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Tipp der Woche! - Das OZEANEUM in Stralsund

  • Unser heutiger Tipp der Woche beschäftigt sich mit dem Ozeaneum in Stralsund.

    Eine Liebeserklärung an die Meere auf 8700 m² Ausstellungsfläche, in 39 Aquarien mit einer Wassermenge von sechs Millionen Litern und circa 7000 Tieren und Unterwasserpflanzen. Auf der Stralsunder Hafeninsel erstreckt sich zwischen den alten Gebäuden der Hansestadt der moderne Glasbau des Ozeaneums mit der längsten freitragende Rolltreppe Europas. 2010 wurde das Ozeaneum vom European Museum Forum zum Museum des Jahres gewählt.

    Vom Stralsunder Hafenbecken zum Atlantik. Der Weg durch die Aquarien des Ozeaneums ist eine Reise durch unterschiedliche marine Lebensräume. Das erste Aquarium führt durch die heimische Unterwasserwelt: das Stralsunder Hafenbecken. Weiter geht es über die Boddenlandschaft, Seegraswiese, Kreideküste und Flussmündung zu den Aquarien des Schärenmeeres und des Kattegats. In diesen verschiedenen Lebensräumen der Ostsee sind viele Arten mariner Lebewesen heimisch, zum Beispiel Flussbarsche, Aale, Stichlinge, Dorsche, Hornhechte, Ostseegarnelen, Hummer und Nagelrochen. Man kann aber auch Arten mit skurrileren Namen wie Plattfische, Grasnadeln, Seehasen, Seespinnen und Ostseeschnäpel entdecken. Sogar Korallen gibt es in der Ostsee.

    Als nächstes gelangt man zu den marinen Lebensräumen der Nordsee. In einem Gezeitenbecken lassen sich Ebbe und Flut im Zeitraffer erleben und die Unterwasserwelt um die Hochseeinsel Helgoland können wir in einem Tunnelaquarium erkunden. Auf den Nachbau einer schottischen Küstenhöhle folgt das Aquariumbecken "Offener Atlantik", wo sich ein Makrelenschwarm und verschiedene Rochenarten tummeln. Auch in den anderen Becken findet man interessante Arten wie Drachenköpfe, ein Krake, Katzenhaie, Lippfische und Europäische Langusten.

    Ein wahrer Publikumsmagnet im Ozeaneum sind die Humboldtpinguine, die auf der Dachterasse leben. Von dort hat man eine schöne Aussicht über Stralsund. Einmal täglich findet eine öffentliche Fütterung statt.

    "Weltmeer - Vielfalt des Lebens im Meer" ist der Name der ersten Dauerausstellung im Ozeaneum. Mit vielen Wandtafeln und naturkundlichen Fundstücken informiert diese Ausstellung über die Eigenschaften des Meerwassers, Gezeiten, Wind und Wellen, die geologischen Entwicklung der Meere und den globalen Wasserkreislauf. Aber auch auf Themen wie die Klimaerwärmung wird eingegangen. Eine weitere Ausstellung befasst sich mit der Ostsee. Hier erfährt man alles was das Herz begehrt. Auch zu den Themen Gefährdungspotentiale, Naturschutz und Umweltverschmutzung gibt es viel zu lernen.

    "Erforschung und Nutzung der Meere" - eine faszinierende und traurige Ausstellung zugleich. Die Tiefen der Meere sind das am wenigsten erforschte Gebiet unseres Planeten. Wir wissen mehr über die Oberfläche des Mondes als über diesen Teil der Erde. Dennoch beginnen wir langsam dank intensiver Forschung auch diesen Lebenskomplex zu verstehen. Doch bleibt uns überhaupt noch genug Zeit die Ozeane zu erforschen, ehe wir die Meere vollkommen ausgeplündert und verseucht haben? Gleich am am Eingang zur Ausstellung befindet sich die legendäre GEO (www.de.wikipedia.org/wiki/Geo_%28Tauchboot%29), das erste deutsche bemannte Forschungs-Tauchboot. Videos und Wandtafeln erklären die heutigen Forschungen auf dem Meeresgrund, die zum Verständnis der globalen Stoffkreisläufe durchgeführt werden. Ein präparierter Eisbär mahnt als „Maskottchen“ des Klimawandels zu einem verantwortlichen Umgang mit der Umwelt. Eine Grafik zeigt, wie leicht selbst ein großes Gebäude wie das Ozeaneum Platz in einem der heute üblichen riesigen Schleppnetze findet. Besucher müssen mit Erschrecken feststellen welche Arten und Mengen als Beifang in Fischernetzen sterben. Dank eines Umrechners können Besucher direkt ausrechnen wie viele Fische für normale Gerichte als Beifang oder Futter sterben müssen. Für ein Kilogramm konventionelles Schweinefleisch werden zum Beispiel drei Kilogramm Fischmehl verarbeitet.

    1:1 Riesen der Meere: Der letzte Höhepunkt des Rundgangs In der Ausstellungshalle fühlt man sich als Mensch ganz klein. Sechs verschiedene Modelle von Walen und anderen Riesen der Meere kann man hier in Originalgröße bestaunen. Die Modelle wurden in aufwendigen Verfahren von Bildhauern modelliert und original getreu koloriert. Der Blauwal ist mit 26 Metern Länge das größte Tier der Ausstellung gefolgt vom Buckelwal, Pottwal und Schwertwal. Die "Kleinsten" der Ausstellung sind der 4 Meter große Mantarochen und der 3 Meter große Mondfisch. In einer Multimediainszenierung werden alle 20 Minuten die Walarten mit ihren spezifischen Gesängen vorgestellt und ihre Bedrohung aufgezeigt.

    Den Kopf überfüllt mit Informationen tritt man nun wieder ins Foyer des Ozeaneums und verlässt die mystische Unterwasserwelt. Das Ozeaneum hält so viele Informationen bereit, dass ich jedem empfehle sich genug Zeit zu lassen und das Ozeaneum nicht unter Zeitdruck zu besuchen. Ein Besuch ist für jeden Meeres-, Umwelt- und Natur-Interessierten lohnend! Genau deswegen ist das Ozeaneum diese Woche unser Tipp der Woche.

    Letzten Tipp verpasst? Kein Problem! Hier geht es zum letzten Tipp der Woche über den Kinofilm Wolfsbrüder.


    Foto 1,4,5,6,7: © Johannes-Maria Schlorke
    Foto 2,3: © Uli Kunz

Kommentare

5 Kommentare
  • animal-lovingMUSEr
    animal-lovingMUSEr in unserem Ostseeurlaub in Stralsund ist das Museum Plicht. Freue mich schon drauf :D
    23. Juni 2012
  • MJ1499
    MJ1499 @lolfs: Das sieht nur auf den Fotos so aus, in Original ist das gar nicht so schlimm...

    Ich war da mit der Segelfreizeit mal drin, und es war echt der Hammer ) den Preis hat es absolut zu recht bekommen, und ich kann jedem nur empfehlen, da hinzufahren!!
    23. Juni 2012
  • LSternus
    LSternus Das klingt unglaublich interessant. Das seh ich mir auf jeden fall an.
    2. Juli 2012
  • lolfs
    lolfs Nun habe ich auch das Museum besucht. Es ist wirklich genial! Wie im Bericht steht, verlässt man am Ende das Museum mit einem "Kopf überfüllt mit Informationen". Dabei ist das Ozeaneum nur eines von vier Standorten des deutschen M...  mehr
    24. Februar 2013