Berichte

Wachstum ist unser Sauerstoff!?

  • Die Grenzen des unendlichen Wachstums, auf dem unser System beruht, sind näher als wir denken. Wie kann eine Gesellschaft überleben, wenn sie ihre eigene Basis dermaßen zerstört? Gar nicht! Was also muss sich ändern bzw. was wird sich wohl nicht ändern? Vieles!

    Schon 1972 wurde diese Frage gestellt. Heute ist sie zwar beantwortet, aber die Lösungsansätze lassen weiter auf sich warten oder werden ignoriert bzw. schwach umgesetzt. Es ist genau das eingetreten, was der „Club of Rome“, eine Vereinigung von Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kultur, Wirtschaft und Politik aus allen Regionen unserer Erde, damals in der Studie veröffentlichte. Ziel dieser Vereinigung, die 1968 in Rom ins Leben gerufen wurde, sich für eine lebenswerte und nachhaltige Zukunft der Menschheit einzusetzen.

    Nun erschien der Folgereport „2052: Eine globale Vorhersage für die nächsten 40 Jahre“ und prophezeit massive Schäden für Mensch und Planet, auch wenn das wirtschaftliche Wachstum sich ein wenig abgeschwächt hat. Was will uns diese neue Studie sagen?

    Im Endeffekt, dass wir auf dem komplett falschen Weg sind. Ewiges großes Wachstum, wie es weltweit propagiert wird, ist eine Sackgasse. Zum einen weil das Entwicklungspotenzial der Volkswirtschaften früher oder später stagniert und zum anderen, weil wir von Grund auf unsere eigene Lebensgrundlage zerstören. So schädige die Wirtschaft mit ihrem Wachstum immer noch das Klima und die Natur, obwohl die Ausbeutung von Rohstoffen oftmals schon keinen reinen Gewinn mehr einbringt.

    Der Klimaforscher Randers bringt es grundlegend auf den Punkt: "Die Menschheit hat die Ressourcen der Erde ausgereizt und wir werden in einigen Fällen schon vor 2052 einen örtlichen Kollaps erleben", sagte Randers bei der Präsentation der Ergebnisse in Rotterdam. "Wir stoßen jedes Jahr zweimal so viel Treibhausgas aus, wie Wälder und Meere absorbieren können."

    Auch wenn der Bevölkerungszuwachs früher als erwartet bei rund 8,1 Milliarden stagnieren wird, weil die Geburtenzahlen der zu immer größeren Anteilen in Städten lebenden Weltbevölkerung dramatisch fallen wird, ist das kein großer Hoffnungsschimmer. Denn 8,1 Milliarden Menschen wollen konsumieren – also leben.

    Hinzu kommen die sozialen Spannungen zwischen Armen und Reichen, die aufgrund des langsameren Wachstums weiter ansteigen werden. Als Gewinner des Ganzen werden nicht die aktuellen Eliten der Welt wie USA und Europa sein, sondern China und die sogenannten „Brise-Staaten“, also Brasilien, Russland, Indien, Südafrika usw.).

    Weiter sagt die Studie, das die globale Erderwärmung ab einem gewissen Zeitraum ein Selbstläufer ist, da die Reduktion der Treibhausgasemissionen bis 2030 nicht erreicht wird, sondern weiter zunehmen wird. Dies sei 15 Jahre zu spät, um den Selbstlauf des Klimas zu verhindern. Als Folge würde der Meeresspiegel um einen halben Meter ansteigen, die Arktis im Sommer eisfrei sein, es werde mehr Dürren, Fluten und Insektenplagen sowie Wirbelstürme geben.

    In der Studie wird zudem auf eine Revolution der jungen Generation eingegangen, die sich die Umweltsünden der „Alten“ nicht gefallen lassen wird. Der Vergleich mit 1848 gegen das feudale Herrschaftssystem wird hier genutzt. So soll ein Umschwung stattfinden, der die Kultur des Konsums auf eine nachhaltigere Wirtschaft umsetzt. Zudem wird die Jugend es früher oder später nicht mehr hinnehmen, dass eine so enge Verzahnung von Regierung und Wirtschaft stattfindet und dass sich das Wohl einer Gesellschaft von einigen Eliten in eben diesen beiden Institutionen entscheidet.

    Unabhängig von dieser Studie ist es heute schon zu erkennen, dass der „Club of Rome“ mit seinen Einschätzungen wohl früher oder später Recht behalten wird. Auch wenn vielleicht einiges utopisch erscheint, so sind die Anzeichen nicht zu übersehen. Der Ölpreis, Finanzkrise in Europa und zunehmende Umweltkatastrophen in allen Teilen der Welt sind zur Normalität für uns geworden. Die Frage ist nun, was wird alles noch eintreffen?

    Dieser Bericht ist ebenfalls auf meinem Blog erschienen - peterjelinek.wordpress.com - schau doch mal vorbei! :)

    JohannesB, micah, anni95 und ich gehen in dem Video Faktor 4,44 genauer auf eine solche Problematik ein. Hier noch einmal das Video:

    Quelle: Süddeutsche / Tagesschau

    Bild: © Peter Jelinek

Kommentare

5 Kommentare
  • JohannesB
    JohannesB Eine verdammt spannende und ziemlich dramatische Studie.
    Danke für den Bericht, Peter!
    Wir leben über unsere Verhältnisse, das ist zwar nichts neues, aber es wird immer deutlicher und spürbarer.

    In der Studie wird ja v.a. der forts...  mehr
    8. Mai 2012
  • Anne95
    Anne95 Oh Mann, bald haben wir es echt geschafft... Wieso kriegen wir das nicht endlich in den Griff?!?! Schlimme Fakten aber der Artikel ist echt gut geschrieben! :-)
    8. Mai 2012
  • midori
    midori pssscht .. Peter.... die heißen offiziell BRICS Staaten ;o) Aber behalts für Dich! ;o)
    9. Mai 2012
  • Taki
    Taki Um sowas zu verhindern sollte man das Bedingunglose Grundeinkommen eiführen.
    9. Mai 2012