Berichte

Die Bank deines Vertrauens Teil II

  • Eurokrise, Wirtschaftskrise, Bankenkrise?

    Griechenland steht wieder kurz vor der Pleite, die Schuldenlast ist zu groß. Der Groll gegen die Griechen, die ja anscheinend nichts machen, wächst Tag für Tag in unserer Gesellschaft und wir gelten auch noch trotz Zahlmeister als „Buh-Mann“ im Süden Europas – so der aktuelle Stand in unseren Medien.

    Europa, das jahrelang über seine Verhältnisse gelebt hat und es immer noch tut, durchläuft momentan eine mehr als schwierige Zeit. In Zeiten der Globalisierung, in der Schwellenländer reihenweise wirtschaftlich an uns vorbeiziehen, wird uns klar: Wir haben zu gut gelebt und nun kommt die Rechnung.

    Deutschland, das vergleichsweise gut darsteht und der wirtschaftliche Motor in Europa zu sein scheint, wird derweil überall mit Nazi-Deutschland verglichen. Unser Spardiktat, welches wir selber nicht wirklich einhalten, soll am liebsten, laut Bundeskanzlerin, überall durchgesetzt werden. Das hat natürlich für die Wirtschaft in den betroffenen Ländern wie Italien, Spanien, Portugal, Irland und eben Griechenland enorme Auswirkungen. Die Zukunft in Europa sieht wirtschaftlich und damit sozial düster aus. Überall gehen die Bürger auf die Straße und das auch ihr gutes Recht. Denn wer auf einmal 30 Prozent oder mehr seines Gehalts einbüßt, bei gleichbleibenen Preisen, der weiß eben nicht mehr wohin im Leben.

    Schon vor über einem Jahr, als die Eurokrise genau so vorherrschte wie heute, habe ich über die moralischen Werte von Banken geschrieben. Denn mit der Bankenkrise nahm die Eurokrise erst richtig seinen Lauf. Die Immobilienblase in Spanien und Irland platze, die Wirtschaft brach ein, die Kredite in vielen Ländern konnten nicht mehr mit neuen Krediten bedient werden, weil die Banken ebenfalls pleite waren. Es war ein Teufelskreislauf und die Banken, die jahrelang diesen Exzess unterstützten, ja sogar gefördert haben, sahen sich am Abgrund.

    Moralische und ethische Bedenken gab es keine. Das billige Geld war für jedermann zu haben und nun, in Zeiten der Banken- und Eurokrise retteten Steuergelder reihenweise Bankenhäuser, die heute teilweise wieder Milliarden verdienen oder neues Geld benötigen.

    Damals habe ich mich gefragt, gibt es die Bank deines Vertrauens überhaupt noch? Volksbank und Sparkasse haben ebenso mit gewettet und gezockt wie Deutsche Bank oder Commerzbank – wo also hin mit dem Geld? Denn ohne Bank geht heute ja nichts mehr in unserer Gesellschaft. Gehälter werden nicht mehr in Bar ausgezahlt. Handy- oder Mietvertrag benötigen ebenfalls ein Bankkonto.

    Also beschloss ich damals einen Schlussstrich zu ziehen und entschied mich die Bank zu wechseln. Von der Commerzbank sollte es zur EthikBank gehen, welche das Girokonto im ersten Jahr kostenlos anbieten und ab dann jeden Monat 2Euro kostet. Das Problem an der Sache, es kostet echt viel Zeit und auch Nerven. Denn das Konto muss relativ aufwendig eröffnet werden, das Alte zu einem gewissen Datum gekündigt und die Gläuber nach und nach über das neue Bankkonto in Erfahrung gebracht werden. Da darf kein Fehler passieren, sonst kommen die Mahnungen.

    Aber warum gerade die EthikBank und keine Andere? Was gibt es überhaupt für Alternativen zu Deutsche Bank oder Commerzbank?

    Nun, Alternativen gibt es genug, doch muss jeder für sich selber wissen was er möchte. Dafür hier mal eine Übersicht:

    Die Umweltbank:

    - Girokonto: Nein
    - Tagesgeldkonto: Ja
    - Sparkonto: Ja

    „Wir garantieren, dass jeder bei uns angelegte Euro nur in Umweltprojekte nach den genannten Kriterien fließt.“
    Kontrolliert wird dies durch einen unabhängiges Kontrollgremium – dem Umweltrat. Über einen jährlichen Bericht wird genau gezeigt, wohin Kredite vergeben werden. Und laut der Bank selber sollen so „viele Umweltprojekte wie nur möglich…“ gefördert werden.

    Hier geht’s zur Umweltbank

    Die GLS Bank:

    - Girokonto: Ja
    18-27 Jahre kostenlos (Jungeskonto) danach 2€/Monat
    - Tagesgeldkonto: Ja
    - Sparkonto: Ja

    „Ziel unserer Tätigkeit ist eine nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft und unserer Lebensgrundlagen. Geld verstehen wir dabei als ein soziales Gestaltungsmittel.“
    Diese Bank hat neben dem ökologischen auch den sozialen Zweck. „Dabei ist wirtschaftlicher Gewinn eine Folge, aber niemals alleiniger Zweck unserer Aktivitäten.“

    Hier geht’s zur GLS Bank

    Die EthikBank:

    - Girokonto: Ja
    18-24 Jahre 2€/Monat, danach 5€ (erste Jahr kostenlos)
    - Tagesgeldkonto: Ja
    - Sparkonto: Ja

    „Die EthikBank vergibt keine Kredite an Unternehmen und kauft keine Aktien oder Anleihen von Unternehmen, die Militärwaffen herstellen oder vertreiben, Atomkraftwerke besitzen oder betreiben, Pflanzen oder Saatgut genetisch verändern, Ozonzerstörende Chemikalien herstellen oder vertreiben, Kinderarbeit zulassen, Tierversuche bei Kosmetika durchführen, eklatante Bestechungs- oder Korruptionsfälle vorweisen oder erklatante Verstöße im Umgang mit Menschenrechten vorweisen“

    Hier geht’s zur EthikBank

    Meine persönliche Entscheidung, die EthikBank zu nehmen, resultiert aus deren konsequenteren Umsetzung von Kreditvergaben, der Kontoführung und die Möglichkeit, bei rund 19.000 Bankautomaten in Dt. abzuheben, sowie im Ausland mit einem Aufschlag von max. 1 Prozent. Es war mir seit langem ein Anliegen diesen Schritt zu machen und ich bin jedes mal stolz, wenn ich mit meiner Bankkarte in der Bio-Company, im Al Natura oder sonst wo einkaufe. Sich zu 100 Prozent ökologisch zu bewegen bzw. zu leben ist kaum möglich, doch vieles davon ist machbar! Auch wenn es nur die Bank ist, der man vertraut.

    Bild: Peter Jelinek
     

Kommentare

7 Kommentare
  • micah
    micah Hmmm, wenn ich mir das so durchlese frag ich mich warum du nicht die GLS Bank genommen hast? Da ist das Konto doch noch länger kostenlos und später billiger... Weil die Ethikbank konkreter schreibt, was sie nicht unterstützt?
    2. März 2012
  • Peet
    Peet @micah: Weil die EthikBank mehr Bankautomaten zur Verfügung hat bzw. dies über die Volksbank tätigt, die mehr bietet und zudem im Ausland die Kosten niedriger sind für\'s Abheben von Geld.
    2. März 2012
  • micah
    micah achso, macht sinn. außerdem klingt ethikbank natürlich auch viel cooler ;)
    2. März 2012
  • HannaS
    HannaS Ganz wichtiger Bericht - schließlich ist es doof, wenn wir uns abmühen, so ökologisch wie möglich zu leben und unser Geld wird dann ins Gegenteil investiert... Gut, wir sind wohl nicht die Zielgruppe "Großanleger", abe...  mehr
    4. März 2012