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Brasiliens Regenwald bleibt in Gefahr!

  • Seit Wochen und Monaten beschäftigt uns das Waldgesetzt in Brasilien! Wir haben demonstriert, 2 Millionen Unterschriften gesammelt, Anzeigen geschaltet, mit Politikern diskutiert, das Thema auf Twitter und Facebook verbreitet... Und nun gibt es eine Entscheidung. Eine, mit der wir nicht zufrieden sind!

    In einer Regierungserklärung vom Freitag wurde die Entscheidung der brasilianischen Präsidentin Dilma mitgeteilt, nur ein Teilveto gegen das neue Waldgesetz einzulegen. Der exakte Gesetzestext ist für Montag angekündigt. Die Präsidentin wird nur leichte Veränderung durchführen und Dekrete erlassen um so das neue Gesetz umsetzbar zu machen.

    "In Brasilien bedeutet Klimaschutz vor allem, den Regenwald zu erhalten - doch Präsidentin Dilma Rousseff ist deutlich wirtschaftsnäher als ihre Vorgänger", sagt Roberto Maldonado vom WWF Deutschland. Die Präsidentin hat zwar die Gesetzesvorlage zur Novellierung des strengen Waldschutzgesetzes mit einem Teilveto versehen, ohne aber eine deutliche Auflockerung der Umweltgesetzgebung zu verhindern. Es deutet sich an, dass das Gesetz den Schutzstatus aufweicht.

    "Präsidentin Rousseff ignoriert den Wunsch der Bevölkerung, die sich klar gegen das Waldgesetz ausgesprochen hat. Relevante Bevölkerungsgruppen wurden, anders als von den Ministern angekündigt, nicht angehört. Im Vorfeld der Uno-Gipfel für Nachhaltigkeit Rio+20 wollte Präsidentin Rousseff Standfestigkeit demonstrieren, aber jetzt droht ihr wohl als Gastgeberin eine diplomatische Blamage vor Weltpublikum. Jede Legalisierung illegaler Abholzung und Aufweichung von Umweltstandards ist ein Schritt in die falsche Richtung", sagte Roberto.

    Die betroffene Fläche, die nicht mehr aufgeforstet werden muss bzw. die jetzt legal entwaldet werden darf, dürfte nach WWF-Schätzungen in die Millionen Hektar gehen und mehreren Milliarden Tonnen CO2 entsprechen.

    Die Entscheidung der Präsidentin kommt nur wenige Wochen bevor Brasilien Gastgeber der UN-Konferenz Rio+20, sein wird. Sie sendet eine eindeutige Botschaft: Brasilien ist bereit, für kurzfristige wirtschaftliche Gewinne die Zukunft des Landes aufs Spiel zu setzen. "Versprechen zu Naturschutz und der Erhalt von Biodiversität sind ein bloßes Lippenbekenntnis. Brasilien hat nicht die Absicht, seine im Jahr 2009 vereinbarten CO2 - Reduktionsziele einzuhalten. Die Entscheidung ist eine fatale Kehrtwende, die den Ruf der Regierung Rousseff prägen wird, und ein massiver Rückschlag für den weltweiten Klimaschutz." so Maldonado.

    Der Amazonas auf dem absteigenden Ast? Wir werden nie aufgeben!

    Fotos © WWF

Kommentare

11 Kommentare
  • Sandsturm
    Sandsturm Oh nein! Ich habe mitgehofft, gebangt und gezittert! Und jetzt das. Springt denn wenigstens ein kleines bisschen Umweltschutz dabei heraus?
    27. Mai 2012
  • BioApfelKaetzchen
    BioApfelKaetzchen Nein! Das ist richtig furchtbar. Seit Jahren weiß man, wie wichtig der Regenwald für die ganze Welt ist, und die ganzen Tiere ! Und das obwohl so viele Menschen dagegen gekämpft haben.
    Das kann man mehr Demokratie nennen.
    Ich verstehe die...  mehr
    29. Mai 2012
  • Animalfriend
    Animalfriend Ich kann auch nicht fassen wie man so eine Fehlentscheidung treffen und dabei die Meinung der eigenen Bevölkerung und vieler weiterer Menschen ignorieren kann.
    Ich kann und will sie nicht verstehen und hoffe sie ändert ihre Meinung noch....
    Trot...  mehr
    29. Mai 2012
  • vicktoria
    vicktoria machmal macht mich die "macht" des einzelnen wirklich sauer!
    leute die fuer etwas riesiges verantwortlich sind; sollten ihre versprechen halten!
    4. August 2012