hören waren, aber häufig auch die Motoren der vielen Yachten und Boote. Doch da die Menschen alle freundlich waren und uns fast immer winkten, hat man schnell über die kleine „Störung“ hinweg gesehen.


    Zu meiner großen Überraschung waren auch die Campingplätze gut gemacht, so dass selbst ich, die sonst zelten bei jeder Gelegenheit meidet, gut schlafen konnte.
    Für den einen oder anderen hört sich das vielleicht langweilig an, man konnte schließlich nicht in eine Bar im nächsten Ort gehen, sondern musste auf dem Campingplatz bleiben und die Natur genießen. Aber gerade das hat den besonderen Reiz der Fahrt ausgemacht. Früher, wenn in Filmen Szenen gezeigt wurden, in denen alle um ein Lagerfeuer herum saßen und gemeinsam sangen, habe ich immer gedacht: kitschig und gestellt. Doch die Fahrt hat mich eines besseren gelehrt. Wir saßen abends wirklich zusammen, wenn meisten auch nur um einen Tisch herum und haben gesungen.
    Ich kann so eine Paddeltour nur jedem empfehlen, als Abifahrt oder einfach so. Denn man sieht einfach mehr, wenn man langsam über die Seen und Flüsse fährt und es ist ein tolles Gefühl, wenn man nach 6 Tagen wieder am Anfangspunkt anlandet und weiß, dass man die Tour aus eigener Kraft geschafft hat.
     

Kommentare

7 Kommentare
  • LSternus
    LSternus Klingt cool. So Erinnerungen sind waas wert. So eine Tour muss ich auch irgendwann mal machen.
    7. Juli 2012
  • MJ1499
    MJ1499 @zeemzee: Wenn die denn dann überhaupt eine Erinnerung haben ;)

    Definitiv eine schöne Idee, völlig Anti-Mainstream, und auch als normaler Urlaub eine Reise wert :)
    8. Juli 2012
  • Niiura
    Niiura Schön=)
    Ich hab vor zwei Jahren auch an einer Kanutour teilgenommen, die von Jugendtours angeboten wurde. Wir sind zwei Wochen gepaddelt und haben 97km geschafft =D
    Es hat echt Spaß gemacht, auch wenn man sich manchmal lieber hat treiben lassen...  mehr
    8. Juli 2012
  • Stoffie
    Stoffie super sache :)
    wo seid ihr denn da genau langgefahren?
    21. November 2012