Berichte

Sexy sein und die Welt retten

  • „Ich führe ein ganz normales Leben.“

    Das ist der erste Satz des Theaterstücks „Ein Jahr für die Ewigkeit“ des Aachener Mörgens-Theaters. Dass „ein ganz normales Leben“ aber nicht unbedingt auch ein erstrebenswertes Leben ist, wird Moritz erst klar, als er sie trifft. Ihr Name ist Change. Climate Change. Und sie stellt sein Leben gehörig auf den Kopf.

    Auf einmal ist sie immer da. Redet ihm ins Gewissen. Lässt ihn nicht in Ruhe. Und ist dabei auch noch verdammt sexy! Schließlich bringt sie Moritz dazu, über sein Handeln nachzudenken. Er achtet darauf, weniger Plastik zu konsumieren, wischt sich den Allerwertesten mit Wasser sauber, um Klopapier zu sparen – und verkauft sogar sein heißgeliebtes Auto.

    Es ist ein Zweimanntheaterstück mit viel Witz, klugen Sprüchen und interessanten Tipps über Klimaschutz im Alltag. Das Bühnenbild ist einfach gehalten und besteht vor allem aus 7.000 leeren Plastikflaschen. Diese machen mitunter einen Höllenlärm, wenn Moritz und Climate Change dadurch waten oder sich hinein werfen, und erzeugen damit einen genialen Effekt. Der Dramaturg Harald Wolff erklärt: „Die 7.000 Plastikflaschen verdeutlichen, wie viel CO2 ein durchschnittlicher Haushalt pro Einkauf produziert.“ Und die Regisseurin Daniela Neubauer erklärt: „Wir haben die Beleuchtung auf Neonröhren umgestellt. Für die Zeit der Aufführung verbrauchen wir nur 1,2 Kilowattstunden Strom. Andere Inszenierungen benötigen meist um die 25 Kilowattstunden.“ Mitten im Stück fängt Climate Change dann auch noch an, Blumensamen in kleine Töpfchen aus Recycling-Pappe zu pflanzen und während ihrem Monolog an das Publikum zu verteilen.

    Doch „Ein Jahr für die Ewigkeit“ ist mehr als nur ein Theaterstück. Es ist ein Selbstversuch. Alle Beteiligten – Schauspieler, Regisseurin und Dramaturg – begaben sich in ein Experiment: Innerhalb eines Jahres wollen sie ihren CO2-Ausstoß von gut zehn Tonnen pro Jahr auf ein Minimum reduzieren. Sie haben ihr Konsumverhalten radikal verändert, essen weniger Fleisch und fahren nur noch Auto, wenn es gar nicht anders geht. Ein halbes Jahr haben sie bereits geschafft und sie sind sich alle einig, dass sie weitermachen werden: „Es macht uns einfach Spaß, noch mehr auszuprobieren, und wir bekommen unglaublich positive Resonanz.“

    Etwas haben sie auf jeden Fall geschafft: Das Theaterstück kam bei dem Publikum sehr gut an und wird jetzt sogar an Schulen aufgeführt. Von den Lokalzeitungen wurde es ebenfalls gelobt. Eine schrieb beispielsweise, dass das Stück völlig „ohne den berühmten erhobenen Zeigefinger“ auskomme. Dem muss ich allerdings widersprechen. Ich habe selten bei Kunst über den Klimawandel den erhobenen Zeigefinger so deutlich gespürt. Doch trotzdem hat mir das Theaterstück sehr gut gefallen, es ist witzig, unterhaltsam und informativ.

    Also Leute: Sexy bleiben und die Welt retten! Und wer mehr über das Stück, den Selbstversuch oder nützliche Klimaschutz-Tipps erfahren möchte, besucht am besten mal den Blog. Dort gibt es auch einen Trailer zu dem Theaterstück.
     

Kommentare

10 Kommentare
  • Primavera
    Primavera das stück klingt ecuht gut. Finde ich super, dass solche Themen auch in Theaterstückform verbreitet werden. Das bringt es den menschen näher.
    26. Mai 2012
  • LSternus
    LSternus Klingt nach einem super Theaterstück.
    3. Juni 2012
  • Oekofreak
    Oekofreak Klingt echt super interessant!!!
    13. Oktober 2012
  • NDelphine
    NDelphine Cooles Theaterstück. Ist bestimmt interessant!
    19. Oktober 2012