Berichte

Machtfaktor Erde.

  • Die Sonne scheint strahlend vom azurblauen Himmel herab, während weiße flauschige Wolken langsam von einem Ende des Horizonts ans andere ziehen. Bestes Wetter für einen Großteil der Deutschen, um auf der eigenen Terasse im Garten Platz zu nehmen und die Natur zu genießen. Und doch - auch wenn es so aussieht, als könnte unser Wetter kein Wässerchen trüben - der Klimawandel ist stetig auf dem Vormarsch.

    Man hat schon viel über die möglichen klimatischen und ökologischen Auswirkungen des anthropogen bedingten Treibhausgaseffektes gelesen und gehört. Polkappen und Gletscher schmelzen, Flüsse verlieren immer mehr Wasser, kleinere Inseln werden gänzlich überflutet, die Wetterereignisse werden extremer. Stürme, Hurrikans und andere Wetterphänomene werden an Stärke und Häufigkeit zunehmen.

    Für uns Deutsche klingt das nicht weiter dramatisch und ehrlich gesagt, hat man sich auch schon ein bisschen an die Voraussagen gewöhnt. Doch was ich vor einigen Tagen zufällig im Fernsehen in einer zweiteiligen Dokumentation (von Angela Andersen und Claus Kleber) erfahren habe, hat sogar mir die Sprache verschlagen.

    Nicht mit einem Funken habe ich daran gedacht, inwieweit der Klimawandel eigentlich die Innen- und Außenpolitik verschiedenster Länder beeinflussen könnte. Der erste Teil der Dokumentation handelt von 'Beutezügen im Klimawandel'. In Zeiten des Klimawandels bekommen Wasser, Bodenschätze und vor allem fruchtbares Land eine völlig neue Bedeutung. Wenn es also vor der eigenen chinesischen Haustür schlecht aussieht, warum nicht mal einen Blick nach Afrika wagen? Oder äthiopisches Ackerland, das früher den einheimischen Farmern gehörte, mit riesigen westlichen Landmaschinen plätten, um massenweise Reis anzubauen?

    Claus Kleber im Gespräch mit äthiopischen Bauern.

    Am beeindruckendsten finde ich aber nach wie vor den zweiten Teil der Dokumentation, der von 'Militärs an der Klimafront' handelt. Klar, die Polkappen schmelzen. Aber wem gehören eigentlich die Unmengen an wertvollen Bodenschätzen, die in der Tiefsee unter dem bislang ewigen Eis liegen? Der Streit beginnt schon, bevor das Eis überhaupt ganz abgetaut ist. Auf Putins Befehl hin, tauchte ein russischer Polarforscher 4000m tief, um auf dem arktischen Meeresboden eine russische Flagge anzubringen! Kanada gefällt das ganz und gar nicht...

    Es ist wirklich erstaunlich und zutiefst erschreckend, wie die Staatengemeinschaft auf die Veränderungen des Klimawandels zugeht. Ausbeutung und Konflikte scheinen in Zukunft noch zuzunehmen, wenn ein jeder Staat um sein Überleben kämpft.

    Es stimmt mich traurig, solche Entwicklungen zu beobachten. Ich habe gehofft und ich hoffe es auch noch immer, dass solch eine globale Herausforderung die Länder dieser Erde zusammenschweißt und ihnen ein Gefühl von Zusammengehörigkeit vermittelt. Stattdessen schlagen sie sich die Köpfe ein, noch bevor das Szenario richtig startet.

    Ich empfehle euch, diese Dokumentation anzusehen und würde mich freuen, wenn wir dazu eine kleine Diskussion zustande bringen könnten! ;o)

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    Dokumentation und Bilder gibt es auf der Homepage von 3sat hier zu sehen.

Kommentare

14 Kommentare
  • Taki
    Taki Traurig wo Geld und Macht sitzen
    20. Mai 2012
  • Anni09
    Anni09 Am Ende muss eben immer der kleine Mann herhalten. Das war so und wird auch immer so sein. Traurig und ungerecht aber wahr :(

    Der Mensch hat in meinen Augen die Berechtigung auf diesem Planeten zu leben verloren, oder zumindest ein großer Teil der...  mehr
    20. Mai 2012
  • LarissaKlemme
    LarissaKlemme Sehr guter Tipp! Ich werde mir die Dokumentation auch auf jeden Fall ansehen. Bis jetzt habe ich noch gar nicht mitbekommen, dass sich die Länder um die Ressourcen streiten! Meiner Meinung nach ist es total wichtig, dass diese Tatsachen schnell an di...  mehr
    21. Mai 2012
  • Himbeere
    Himbeere Ich habe einen Lachflash bekommen.... Das ist so traurig, dass es schon wieder lustig ist. Bei so viel Menschlichkeit hilft nur Zynismus.
    In den Dauerfrostböden Russlands gibt es auch viele Bodenschätze...
    Ist doch toll wenn wir es jetzt noch le...  mehr
    21. Mai 2012