Berichte

Eine neue Rote Liste.

  • Vor einigen Tagen hat die Weltnaturschutzunion eine neue Rote Liste vorgestellt. Und diese bescheinigt leider keine gute Situation für ungefähr ein Drittel aller untersuchten Arten. Soll heißen: 19.817 Arten gelten als bedroht. Das sind rund 250 Arten mehr als noch im November 2011. Die tatsächlichen Zahlen liegen jedoch bei weitem höher, denn natürlich sind noch immer nicht alle Arten bekannt oder wird ihr Bestand untersucht.


    Vom Westpazifischen Grauwal existieren nur noch 130 Exemplare. Mit einer Unterschriftenaktion konnte der WWF 27.000 Stimmen für die letzten seiner Art sammeln. 
    © naturepl.com / Mary McDonald / WWF

    Die Rote Liste dient als Indikator für den Zustand der Biodiversität auf unserem Planeten. Mittlerweile gibt sie Aufschluss über den Gefährdungsstatus von 64.000 Tier- und Pflanzenarten weltweit. Sie wird in regelmäßigen Abständen von der Weltnaturschutzunion herausgegeben und ist dringend notwendig, um den anhaltenden Abwärtstrend in der Artenvielfalt stoppen zu können. Denn nur was man kennt, kann man schützen.


    Der Komodowaran lebt auf verschiedenen indonesischen Inseln und ist vom Aussterben bedroht, weil nicht nur seine Beutetiere stark abnehmen, sondern auch Lebensraumverlust und Isolation ihm zu Schaffen machen. © Michael Poliza / WWF

    Neben der Roten Liste der Weltnaturschutzunion gibt es zusätzlich in einigen Ländern auch nationale Rote Listen. Deutschland besitzt sogar welche für jedes einzelne Bundesland! In der ganzen Bundesrepublik wurden rund 40.000 Arten hinsichtlich ihres Gefährdungsstatus bewertet. Über ein Viertel davon gilt als bedroht, beziehungsweise ausgestorben.


    Berggorillas zählen zu den größten Menschenaffen, die auf unserer Erde leben. Trotzdem sind sie durch Lebensraumverlust und Wilderei sehr stark vom Aussterben bedroht. WWF Jugend Mitglied Janine war 2009 in Dzanga-Sangha und hat sich angeschaut, wie die Tiere leben. Hier könnt ihr die Expedition nachverfolgen! © Ralph Frank / WWF

    Nach Schätzungen von Wissenschaftlern soll es zwischen 10 und 100 Millionen Tier- und Pflanzenarten auf unserer Erde geben. Davon wurden bisher allerdings gerade mal 2 Millionen entdeckt und beschrieben! Umso schrecklicher ist der Fakt, dass mittlerweile jedes Jahr mehrere tausend Arten unwiederbringlich aussterben. Durch den Einfluss des Menschen hat sich die Aussterberate mindestens um den Faktor 1000, wenn nicht sogar 10.000 erhöht.


    Wer hätte es gedacht? Auch in Asien leben Löwen! Allerdings nur noch im Gir Nationalpark in Indien. Wird die Unterart nicht konsequent geschützt, könnten die letzten 250 Tiere in den nächsten Jahrzehnten aussterben. © Jörg Edelmann / WWF

    Warum sterben aber eigentlich so viele Arten aus? Zu den wichtigsten Faktoren zählen Lebensraumverlust und Umweltverschmutzung. Aber auch die Verdrängung heimischer Flora und Fauna durch invasive Arten und direkte Eingriffe des Menschen, wie etwa Wilderei, tragen einen Großteil zu dieser bedenklichen Entwicklung bei.


    Lonesome George - bis vor kurzem war er noch der letzte seiner Art. Vor einigen Tagen ist die letzte Galapagos-Riesenschildkröte der Unterart Chelonoidis nigra abingdoni gestorben. Er wurde mehr als 100 Jahre alt. Ein trauriges Beispiel für das zunehmende Artensterben. © Martin Harvey / WWF-Canon

    Durch das Artensterben ist allerdings auch der Mensch unmittelbar bedroht! Pflanzen und Tiere haben einen Eigenwert in ihrem Ökosystem. Gerät dieses durch zunehmendes Artensterben durcheinander, so kann das auch Folgen für uns Menschen haben. Nahrung, Wasser und Medizin hängen in weiten Teilen der Erde von gesunden und funktionierenden Ökosystemen mit einer hohen Artenvielfalt ab.


    Der Chinesische Flussdelfin ist vermutlich schon ausgestorben. Das letzte Mal wurde ein Exemplar 2002 im Jangtse gesichtet. © Chinese Academy of Science / WWF

    "Die biologische Vielfalt ist unsere Lebensversicherung und wir sollten uns mit allen Kräften bemühen sie zu bewahren", betont auch noch einmal Vera Weißmann, die als Artenschutzexpertin beim WWF Deutschland arbeitet.

    Wie der WWF zum Thema Artenschutz arbeitet, könnt ihr euch hier nochmal genauer anschauen.

     

    Der gefährdete Rotkehl-Brilliantkolibri
    © Chris Sloan / WWF


    Auch der Große Panda, Symbolfigur des WWF, ist vom Aussterben bedroht. Es gibt nur noch rund 1600 Tiere. Der WWF arbeitet seit mehr als 25 Jahren an einem langfristig stabilen Bestand der seltenen Bären. © Bernard de Wetter / WWF

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    Titelbild: Nördliche Breitmaulnashörner © Michael Poliza / WWF

    Hier könnt ihr auch noch die Fotogalerie des WWF zu bedrohten Arten anschauen! ;o)

     

Kommentare

22 Kommentare
  • Laurii
    Laurii @Anna-K: Wir haben einfach keine natürlichen Feinde mehr... Vielleicht sollten ein paar Riesen vom Himmel fallen, die würden die Rolle als unser Natürlicher Feind annehmen. (ok.. aber es müssen liebe Riesen sein die auf die Umwelt acht...  mehr
    3. Juli 2012
  • Murmel
    Murmel Ich kann es nicht sehen , wie die Tierarten unter unseren Bevölkerungswachstum , Rodung der Wälder , Jagd auf manche Tiere, Waldbrände und noch mehr . Das sind nur einige Ursachen und bald wenn nur noch wenige Tiere gibt geht es auf uns Men...  mehr
    4. Juli 2012
  • angie196
    angie196 @ Laurii: Ich bin gegen Riesen oder Roboterangriff :D viel zu gruselig und gefährlich, dann lieber politische Maßnahmen wie die Ein-Kind-Politik in China ;D
    14. Juli 2012
  • vicktoria
    vicktoria kurz:einfach selbstzerstoererisch
    4. August 2012