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Warum wir in die Dusche pinkeln und unsere Brillen auf Safari schicken sollten

  • Der Osterhase war dieses Jahr besonders nett und hat mir ein wirklich empfehlenswertes Buch ins Nest gelegt: 

    "500 junge Ideen, täglich die Welt zu verbessern", herausgegeben von Shary Reeves (Wissen macht Ah!), Jan Hofer (Tagesschau-Chefredakteur) und Prof. Dr. Dieter Kronzucker (Korrespondent und Moderator). Darin findet man 500 interessante Tipps von Wissenschaftlern und Prominenten, wie man das Leben für die Umwelt, die Mitmenschen und sich selbst jeden Tag ein kleines Stückchen schöner gestalten kann. Klar, vieles wiederholt sich des Öfteren und natürlich sind auch die „Klassiker“ dabei, die den meisten wohl schon zu den Ohren rauskommen (Recyclingpapier und Fahrrad benutzen, Bitte-keine-Werbung-Aufkleber anbringen, Leute auf der Straße anlächeln…). Ich habe aber auch viele für mich neue Vorschläge entdeckt und möchte euch gerne eine Auswahl davon vorstellen. 

    In die Dusche pinkeln - wie ekelhaft?! Ansichtssache. Fakt ist, dass Leute, die jeden Morgen duschen, auf diese Weise gut 4000 Liter Wasser im Jahr sparen können. Wenn du morgens aufs Klo gehst und direkt im Anschluss unter die Dusche springst, kannst du dein (kleines!) Geschäft direkt dort erledigen und musst so keine zusätzlichen sechs bis neun Liter Trinkwasser für die Spülung in die Kanalisation jagen. Und das Klopapier sparst du nebenbei auch.

    Das so gesparte Wasser kannst du dann zum Beispiel für die umweltfreundliche Unkrautvernichtung im Garten benutzen. Teures Chemie-Gift ist völlig unnötig, kochendes Wasser tut es auch. Einfach darauf gießen, beziehungsweise hartnäckiges Unkraut mit tiefsitzenden Wurzeln erst ausreißen und das Wasser dann in das Loch schütten. 

    Was mir, wie ich leider zugeben muss, gar nicht bewusst war: CDs und DVDs gehören nicht in den gelben Sack. Sie bestehen aus wertvollen Kunststoffen und sollten lieber in spezielle Sammelbehälter geworfen werden. Diese findet man in vielen Computer-Fachgeschäften und auf Recycling- und Wertstoffhöfen. 

    Wenn du beim asiatischen Essen auf die Stäbchen verzichtest, trägst du zur Rettung zahlreicher Bäume bei. Allein in China fallen den Einweg-Essstäbchen jährlich 25 Millionen(!) Bäume zum Opfer. Also lieber wieder verwertbare Stäbchen benutzen.

    Einen Abschluss- oder Klassenpulli oder ein solches T-Shirt bekommt wohl jeder im Laufe seiner Schullaufbahn mal (Gerade fällt mir auf, dass ich meinen sogar anhabe). Warum nicht neben dem Spruch darauf auch das Material heftig diskutieren und sich für Fairtrade-Baumwolle einsetzen? Wie du da rankommst erfährst du über den Verein TransFair. Anklicken lohnt sich, dort gibt es noch jede Menge weitere Aktionsideen für Schüler.

    Ein Hobby zu Geld machen - gar nicht so schwer wie man denkt. Hier kannst du dir Sponsoren für alles, was dir in den Sinn kommt (Radtouren, Marathonläufe, Theateraufführungen…) suchen und das Geld dann an eine selbst ausgewählte Organisation spenden. Der WWF ist auch vertreten. Vielleicht eine nette Idee für die nächste Fahrradstaffel?

    Spenden ist sowieso eine tolle Sache - aber es gibt auch einiges zu beachten. So solltest du zum Beispiel nicht nur zum Jahresende oder unmittelbar nach einer Katastrophe, sondern ganzjährig spenden. Viele Organisationen leiden im Sommer unter Geldmangel. Auch solltest du dich auf wenige Organisationen beschränken, da man als Spender meist Infos und Werbepost erhält, was wiederum alles Geld kostet. Ob der Spendenempfänger wirklich seriös ist, kannst du hier nachprüfen. 

    Der Geldbeutel gibt keine Spenden her? Nicht so schlimm, es muss nicht immer Bares sein. Man kann nicht nur alte Handys einschicken: In Afrika werden zum Beispiel dringend unsere alten Brillen benötigt. Dort kosten sie oft circa sechs bis acht Monatslöhne und meist können sich die Menschen nicht einmal die Reise zum nächsten Optiker leisten. Wenn du also noch alte Brillen hast, kannst du sie hier loswerden. Aus deinen alten Turnschuhen zaubert Nike  Sportböden, Spielplatzbeläge und neue Schuhe. Wo du die alten Treter abliefern kannst, erfährst du hier.  

    Eine noch einfachere Möglichkeiten zu spenden: Ich habe heute schon Hungernden Essen zur Verfügung gestellt, einen Quadratmeter Regenwald gerettet, Tierheime unterstützt, zur Finanzierung vom Mammografien beigetragen, für Gesundheitsvorsorge für Kinder in Entwicklungsländern gesorgt, geholfen, Bücher für arme Kinder in den USA zu bezahlen, und mich für zahlreiche weitere Projekte eingesetzt. Und das alles in wenigen Minuten allein durch Mausklicks. Das Prinzip ist ganz einfach: Die Seiten werden von Firmen gesponsert, die dort Werbung machen und für jeden Klick und auch für den Kauf ihrer Produkte etwas an wohltätige Projekte spenden. Also: Mit ein paar Klicks kann man täglich die Welt verbessern. 

    Eine Idee, um andere zum Spenden anzuregen: Eine Box neben den Pfandautomaten stellen, damit Kunden ihre Pfandbons spenden können. Frag doch mal im nächsten Supermarkt nach, ob das dort möglich ist. 

    Aufmunterung gefällig? Auf dieser Nachrichtenseite dürfen nur gute Nachrichten veröffentlicht werden. Natürlich sollten wir die vielen Probleme auf der Welt, die uns die Nachrichten so oft vor Augen führen, nicht ignorieren, aber manchmal braucht man eben ein bisschen Hoffnung…

    Willst du beim Drucken Tinte sparen, kannst du dir Ecofont herunterladen. Diese Schrift enthält kleine, nicht sichtbare Löcher, wodurch eine Menge Tinte gespart wird. Entgegen der Aussage des Buches ist sie jedoch nicht kostenlos. Willst du kein Geld ausgeben, dann verwende einfach die auf den meisten PCs vorinstallierte Schriftart Century Gothic anstatt Arial, so sparst du 30% Tinte. Auch Times New Roman, Calibri und Verdana sind vergleichsweise sparsame Schriftarten. Generell gilt ohnehin: Nur so viel drucken wie nötig und dabei am besten noch durch Bedrucken der Vorder- UND Rückseite und Verkleinerung der Seitenränder Papier sparen. Für das sparsame Ausdrucken von Webseiten findest du hier Hilfe.

    Du streichst dein Zimmer neu? Dann verteile vorher eine Menge Teebeutel (am besten Schwarzer oder Grüner Tee) in dem Zimmer. So werden 90% der in der Farbe enthaltenen giftigen Chemikalien aufgesogen. Aufbrühen solltest du den Tee hinterher allerdings nicht mehr. ;-) 

    Für tierliebe Handwerker: Hier gibt es eine Bauanleitung für eine sogenannte Fledermaustafel.

    Machen dich diese Ideen neugierig? Dann wirst du in „500 junge Ideen, täglich die Welt zu verbessern“ noch viele weitere Anregungen finden. Für Lesefaule gibt es hier alle im Buch genannten Links. 

     

     

Kommentare

36 Kommentare
  • AndreDerWalretter
    AndreDerWalretter Super Beitrag, sehr hilfreich :)
    25. April 2012
  • Chrissi96
    Chrissi96 echt gute Tipps, danke !
    27. April 2012
  • louve
    louve Danke, ich wusste gar nicht, dass es solche Free-Click-Seiten gibt. Die anderen Tipps sind aber auch wirklich nützlich.
    11. Mai 2012
  • Animalfriend
    Animalfriend Hört sich wirklich nach einem interessanten und auch unterhaltsamen buch an...ich glaub ich hab da noch eine Idee, was ich mir zum Geburtstag wünsche...=D
    26. August 2012