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Zwischen Himmel und Hoelle

  • Liebe Community,

    ich freue mich, dass ich endlich dazu komme den naechsten Reisebericht zu schreiben. Die Vulkane Hawaiis waren wirklich ein faszinierendes Erlebnis. Vil Spass beim Lesen und bis bald :)

    Zwischen Himmel und Hoelle


    Der aktivste Vulkan der Erde - Ein Tag von 37 Stunden


    Wer sagt, dass ein Tag lediglich 24 Stunden haben kann? Auf meinem Weg ueber den Pazifik mache ich Halt auf der Inselgruppe Hawaii. Abflug in Neuseeland ist am Morgen des 24. Maerz, nach Ueberquerung der Datumsgrenze erlebe ich einen Teil des 23. Maerz dann noch einmal. Ein 23 - Stunden Zeitsprung ermoeglicht mir den laengsten Tag meines Lebens, ganze 37 Stunden dauert dieser an.

    Mein Weg fuehrt mich in Hawaii zunaechst in die Grossstadt Honolulu auf der Insel Oahu. Die Hochhaeusrer am beruehmten Waikiki Beach reichen ganz nahe an den von Palmen gesaeumten Strand heran, auf dem sich Tausende - Touristen wie Einheimische - dem Wellenreiten annehmen. Honolulu ist ohne Frage eines der groessten staedtischen Surfparadise weltweit. In den Strassen Honolulus herrscht ein entspanntes "Aloha"-Feeling, fuer Europaer kann dies ab und an auch ein mal ein wenig zu entspannt sein, unterhaelt sich doch die Verkaueferin im Supermarkt ganz locker viele Minuten mit ihrer Freundin, bevor sie die naechsten Kunden bedient. Doch das stoert hier eigentlich kaum jemanden, Hawaii ist nicht gleich USA und der polynesische Einfluss praegt Land und Leute.

    Bei strahlendem Sonnenschein unternehme ich eine Wanderung zum "Diamond Head", dem Hausberg Honolulus wenige Kilometer oestlich des Stadtzentrums. Von hier eroeffnet sich mir ein grossartiger Blick ueber Waikiki und weite Teile Oahus.

    Am naechsten Tag verlasse ich Oahu und fliege per Flugzeug (der Faehrbetrieb ist eingestellt) auf die oestlichste und gleichzeitig groesste hawaiianische Insel "Big Island". Mehr als doppelt so gross als alle anderen Inseln Hawaiis zusammen, besteht die Insel aus gleich fuenf Vulkanen, die Forscher und Touristen aus aller Welt gleichermassen anziehen. Bei der Planung meiner Touren bekomme ich dann doch ein Stueck "typisches Amerika" zu spueren. Busse fahren hier auf Big Island so gut wie gar nicht, Touristen sind hier letztlich auf (meist grosse) Mietwagen angewiesen um die grossen Distanzen zu Vulkanen und Nationalparks zurueckzulegen. Diese bekomme ich aufgrund meines Alters jedoch noch nicht und bin froh, dass ich eine Deutsche aus Hannover im Hostel treffe, mit der ich eine Tour zum Lavafluss des aktivsten Vulkans der Erde, dem Kilauea, unternehme. Unser Guide fuehrt uns ueber eine bizarre Vulkanlandschaft direkt an den heissen Lavastrom heran, der erst vor einer Woche eines der Hauesser nahe des Stromes dem Erdboden gleichmachte. Die orangefarbene Lava, die grosse Hitze und das Knistern des Stromes lassen eine beeindruckende Atmosphaere entstehen, die Tour ist eines meiner Highlights der bisherigen Reise. Es gibt wohl keinen Ort weltweit, an dem Laien so direkt "mit dem Erdinneren" in Kontakt kommen wie hier. Der Lavafluss bewegt sich ausserst langsam aber stetig Richtung Ozean. "Wenn es so weitergeht, trifft die Lava irgendwann Ende April auf das Meer und veregroessert mal wieder unsere Insel", meint unser Guide mit einem Grinsen im Gesicht.

    Am naechsten Tag geht es fuer erneut an den Flughafen. Per Helikopter moechte ich mir noch einmal die Vulkane aus der Vogelperspektive anschauen. Zunaechst macht das Wetter einen Strich durch diesen Plan; der oestliche Teil Big Islands rund um die groesste Stadt deer Insel, Hilo, ist das regenreichste Gebiet der USA. Nach vier Stunden Wartezeit geht es letztlich doch in die Luft und ich bekomme - neben zahlreichen Wasserfaellen und Regenwald - wieder den Lavastrom und den Kilauea - Krater selbst aus der Luft zu Gesicht. Das Ausmass der Lavastroeme - der Kilauea ist seit den 80 er Jahren andauernd aktiv - wird hier besonders deutlich. Ich sehe Strassen und Hausser, ueber die die Lava "gekrochen" ist. Von hier oben wird sichtbar, dass diese Naturgewalt, sei sie auch noch so langsam, eine der wenigen Dinge ist, die der Mensch nicht kontrollieren kann.

    An meinem letzten Tag fahre ich gemeinsam mit meiner Begleiterin auf den weltweit groessten Vulkan, den Mauna Kea, im Zentrum der Insel. Die grossen Observatorien auf 4200 Meter Hoehe bieten Astronomen aus aller Welt tiefe Eiblicke in unser Universum. Die Strasse, die nach oben fuehrt, wird auf etwa 2500 Meter unpassierbar. Regen wird hier zu Schnee und Eis, doch als es gegen Abend aufklart, bietet sich auch von dieser Hoehe ein faszinierender Blick gen Himmel. Die Sterne rund um den grossen Wagen erscheinen, nicht zuletzt aufgrund des fehlenden Stadtlichtes, zumindest ein klein wenig naeher. Es ist der passende Abschluss meiner Zeit hier in Hawaii, die mir bemerkenste Einblicke in das Innere der Erde, aber auch nach "ganz weit oben" ermoeglicht hat.
     

Kommentare

5 Kommentare
  • LaLoba
    LaLoba Wow klingt ja richtig spannend, was du so alles erlebst! Ich glaube, ich fänd es ganz schön gruselig auf einer Vulkan-Insel zu leben...
    1. April 2012
  • midori
    midori Mit Deiner Erzählweise solltest Du eigentlich Autor werden und Bücher schreiben. So wenige Zeile und trotzdem fühlt man sich schon fast wie an Deiner Seite! :o)
    2. April 2012
  • Leoniie
    Leoniie ooo:O ich will auch nach hawai! waum hast du egentlich die reise gemacht?
    4. Juni 2012
  • Himbeere
    Himbeere @Leoniie Du hast dir die Antwort doch schon gegeben - er wollte da hin. XD (nur so eine Vermutung^^)
    9. Juni 2012