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Der selbst erzeugte Strom - ein Trainingsziel der besonderen Art

  • Es ist ein wunderschöner Tag, die Sonne lacht und es ist keine einzige Wolke zu sehen. An so einem Tag fällt es bestimmt nicht so schwer sich die Laufschuhe anzuziehen oder sich aufs Fahrrad zu schwingen, um eine Runde im Park zu drehen. Frische Luft tut schließlich gut, und wer will bei schönem Wetter schon im Zimmer hocken?!
    Aber leider gibt es eben nicht nur diese Art von Tagen, sondern auch die „Es-regnet-in-Strömen-und-es-ist-bitterkalt“-Tage, an denen man sich eigentlich am liebsten im Bett verkriechen will. Ich muss ehrlich zugeben: an solchen Tagen bin ich nicht zum joggen zu bewegen. Da ist es schon angenehm wenn es eine Alternative zum Sport im Freien gibt: ein Fitnessstudio.

    Warum ich euch das alles erzähle? Nun, die Idee die ich euch vorstellen möchte ist eigentlich gar nicht so neu und auch nicht besonders weit hergeholt, aber sie hat ihren Reiz. Es handelt sich um die Frage ob es möglich ist, bestimmte Geräte im Fitnessstudio ans Stromnetz anzuschließen und den Sportler damit zur Energieerzeugung zu nutzen.
    Und die Antwort lautet ganz klar: JA, das geht!

    Ein durchschnittlich trainierter Mensch kann beim Ausdauertraining zwischen 100 und 200 Watt elektrische Leistung erzeugen, das ist gar nicht mal so wenig! Viele der neueren Trainingsmaschinen nutzen bereits die erzeugte Energie um den eigenen Bildschirm und die Funktionen weitestgehend in Betrieb zu halten, aber ein Fintessstudio in Berlin geht noch einen Schritt weiter: in der „Gold’s Gym“ können Trainierende auf Fahrrädern und Cardiogeräten mit der selbst erzeugten Energie ihre Handys, iPods oder MP3-Player aufladen!
    Auch in den USA und China gibt es bereits ähnliche Ansätze.

    Würden also nur 10 Leute täglich 5 Stunden in einem Fitnessstudio trainieren und dabei jeder um die 100 Watt Leistung erbringen, so käme man schon auf 1825 kWh im Jahr. In Anbetracht des durchschnittlichen Stromverbrauchs eines 2-Personen Haushalt in einem Jahr von ca 2700 kWh ist das doch schon ziemlich viel!
    Im Moment gibt es allein in Deutschland ca. 2.500 Fitnessstudios. Also, wenn da mal nicht ganz ordentlich was zusammen kommen würde!
    Auch für Zuhause gibt es bereits Geräte, die die aufgewandte Energie in Strom umsetzten, der dem Benutzer zur Verfügung steht.

    Wenn man noch einen Schritt weitergeht und davon ausgeht, dass der erzeugte Strom ins Netz geführt wird, könnten Trainierende mit ihrem Sport ein richtiges Geschäft machen und sich zumindest einen Teil der Gewinne auszahlen lassen. Ob sich diese Idee für die Fitnessstudio Betreiber wirklich rentiert ist natürlich eine andere Frage. Und mal ganz davon abgesehen würde mir völlig das gute Gefühl des "Selber Strom Erzeugens" reichen!

    Aber natürlich gibt es auch eine Kerhseite der Medaille... Bei beispielsweise Trainingsfahrrädern ist es nämlich so, dass der Stromverbrauch umso höher ist, je größer der eingestellte Widerstand ist. Trainiert man also härter ist es auch der Stromverbrauch größer und „frisst“ fast die gesamte erzeugte Watt Leistung wieder auf.

    Und natürlich darf man auch nicht vergessen, dass Fitnessstudios an sich schon sehr viel Strom verbrauchen, z.B. für die Beleuchtung, Klimaanlagen, Musik und Fernsehen, sowie Schwimmbäder.

    Dennoch, was haltet ihr von dieser Idee? Handelt es sich eurer Meinung nach nur um eine Spielerei, die keine tatsächlichen Auswirkungen auf unseren Stromverbrauch hätte?
    Oder ist es mithilfe technischer Innovationen vorstellbar, dass die Trainingsoasen unserer Zukunft ihren gesamten Stromverbrauch durch die Trainierenden decken?

     

     

    Quellen:
    http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/klima/tid-12546/umwelt-koennen-die-geraete-im-fitnessstudio-strom-produzieren_aid_348290.html

    http://www.energie-bewusstsein.de/forum/index.php?action=vthread&forum=5&topic=399

    http://www.neidgruen.de/2010/03/18/golds-gym-grunes-fitness-studio-erzeugt-strom-selber-video/

Kommentare

9 Kommentare
  • MJ1499
    MJ1499 @Urmel: Okay, wenn ich ins Fitnessstudio muss, dann heißt das eher an die Hanteln -.-
    21. März 2012
  • ursugurke
    ursugurke ich hätte voll gern selber so ein Ding um meinen eigenen Strom zu erzeugen :)
    Dann würde man vielleicht elektr. Energie mal schätzen lernen, wenn man selber dafür strampelt! ;)
    21. März 2012
  • JohannesB
    JohannesB @Franzi: Schöner Bericht! :)
    Die Einspeisung ins Netz lohnt wohl wirklich kaum, aber die Studios könnten ja zumindest ihren eigenen Bedarf damit (teilweise) decken.

    @Momo: Handball wird da auch nicht so arg viel bringen, oder? :P
    22. März 2012
  • Oekojule
    Oekojule Hey cool. Mein Artikel vom Energy Harvesting passt hier auch gut zum Thema. http://www.wwf-jugend.de/leben/energie-sparen/wie-man-den-menschen-erntet;...  mehr
    27. März 2012