Berichte

Immer mehr und mehr - wie wir nicht aus unseren Fehlern lernen

  • Neue Regeln sollten das Geschäft mit dem Öl in den USA sicherer gemacht haben. Auf dem Papier hat sich wohl viel getan. Konzerne müssen strengere Auflagen bei der Beantragung neuer Bohrlizenzen und beim Bau der Bohrlöcher beachten und bekommen nur den Zuschlag, wenn sie anscheinend für den absoluten Notfall vorbereitet sind.

    So viel zur Theorie. Man sollte nun denken, das die größten Ölkatastrophe der USA, welche auch gleich ihre größte Umweltkatastrophe war, dem Land und speziell der Regierung zu denken gibt. Das tat es wohl auch, aber lediglich nur einige Monate.

    Es hat gerade einmal zwei Jahre gebraucht, bis das Thema vom Tisch ist. Gründe gibt es viele. Da haben wir den Wahlkampf, die hohen Spritpreise, die Öl-Lobby und die Republikaner. Viele der Aspekte fallen immer wieder zu einem Thema zusammen – Wahlkampf. Denn während das Land die höchsten Spritpreise seit Jahren verbucht, die Wirtschaft immer noch stockt und die Republikaner im Nacken sitzen, muss sich ein Präsident Gedanken machen, wie seine Wiederwahl gesichert werden kann.

    Auch wenn ganze Existenzen von Fischern, Hotel- und Restaurantbesitzern und vielen mehr, scheint der Frust dieser Menschen wohl verblasst angesichts der Einigung mit BP. Rund 116.000 Menschen haben sich mit BP geeinigt und BP kommt mit einer Zahlung von rund 7,8 Milliarden Dollar davon – Thema abgeschlossen, auch für die Regierung.

    Denn mittlerweile laufen wieder mehr als 40 Bohrinseln vor der Küste heiß, was nur 10 weniger sind als zu besten Zeiten. Die Zahl der neu erteilten Bohrlizenzen in Tiefseegebieten ist ebenfalls sprungartig angestiegen. Die Gründe liegen, wie schon oben erwähnt, am Thema Benzinpreis und Wahlkampf.

    Branchenvertreter der Öl-Lobby beklagen die schleppende Vergabe von Lizenzen und die Republikaner lassen keine Wahlkampfansage ohne das Thema Ölbohrungen aus. „Drill, baby, drill“ heißt ihr Schlachtruf, der vor allem im Süden des Landes auf eine große Begeisterung trifft. Neben dem umstrittenen Projekt „Keystone XL“, welches Öl aus Kanada in den hungrigen Süden bringen soll, steht Fracking und natürlich Tiefseebohrung auf der Agenda der Republikaner.

    Auch wenn Obama sich der grünen Energie versprochen hat, so kann und wird er sich nicht dem Thema verschließen können. Denn die historisch hohen Benzinpreise sind nun mal momentan elementarer für die Bürger Amerikas und Umweltschutz kann man ja auch später betreiben, nicht wahr Herr Präsident?

    Dieser Beitrag ist auf meinem Blog - peterjelinek.wordpress.com - erschienen. Schau doch mal vorbei :)

    Quelle: http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-03/bp-oel-golf-von-mexiko/seite-2

    Bild: National Geographic Stock / Tyrone Turner / WWF

Kommentare

8 Kommentare
  • MayasLola
    MayasLola Tja, solange es den Amis noch ganz gut geht, interessiert sie der Rest nicht wirklich. Hauptsache bei ihnen fließt das Geld noch. Der Rest ist egal, schadet ihnen ja schließlich nicht, wenn irgendwo mal wieder Öl in das Meer fließt....  mehr
    25. April 2012
  • Anne95
    Anne95 Jedesmal wenn so eine Katastrophe passiert mache ich mir dieselben Gedanken: Wieso schaffen die es nicht mal, ernsthaft eine Lösung zu finden? Für mich sieht es immer so aus als würden die nicht wirklich meinen was sie sagen... Oder es ist ...  mehr
    25. April 2012
  • Gluehwuermchen
    Gluehwuermchen Tja...weil es überall noch ums Geld geht....Geld, Geld, Geld...den Leuten in den Anzügen ganz oben im Geschäft, die interessieren sich eben leider nicht dafür, was aus der Welt wird.
    Es gibt Alternativen zu Öl - aber die bringen k...  mehr
    25. April 2012
  • Eigen91
    Eigen91 Man darf auch nicht vergessen, dass das Öl auch weltpolitisch eine große rolle spielt... Deswegen wäre es ja riskant für die Amerikaner, wenn sie das Risiko eingehen würden und alternative Energiequellen integrieren würde. O...  mehr
    26. April 2012