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WWF Australien - EURE Antworten

  • Hallo liebe Community,

    am Freitag durfte ich zwei Mitarbeiter des WWF Australien in Sydney treffen. Mit dabei im Gepaeck hatte ich viele Fragen von euch rund um Australien und dessen flora und Fauna - hier kommen die Antworten!

    Zunaechst traf ich mich mit Michael Harte, dem nationalen Marinemanager des WWF in Australien. Er erklaerte mir zuallererst einmal die Hauptprojekte des WWF hier in Down Under: das Korallendreieck (Indonesien, Malaysia, Philippinen Australien..), Fischerei, Klimaschutz und neuerdings eine grosse Antarktiskampagne (ein Blick auf die Website lohnt sich wirklich, die ist super!). Michael erklaerte mit, dass der WWF hier vor Ort mit vielen anderen Organisationen, vor allen Dingen im maritimen Bereich, eng zusammenarbeitet um die Meere moeglichst effektiv schuetzen zu koennen. Die "Leitung" der Arbeit hat der WWF Australien hier zum Beispiel im Suedwesten vor den Gewaessern von Perth uebernommen, generell gilt aber "Arbeitsteilung". Dies gilt auch vfuer das grosse geplante Schutzgebiet rund um den Kontinent, dass die Meere noch besser als bisher schuetzen soll (hier ist auch die Weltbank mit im Boot...).

    Das Ningalo Reef ist, wie Michael mir berichtete, nach einer sehr erfolgreichen Kampagne 2003 und 2004 streng geschuetzt und mittlerweile sogar Weltkulturerbe. Ein Riesenerfolg!

    In Sachen Tourismus muss der WWF hierzulande nicht allzu viel Arbeit investieren, da Oekotourismus in Australien von grundauf (vor allem auch durch die Regierung) einen sehr hohen Stellenwert einnimmt um die Natur nachhaltig zu schuetzen. Generell habe der WWF zur Regierung ein gutes Verhaeltnis, die Zusammenarbeit klappt in weiten Teilen gut und die Grundeinstellung aller Parteien in Sachen Naturschutz sei postitiv.

    Der WWF Australien hat wie ich euch sagen kann uebrigens lange nicht so viele Mitglieger bzw. Unterstuetzer wie andere WWF organisationen. Das liegt laut Michael vor allem an der geringen Bevoelkerung (nur  25 Mio. in ganz Australien), auch fehle der individuelle Unterstuetzung in Form von Spenden im Vergleich zu den USA oder auch Deutschland.

    Umso bemerkenswerter sind daher die grossen Kamapgnen des WWF hierzulande (auch im Tigerjahr war Australien ordentlich beteiligt...). Eine grosse Fischerei-Kampagne mit verschiedenen Supermarktketten ist seit mehreren Jahren mit grossen Erfolg am Laufen (aehnlich wie EDEKa in Deutschland). Die Maerkte verkaufen dort nur den Fisch, den der WWF zum Verkauf empfiehlt. Eine tolle Sache, finde ich.

    Zum Abschluss klaert mich Michael noch ueber die Zusammenarbeit mit der indigenen Bevoelkerung auf. Vor allem in Queensland nahe des GBR seien viele "Traditional Rangers" im Einsatz, mit denen die Zusammenarbeit hervorragend klappe. Generell muesse man mit diesen Leuten nicht viel ueber Naturschutz reden, immerhin leben sie hier schon am laengsten im Einklang mit der Natur...

    Im zweiten Teil meiner Stippvisite im WWF-Buero traf ich Joshua, den Manager fuer "Markets und Sustainibility". Mit ihm unterhielt ich mich vor allem ueber die grosse Beef-Kampagne des WWF australien (ganz aehnlich wie die mit Fisch), die aber aufgrund grosser Kritik vieler Bauern und Landwirte nicht so einfach durchzusetzen ist. Ausserdem sei das Thema "Salz" ein massives Probelm. Der WWF kaempft hier stark gegen die Umweltverschmutzung der Werke nahe des GBR, die ihr Abwasser oft voellig ungeklaert Richtung der Korallenriffe ableiten.

    Die fuer Ende Maerz geplante Earth Hour werde vom WWF unterstuetzt, jedoch von einer anderen Organisation veranstaltet (besondere Aktionen hat der WWF hier nicht geplant...).

    Ein schoenes Thema war auch das Outback und die Stromversorgung im Generellen: Joshua erzaehlte, dass Australien leider nach wie vor sehr abhaengig von Gas und vor allem von Kohle sei. Die Vorraussetzungen fuer Solarenergie seien grossartig, die Foerderung und erst recht die Nutzung aber absolut ungenuegend. "Da sind wir noch lange nicht so weit wie ihr in Deutschland...", meinte Joshua. Die Versorgung im Outbnack laeuft hier fast ausschliesslich ueber Kohle, desto weiter "draussen", desto teurer wird es fuer die entsprechenden Bewohner.

    Zum Abschluss noch der Hinweis zum Thema aktiver Beteiligung hier im Land (die Frage kam ja auch): beide Gespraechspartner waren von dieser Idee sehr angetan. Sie gaben mir mit auf den Weg, dass es zwar nicht sicher sei, ob so etwas beim WWF selbst moeglich sei, dass der WWF Australien aber sehr wohl bei einer Weitervermittlung an eine der wirklich zahlreichen Partnerorganisationen (wie oben beschrieben) behilflich sein kann. Einfach beim WWF Australien hier in Sydney melden (am besten die Mail an Nadja richten und villeicht vermerken, dass ihr diese Infos von mir habt, sie weiss naemlich jetzt wer ich bin...;) und dann weiterschauen.

     

    So, wieder ist eine meiner Stationen zu Ende, ich hoffe ich konnte euch einen kleinen Einblick in die Arbeit des WWF hier in Down Under geben. Viel spass beim Lesen und bei Fragen gerne melden :)

    Viele Gruesse, Euer Johannes

     

Kommentare

7 Kommentare
  • Maddy
    Maddy Wow, vielen Dank für die Antworten! Schade, dass in Australien keine so große Unterstützung vorhanden ist wie in Deutschland, aber umso bemerkenswerter was für eine tolle Arbeit sie leisten :)
    4. März 2012
  • HannaS
    HannaS Ich sage auch danke! Dass das mit der Beef-Campagne im Land des zelebrierten Barbeque schwierig ist, kann ich mir vorstellen...
    4. März 2012
  • Puma
    Puma Danke für die Infos!
    5. März 2012
  • Carina
    Carina Danke für den Bericht! Ich war vor drei Jahren für sechs Monate in Australien und habe dort die Begeisterung für Barbecue hautnah miterlebt - das die Beef Kampagne schwer durchzusetzen ist, glaube ich daher gerne ;). Was ich allerdings toll...  mehr
    5. März 2012