Berichte

Wenn Artenschutz gegen Klimaschutz steht

  • Zuerst die guten Nachrichten: Die Stadt Aachen möchte die Windkraftnutzung ausbauen und plant deswegen die Errichtung zehn neuer Windkraftanlagen.

    Die schlechten Nachrichten: Der Standpunkt dieser neuen Windkraftanlagen soll inmitten des Münsterwaldes an der südlichen Grenze Aachens liegen – auf der sogenannten „Himmelsleiter“.

    Ironischer weise sind es also nicht nur Bürgerinitiativen, die gegen den Bau dieser Anlagen protestieren: Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz (Bund) und der Naturschutzbund (Nabu) gehören zu den stärksten Kritikern des Projekts. Sie bemängeln vor allem, dass…

    - 2,5 bis 3 ha Wald gerodet werden müssen
    - Heimischer Wildbestand vertrieben wird
    - Biotope und Bachläufe in Mitleidenschaft gezogen werden
    - Auf der Artenschutzliste stehende Waldbewohner gefährdet werden
    - Vögel und Fledermäuse in den Rotorblättern sterben könnten

    Natürlich spricht aber auch einiges für die Errichtung der Windkraftanlagen. Schließlich müssen die erneuerbaren Energien gefördert werden, wenn wir von Kohle und Atomkraft loskommen wollen. Außerdem versichern die Planer der Anlagen, dass ökologische Ausgleichsmaßnahmen vorgenommen werden: Auf einem Teil der gerodeten Fläche sollen sich nach der Bauphase neue ökologische Strukturen entwickeln können, die den Wald bereichern und dem Wild als Äsungsfläche dienen. Auf besonders schützenswerte Bereiche des Münsterwaldes (wie z.B. ältere Buchenbestände oder das Feuchtbiotop) wird bei der Planung Rücksicht genommen. Durch eine sorgfältige Standortauswahl will man Störungen der Vogelwelt so gut es geht minimieren.

    Jetzt ist natürlich meine Frage: Was meint ihr dazu? Was ist wichtiger: Den Münsterwald zu erhalten oder die Nutzung der Windkraft auszubauen?

    Ich werde derweil Augen und Ohren offen halten und euch informieren, sobald eine Entscheidung gefällt wird ;)

    Quellen:
    Aachener Zeitung
    http://windpark-himmelsleiter.de/

    Bild: Wikimedia Commons
     

Kommentare

8 Kommentare
  • VickyEckert gefällt das
  • Himbeere
    Himbeere Einen Tod muss man sterben.
    19. März 2012
  • Debora
    Debora Das ist absolut widersprüchlich: Erst setzt ihr euch für den Erhalt des Regenwaldes in Brasilien ein, wo 76,5 Millionen Hektar gerodet werden soll, ihr wisst, dass der Teil der Zerstörung des Regenwaldes das Weltklima mit bis zu 28 Milliard...  mehr
    29. März 2012
  • Jonpackroff
    Jonpackroff @Debora Wiefersprüchlich? Keine Spur, sondern konsequent! Die Energiewende ist beschlossene Sache, aber jetzt muss sie noch umgesetzt werden. Dafür brauchen wir, neben den anderen erneuerbaren Energien, auch Windkraft-Anlagen. Desto schneller ne...  mehr
    30. März 2012
  • Philip89
    Philip89 Ich finde, dass auf jeden Fall beide Standpunkte zu verstehen und zu vertreten sind. Es ist wichtig, dass der Wald und sein Ökosystem erhalten bleibt aber genauso wichtig ist es, dass Deutschland und einzelne Regionen in Deutschland ein Zeichen setze...  mehr
    26. April 2012