Berichte

Wind, Regen, Dunkelheit- Die WWF Jugend hält nichts auf!

  •     "If this is just a part I portray, if this is just a part I portray. I don't know how it got this way." Die Musik in meinen Ohren übertönt die Stimmen um mich herum. Ich liege in einem Liegestuhl, durch meine braun getönte Sonnenbrille fällt das Licht sanft auf meine geschlossenen Lider, die Sonne wärmt meine Schultern und Beine. Ich kann das Grinsen nicht verkneifen, als ich mich vor dem letzten Programmpunkt eines wundervollen WWF Jugend Wochenendes noch etwas entspanne und an die vergangenen 36 Stunden zurückdenke.

    Ich denke an den Zug, der um 8:33 Uhr am Hauptbahnhof einfährt und Sarah aus Kiel nach Berlin bringt. Ich denke an den Sprinter, der schon halb ausgeladen dasteht, als Sarah, Johannes und ich zwei Stunden später wieder am Bahnhof stehen und die Pfote aufbauen wollen. Ich denke an den Regen, der uns alle bis auf die Haut durchnässte, uns aber nicht den Spaß und den Willen zum Weitermachen nahm. Ich denke an Helen und ihren Hund Marie, die aus Niedersachsen die Weg zur Ausstellung gefunden haben und uns tatkräftig unterstützen. Ich denke an die bekannten Gesichter, die um die Pfote standen, lachten, Leute ansprachen, Statements sammelten. Ich denke an die Leute, die ich vorher nicht kannte, aber jetzt fest ins Herz eingeschlossen habe. Ich denke an die Sonnenstrahlen, die uns immer wieder aus dem Pavillon hinaus auf den Washingtonplatz zogen. Diese Gedanken bringen mich zum Lächeln, und als ich den Bericht von Marcel lese und das Video von Peter sehe, fallen wir wieder die Gründe ein, warum.

         Da kam der Regen noch nicht runter... (c) J. Barthelmeß

    Ich erinnere mich an den Abbau. Daran, wie fünf von uns zum Zug aufbrachen, eine Sechste mitnahmen und fuhren, einfach fuhren. Wohin, das wussten wir nicht so genau, aber wir waren zusammen: Marcel, Nils, Johannes, Sarah, Ricarda und ich. Zu den Passagen, wo jeder was anderes essen wollte. Wo wir uns besser kennenlernten und mal wieder feststellten, was es für coole und witzige Leute in der WWF Jugend gibt.
    Ich erinnere mich genau, wie wir die Straße entlangliefen, durch den Wald, der zumindest einem von uns bekannt vor kam, und wie wir vor dem Hochseilgarten standen. Dem Hochseilgarten, der im Rahmen des „ Langen Tags der Stadtnatur“ Nachtklettern anbot. Ich erinnere mich, wie wir die Gurte anzogen, darüber lachten, wie komisch das aussah, wie wir uns bei der Einweisung amüsierten und dann entschlossen zum Parcours aufbrachen. Wie wir uns um die Reihenfolge stritten. Ich erinnere mich an die Hürden, die wir unterschiedlich gut und schnell überwanden, an die Seilbahnen und das Zusammentreffen am Ende, als wir nach und nach den Parcours bewältigten. Ich erinnere mich an die Entscheidung für den nächsten Parcours, die nächste Herausforderung, an den Spaß und an das Gelächter. Ich erinnere mich an drei Seilbahnen in Folge, die wir mit Freude hinabfuhren, an die Diskussion, ob wir noch einmal nach oben steigen oder wir gehen sollten, daran, dass unsere Zeit vermutlich abgelaufen war, uns das aber nicht störte. Ich erinnere mich an die verdutzten Blicke, als eine Brücke sich als Wippe herausstellte und an das Gelächter, das vermutlich durch den gesamten Garten hallte. Ich erinnere mich an den Beschluss, nach dem Klettern gegen 23:45 Uhr noch irgendwo was trinken zu gehen, was darin endete, dass wir in nassen Liegestühlen irgendeinen „Fast 'n' Furious“ Film auf einer riesigen Leinwand schauten. Ich erinnere mich an den Abschied, als wir uns an der U-Bahn trennten, alle mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Ich erinnere mich an die Müdigkeit in Sarahs Blick- sie war schließlich seit ca. 4Uhr morgens wach- Respekt!

     

                                                     Johannes und Marcel haben sichtlich Spaß!                  (c) S. Hanus

    Ich weiß noch genau, wie wir Samstag Vormittag in der Sonne über das Tempelhofer Feld spazierten- Johannes, Sarah und ich. Ich weiß noch, wie wir über irgendwas lachten, uns über vergangene Ereignisse unterhielten, schweigend die Wärme genossen und den Vögeln lauschten. Ich weiß noch, wie wir auf dem Rollfeld entlangliefen und über ein nächstes Treffen sprachen. Ich weiß noch, wie Sarah ihre Tasche packte, wir wir sie zum Bus brachten, wie wir grinsten und uns auf ein nächste Mal freuten, als sie ging. Ich weiß noch, wie wir Vera und ihre Freundin trafen, sowie Ricarda, die zwar noch kein Community Account hat, sich aber eins zulegen wird, nachdem sie den Zauber unserer Gemeinschaft miterlebt hat. Ich weiß noch, wie wir zusammen zum Landwehrkanal aufbrachen, dort Lisa und Annika trafen und dann, gemeinsam mit vielen anderen Verrückten, im Rahmen der Big Jump Challenge für Gewässerschutz in das trübe Wasser sprangen.

           Ab ins Nass!  (c) A. Laesser

    Wie nach dem euphorischen Jubel Aufrufe des Ekels erklangen, als kurz unterhalb der Wasseroberfläche eine dicke Schicht an Schlick und Matsch auf uns zukam. Ich weiß noch, wie wir in Badesachen durch die Straßen Kreuzbergs liefen, zurück zu Johannes' Wohnung, ab unter die Dusche. Wie wir auf Hanja warteten, zum Tempelhofer Feld aufbrachen, uns im „Luftgarten“ auf Liegestühle legten, die Sonne genossen, aßen, redeten, lachten.

    Irgendwann, als Ricarda schlief, Johannes mit seinem Mitbewohner Fußball spielte (oder vielleicht auch schon wieder neben mir saß), als Annika und Hanja sich über irgendwas unterhielten, schaltete ich meinen mp3-Player an, schloss die Augen und dachte an all das zurück. Und es machte mich glücklich. Ich lächelte mit geschlossenen Augen, ganz für mich allein. Genau wie der Sänger der Band Marianas Trench weiß ich nicht mehr genau, wie es dazu kam, dass ich diese Leute kennengelernt habe, wie es dazu kam, dass wir Freunde wurden und so gern was zusammen unternehmen. Ich weiß aber, dass wir Spaß haben und dass diese Zusammengehörigkeit, dieses gute Gefühl, wichtig ist. Wir können die Welt nicht allein retten. Aber das mit Leuten zu tun, die man gern hat, mit denen man sich versteht, das klappt. Das macht viel mehr Spaß, spornt ein an und bringt einen dazu, immer weiter auf ein gemeinsames Ziel hinzuarbeiten. Es ist wichtig, dass wir gerne zusammen sind. Wie gestern, als wir alle die Sonne genossen und auf den Beginn des Fußballspiels warteten, das Fußballspiel, das das Ende des Wochenendes markierte.

                Das heißt übrigens "Wolf".                   (c) S. Hanus

    Als ich die Augen wieder aufmachte, kamen Peter und Meike auf unsere reservierte Reihe zu. Später, als ich in der elend langen Schlange vor der Essensausgabe stand, erblickte ich Melina. Noch später, irgendwann mitten im Spiel, fand auch Nils den Weg zu uns. Wir jubelten zusammen, als Deutschland gewann. Wir blieben noch eine Weile auf dem Feld, vertilgten eine Gummibärchenpizza (ja, so etwas gibt's tatsächlich) und verabschiedeten uns von Peter und Meike, die bald für ein Jahr im fernen Canada aufbrechen werden. Niemand ging allein: Peter, Meike und Melina gingen zuerst, Johannes und Hanja machten sich später zusammen zur U-Bahn auf, Ricarda, Nils, Annika und ich hatten ebenfalls denselben Weg.
     

    Zu Hause angekommen, erzählte ich meinen Eltern mit leuchtenden Augen von meinem erfüllten Wochenende. Und als ich erschöpft ins Bett falle, schlafe ich ziemlich schnell mit einem Lächeln ein.

    Bild oben: (c) M. Gluschak

Kommentare

11 Kommentare
  • Gluehwuermchen
    Gluehwuermchen Marcel sieht in den Seilen echt super klasse aus ;-)

    Schöner Bericht!
    19. Juni 2012
  • anni95
    anni95 Sarah, ich hab\'s verändert :) Trotzdem echt beeindruckend, wie lange du wach geblieben bist! :)
    19. Juni 2012
  • Oceansoul
    Oceansoul Anni, das hast du wirklich sehr, sehr schön geschrieben. Jetzt bin ich noch ein wenig trauriger, dass ich bei den Aktionen nicht dabei sein konnte ... Na ja, das nächste Mal bin ich\'s wieder! :D
    Und so war\'s ja auch schon schön. :)
    19. Juni 2012
  • LSternus
    LSternus Toller Artikel ;) Waren wohl super Tage ;)
    21. Juni 2012