Berichte

Das war die Earth Hour in Erfurt

  • Uff. 15,5 kg bringt allein der riesige Rucksack auf die Waage, der Flyer, Lampions und vor allem viele, viele Teelichter enthält. Unmittelbar stellt sich die Frage, warum ich freiwillig mit diesem ganzen Zeug nach Erfurt fahre. Ganz einfach: ES IST EARTH HOUR!
    Windig und kalt ist es, aber zumindest auf Regen dürfen wir zum ersten Mal bei einer Thüringer WWF-Jugend-Aktion verzichten. Das ist doch schon mal sehr positiv. Ebenfalls positiv ist, dass wir 8 Leute sind – so viele waren hier ebenfalls noch nie gemeinsam vertreten. Am Dom geht pünktlich das Licht aus - am Rathaus, wo unser Stand aufgebaut ist, sieht man leider keinen augenscheinlichen Unterschied. Zwei Randbeleuchtunegn werden gelöscht - immerhin besser als nichts.


    Ein paar Passanten kommen vorbei, ihre Auffassungen über Klima- und Umweltschutz sind wie zu erwarten recht unterschiedlich. Von absoluter Begeisterung (sogar eine Veganerin tritt näher) bis hin zum leider ebenso vorhandenen Desinteresse reicht die Spanne der Reaktionen. Sehr im Gedächtnis bleibt uns die Antwort eines älteren Herrn, der erzählt, er fände es so schade, wie wenige Jugendliche sich engagieren würden – umso besser, dass wir es täten. Er sehe tagtäglich, wie junge Leute ihren Müll einfach arglos auf die Straße werfen würden. Dabei ist es doch ihre Zukunft, nicht die seinige.


    Erstaunt und natürlich erfreut bemerken wir, dass ein Großteil der Passanten mit dem Begriff „EARTH HOUR“ etwas anfangen kann. Sie erinnern sich, dass das irgendwas mit Lichtausmachen und Klimaschutz zu tun hat. Uli (midori) spricht uns allen aus dem Herzen, wenn sie sagt: „Es ist schön zu sehen, dass die Earth Hour schon so vielen bekannt ist und das viele das Thema Ernährung so begeistert aufnehmen, weil man da selber so viel beitragen kann.“ Auf der anderen Seite gibt es aber auch Menschen, die sagen, in fast allen Bereichen seien sie bereit, etwas für Umwelt und Klima zu tun – aber nicht beim Essen, das wäre zu vertraut.


    Durchweg die gesamte Zeit sind wir beschäftigt, den Schriftzug immer wieder neu zu entflammen. Zu widerspenstig ist der Wind, zu klein unsere Lichter. Doch Pessimismus macht sich deshalb noch lange nicht breit. Auch das geplante Kerzen-basteln erweist sich als schwierig, da die Wachsplatten wegen der Kälte brechen. Das ist zwar schade, lässt sich aber nicht ändern. Die Polizei, die routiniert meine Personalien aufnimmt (was man hier nicht alles erlebt!) freut sich über unsere Aktion und lacht gemeinsam mit uns über die von einem gelegentlichen „Och, menno!“ unterbrochenen Kerzen-entflamm-Versuche. Immerhin 3 Sekunden brennt auch mal der vollständige Schriftzug.


    Ihr seht – es war ein schöner Abend. Uli fasst es wieder treffend zusammen: „Windig, bitterkalt (ich bin eine Frau und meine Nase ist rot, außerdem ist es selbst dem Wachs zu kalt) und die Rezepthefte waren weg wie warme Semmeln!“
    Vielen Dank an alle, die dabei waren – die nächste Aktion wartet schon!

    Hier findet ihr noch mehr Bilder!
     

    Unser Dom und die Severinkirche

Kommentare

5 Kommentare
  • MJ1499
    MJ1499 Habt ihr doch super gemacht, es sieht wunderschön aus :)

    kleiner Tipp am Rande: Windschutz aus Gläsern/Papier funktioniert eigentlich immer ganz gut, oder ihr legt den Schriftzug das nächste mal zweireihig, dann fällt es nicht so auf,...  mehr
    1. April 2012
  • midori
    midori Danke Dir für den Bericht liebe Phine! Es war wirklich schön, euch alle mal wiederzusehen bzw. neu kennenzulernen! :o) Und die nächste Earth Hour wird garantiert bombastisch! :o)
    1. April 2012
  • Marcel
    Marcel Wirklich wunderschöne Fotos! Und ein klasse Text. Ich finde es super, dass Du die Reaktionen der Passanten so ausführlich beschreibt. Ich kenne die Situation echt gut, wenn man was auf der Straße macht. Eine wichtige Erfahrung ist: Auch we...  mehr
    1. April 2012
  • Rennmaus97
    Rennmaus97 Super :)
    ich denke ihr habt viel erreicht ;)
    14. April 2012