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Zwerge erobern die Welt

  • Zwerge erobern die Welt - Nanotechnologie
    Kleine Kerlchen mit großem Potenzial

    Nanotechnologie gilt als Technologie der Zukunft. Trotzdem wird dieses wichtige Thema in den Medien selten behandelt. Viele Wissenschaftler sehen in ihr eine Bedeutung so groß wie die Einführung des Handy oder des Computers. Doch was sind ihre Chancen und Risiken?

    Das Wort „Nano“ kommt aus dem Griechischen [nannos] und bedeutet so viel wie „Zwerg“ und bezeichnet als Teil einer Maßeinheit den milliardsten (10-9) Teil. Nanopartikel sind nach der offiziellen Definition kleiner als 100 Nanometer (1 Nanometer = ein millionstel Millimeter). Nanoteilchen eines Stoffes verhalten sich anders und weisen andere mechanische, magnetische oder elektrische Eigenschaften als größere Teilchen bzw. Partikel des gleichen Stoffes. Als Nanotechnologie wird das Forschen, Experimentieren und Konstruieren mit Nanomaterialien bezeichnet.

    In vielen Bereichen der Biologie, Chemie und Physik machen sich Forscher die Eigenschaften und Fähigkeiten von diesen Nanomaterialien zu Nutze: Heutzutage findet ihr Nanotechnologie bereits in vielen alltäglichen Bereichen, z.B. ...

    - im Gesundheitssektor und in Kosmetika (Liposome helfen bei einer besseren & gezielteren Aufnahme von Wirkstoffen, Nanoteilchen in Sonnschutzmitteln dienen als UV-Filter)

    - in Lebensmitteln (Silziumoxid in Nanogröße macht Salz rieselfähiger und Ketchup oder Saucen dickflüssiger)

    - bei der Oberflächenbehandlung (Nanopartikel in Farben machen diese witterungsbeständig und kratzfester; Nano-Beschichtungen machen Oberflächen wie Garagentore selbstreinigend oder antibakteriell; Brillengläser werden durch eine Nanobeschichtung leichter, und kratzsicher und können entspiegelt werden)

    - in der Informationstechnik (zur Verbesserung der Bildschärfe und für niedrigeren Energieverbrauch bei Bildschirmen aller Art; Nano-Kohlenstoffröhren können die Lebensdauer von Lithium-Akkus verbessern) 

    - sowie in der Energie- und Umwelttechnik.

    Ihr seht: Die kleinen Teilchen haben’s drauf! ;-)

    Bei mir zu Hause findet man diese hilfreichen Nanoteilchen bestimmt im Medizinschrank, in der Küche, in unserem neuen Flachbild-TV aber ganz sicher auch an unserem Garagentor: Wir haben letzten Sommer Farbe mit dem mittlerweile relativ populärem „Lotus-Effekt“. Nanoteilchen versiegeln die Oberflächen, sodass Wasser oder schmutz wie bei der Lotuspflanze einfach abperlt.

    „Neben synthetischen, also künstlich hergestellten Nanopartikeln oder natürlichen wie Viren, gibt es auch vom Menschen ausgehende. Dazu zählen Mineralien, Reifenabrieb oder Verbrennungsstäube.“ [Dr. Günther Tovar, alverde 09/2011, S.41]

    Priv.-Doz. Dr. Günther Tovar, 2. Sprecher der Allianz Nanotechnologie der Fraunhofer-Gesellschaft und Dozent an der Universität Stuttgart, sagte in einem Interview, dass die Kombination verschiedener Werkstoffe den größten Teil der Forschung ausmacht. Er beurteilt Deutschland als Vorreiter in der Nanotechnologie, das Bundesministerium für Forschung und Bildung habe die Nanotechnologie-Forschung von Anfang an klug unterstützt. Zudem sei Deutschland führend im verantwortungsbewussten Umgang mit dieser Zukunftstechnologie.

    Zu den Risiken sagt Tovar, dass sie nach der Einschätzung seines Instituts gering sein. Er würde sagen „99 Prozent Chancen und 1 Prozent Risiko“. Zu der Sorge, dass Nanopartikel wie Zinkoxid oder Titanoxid in Sonnenschutzmitteln gefährlich seien, erklärt er, dass alle seriösen Studien dies nicht beweisen konnten und manche plakative Aussagen die Konsumenten verunsicherten. Er hielte Nanopartikel in Sonnencremes für gut, weil sie eine ideale Kombination von Wirkstoffen bieten würden. Sie absorbieren UV-Licht und schützen vor Sonnenbrand, würden jedoch aufgrund ihrer Größe für transparente Cremes sorgen.

    Mein Fazit: Ich denke, dass die Nanotechnolpgie auf jeden Fall Zukunft hat. Sie schaut sich viel von der Natur ab und genau das wollen wir doch, oder? Denn Mutter Natur hat uns den schönsten Planeten im Universum geschaffen, und den sollten wir nutzen und nicht zerstören!

    Ich hoffe, euch hat der Artikel gefallen und sorry für die Überflutung mit Chemie & Physik ;-)

    Bis bald, eure Janine

    P.S.: Stay green <3

    Quellen:
    Zeitschrift Alverde 09/2011, Seite 40-42
    http://de.wikipedia.org/wiki/Nano
    www.nanopartikel.info

    Bildquellen:
    Titel: http://bilder.augsburger-allgemeine.de/img/6129526-1295061054000/topTeaser_crop_Gartenzwerg.jpg
    1. http://www.immo-bau-fuenfstueck.de/content/images/3f765a16cf2df4d460f3906a86d241c5.jpg
    2. http://idw-online.de/pages/de/newsimage?id=58892&size=screen
    3. http://www.farbeundlack.de/var/ezflow_site/storage/images/farbe-und-lack/home/markt-branche/branchenverbaende/nanotechnologie-grosse-sicherheit-fuer-kleine-teilchen/553890-1-ger-DE/Nanotechnologie-Grosse-Sicherheit-fuer-kleine-Teilchen.jpg

    Für mehr Infos:
    Wende dich an die Verbraucherzentralen, sie dienen als Vermittler und Schnittstelle zwischen Industrie, Forschung und Konsument und bieten seriöse Informationen. Für wissenschaftliche Infos schau‘ doch einfach mal auf den Webseiten der Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V. (DECHEMA) oder des Karlsruher Instituts für Technologie vorbei.

Kommentare

6 Kommentare
  • SaveTheWorld.
    SaveTheWorld. Vielen Dank :) Das bedeutet auch für mich einen Erfolg, wenn andere User meine Artikel mögen und es ihnen etwas bringt! Und zu diesem "Klammernabsatz": da hast du vollkommen Recht! :D Ich hab versucht, das etwas zu verbessern!
    5. März 2012
  • MJ1499
    MJ1499 Ja, deutlich superstarke Verbesserung :) jetzt muss ich mich nicht mal mehr anstrengen beim Lesen ;)
    6. März 2012
  • Gluehwuermchen
    Gluehwuermchen Sehr interessantes Thema, danke für den Artikel :) Habe letztens erst noch darüber gelesen.
    Deinen Einsteig finde ich ja raffiniert :D Hätte nie gedacht, dass so ein Artikel kommt. Man klickt den eher an, weil man sich fragt, was Gartenzwer...  mehr
    6. März 2012
  • SaveTheWorld.
    SaveTheWorld. Danke, ihr zwei :) Die Idee mit dem Einstieg kam ganz spontan, aber ich dachte mir, dass viele sich fragen worum es in dem Artikel gehen könnte und ihn deswegen eher lesen. (;
    6. März 2012