Berichte

Amazonasurwald und Inkaruinen

  • Liebe Community,

    meine Reisezeit naehert sich rasant ihrem Ende. Nur noch eine Woche bleibt mir... Die Abenteuer in Peru waren aber noch einmal ein wirkliches Highlight. Ich wuensche euch viel Spass beim Lesen. Bis bald, Euer Johannes

    Amazonasurwald und Inkaruinen

    Anden und Amazonas. Es ist beeindruckend wie nahe diese zwei Naturparadiese im Westen Suedamerikas beeinander liegen. Auf meiner vorletzten Reisestation in Peru bekomme ich fuer gut eine Woche von beiden Lebensrauemen und deren Bewohnern einen Eindruck.

    Ueber die 6,5 Millionene-Einwohner Metropole Lima geht es zunaechst fuer drei Tage in den Osten Perus nach Puerto Maldonado. Nahe der bolivianischen Grenze im Gebiet Madre de Dios erstrecken sich bereits hier riesige Amazonasurwaelder, was der Blick auf den Dschungel und die braunen, meandrierenden Fluesse schon beim Anflug verraet. Per Kanu geht es weiter in meine Unterkunft. Eine Lodge mitten im Dschungel, am Sandoval See gelegen. Das Gewaesser hat einene Durchmesser von drei Kilometer, Motorboote sind nicht erlaubt um die hiesige Natur bestmoeglich zu schuetzen. Bereits auf der Hinfahrt bekomme ich die seltene Gelegenheit die ansaessige 9-koepfige Riesenotterfamilie beim Fischfang zu beobachten.

    Spaeter am Abend fuehrt Guide Jose meine zwei suedafrikanischen Begleiter und mich hinaus in den Dschungel um im Daemmerlicht nach Taranteln, Baumschlangen und Froeschen Ausschau zu halten. Tatsaechlich entdeckt er nach einiger Zeit eine ausgewachsene Tarantel, im Durchmesser weit groesser als meine Handflaeche...

    Am zweiten Tag werde ich waehrend einer mehrstuendigen Urwaldwanderung Zeuge der enormen Artenvielfalt hier im Tambopata-Schutzgebiet. Vor allem die Anzahl an teilweise riesigen Insektenarten, etwa die groesste, acht Zentimeter lange Bulldogameise, und Vogelarten ist beeindruckend. Gleich vier verschiedene Papageienarten sehe ich im Verlaufe der Wanderung, darunter auch den groessen blaugelben Ara.

    In der Daemmerung geht es am Abend noch einmal auf den See hinaus. Zwei Affenarten kann ich vom Boot aus am Ufer beobachten, auf die dritte macht uns Jose aufmerksam. Aus der Ferne schallen laute Rufe aus dem Dschungel, Bruellaffen wuerden so ihr Revier abgrenzen, erklaert mein Guide. Im Daemmerlicht taucht wenig spaeter ein fuenf Meter langer Schwarzer Kaiman vor dem Boot auf. Faszinierend wie seine Augen im Licht der Taschenlampe leuchten. Die bis zu sechs Meter langen Kaimane und gleich vier Piranhaarten sind Grund genug im Sandoval See nicht Baden zu gehen. Wie ich hier erfahren durfte, ist dies aber auch nicht noetig um der ueppigen Flora und Fauna in den abgeschiedenen Urwaeldern Amazoniens naeher zu kommen.


    Ueber die historische Altstadt von Cusco fuehrt mich meine Reise zwei Tage spaeter geradewegs in die Anden. Gemeinsam mit drei Kanadiern und gleich sieben Traegern sowie Guide Antonio startet das Abenteuer 4-Tages Inka Trail bei Kilometer 82. Auf dem Weg in die verlorene Inkastadt Machu Picchu legen wir an den folgenden vier Tagen insgesamt 45 Kilometer zurueck. Guide Antonio beschreibt die Tage schon zu Beginn treffend. Training, Anstrengung, Bergdschungel und unvergessliche Blicke. Dies seien die Profile der einzelnen Tage. Waehrend Tag eins noch ueber relativ flaches Terrain verlaeuft, ueberqueren wir am Mittag des zweiten Tages den 4215 Meter hohen Warmiwanuscca-Pass, bevor uns der dritte Tag durch die Bergregenwaelder der Anden schliesslich immer naher an das Ziel heranfuehrt. Waehrend der gesamten Zeit bin ich nicht nur beeindruckt von der enormen Kraft der teils ueber 60-jaehrigen Traeger, sondern vor allem von der Qualitaet und Vielfaltdes Essens. Ob Kuchen, Pastete oder Omelett - es ist kaum zu glauben was unser Koch - ohne Tisch bzw. Herd drei mal taeglich in der Feldkueche zubereitet. Am abschliessenden Tag erreichen wir nach zwei weiteren Stunden das beruehmte Sonnentor, bevor ich bei Sonnenaufgang einen ersten, einzigartigen Blick auf Machu Picchu und die umliegenden Berghaenge werfen kann. Am Mittag erkunden wir mit Guide Antonio die Stadt und deren aussergewoehnliche Architektur. Mehr als einmal stelle ich mir vor wie das Leben und Handeln der Inka vor rund 500 Jahren hier von Statten gegangen sein muss.

    Am Nachmittag geht es schliesslich mit dem Bus in die Talstadt Aguas Calientes und von dort mit dem Panoramazug zurueck nach Cusco. Das Erlebnis Inka-Trail und die Blicke auf die erst 1915 entdeckte Inkastadt Machu Picchu zaehlen sicherlich zu den Hoehepunkten meiner Reise, nicht zuletzt deshalb weil die Einfachheit des Zeltens - ohne warmes Wasser oder Strom - die Augenblicke in meiner Gruppe noch authentischer und lebendiger macht. Auch ich habe im Vorfeld meiner Reise viele Bilder in Buechern oder Fernsehen ueber die alte Ruinenstadt gesehen. Doch der Blick, der sich mir nach vier Tagen Wanderung auf Machu Picchu und die Umgebung eroeffnet, ist besser und beeindruckender als ich es mir vorstellen konnte. Ein wuerdiger Abschluss meiner grossartigen Zeit hier in Peru.
     

Kommentare

8 Kommentare
  • cappuccino
    cappuccino an den Amazonas würde ich auch gerne :) komm gut heim!
    22. April 2012
  • LaLoba
    LaLoba Wow jetzt bin ich echt neidisch! Peru steht bei mir schon seit Jahren ganz oben auf der unbedingt-hinwoll-Liste. Naja vielleicht wird ja nochmal was draus nach dem Abitur. Vielen, vielen Dank für die regelmäßigen Berichte! Und ich wün...  mehr
    22. April 2012
  • Puma
    Puma Hört sich echt klasse an!!!Ich bin neidisch!!Aber so richtig!!!Aber es hat sich auch anstrendgend angehört.Die Eindrücke haben dich aber bestimmt dafür entschädigt!!!!
    22. April 2012
  • Cata
    Cata Genieß deine letzten Tage. deine Erlebnisse hören sich super an. Man kann richtig neidisch werden! :) viel spaß noch
    23. April 2012