Berichte

Von Liebe und dem Sinn des Lebens

  • Betreten wir einen Pfad abseits von Fakten, Studien und Schlagzeilen.

    „Klingt schwer nach Off-topic“, werden die ersten jetzt vermutlich denken.“Allein diese Überschrift schon. Kommt da nun eine religiöse Predigerin oder wässriges Eso-Geschwafel?“

    Falls du das gedacht hast: Es würde mich nicht wundern. Menschen, die „mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehen“ haben eine kategorische Abneigung und Anti-Haltung gegen alles entwickelt, was irgendwie vergeistigt klingt.
    Nur, warum eigentlich?

    Die meisten von euch sind religiös oder anderweitig spirituell orientiert. Das ist nur natürlich.

    Der Mensch ist ein sehr komplexes Wesen. Die Biologie des Menschen füllt dicke Bücher, will man sie erklären und verständlich machen. Der Mensch breitet sich auf dem ganzen Planeten aus, sowohl auf der Erde als auch in der Luft und im Wasser. Wir Menschen haben uns scheinbar unabhängig gemacht von der Natur: Elektrisches Licht, Computer, Supermärkte mit Nahrungsmitteln, Verkehrsmittel und ein Kommunikationsnetz über den ganzen Globus.

    Wir hier in der WWF Jugend sind uns in einem Punkt ganz sicher einig: Die Einstellung und Lebensweise des Menschen haben den Planeten beträchtlich beschädigt und zwar bis hin zu einem Maße, dass das Überleben von uns Menschen und vielen anderen Lebensformen langfristig infrage steht.
    Nun frage ich dich: Warum hast du dich hier angemeldet? Warum ist dir der Naturschutz wichtig? Die wenigsten werden hier tätig sein, weil sie Angst ums nackte Überleben haben.
    Den meisten – und so auch mir - liegt unsere Welt am Herzen. Wir lieben Tiere, Pflanzen und unberührte Wildnis. Wir wollen, dass die Menschheit aufhört, Lebensformen auszurotten und Wasser, Luft und Erde zu vergiften. Wir wünschen uns, dass die Regierungen der Welt Frieden schließen und sich zusammentun um Maßnahmen ins Leben zu rufen, die den Wahnsinn des Zerstörens auflösen und konstruktiv die Lage unserer Welt verbessern.

    Ja, der Mensch ist ein komplexes Wesen. Wir sind weit mehr als nur funktionierende Bioroboter. Wir haben Gefühle und wir haben Bewusstsein - etwas, was von der Wissenschaft bisher nicht klar definiert, lokalisiert und analysiert werden konnte.

    Wir empfinden Liebe dem Leben und der Natur gegenüber. Die meisten Menschen gehen davon aus, dass sie eine Seele besitzen und dass es mehr gibt, als unsere von uns so wahrgenommene, kurze Lebensspanne. Und das, obwohl es nicht „wissenschaftlich bewiesen“ ist. Manche gehen sogar davon aus, dass auch Tiere, Pflanzen oder vielleicht sogar die Erde als Ganzes eine Seele besitzen.

    Doch warum das alles jetzt, fragst du dich?

    Es ist lohnenswert, wenigstens ab und zu eine etwas andere Sichtweise auf unsere Welt einzunehmen, als normalerweise im Alltag der Fall ist.

    Einerseits ist es philosophisch, andererseits aber wiederum essenziell:
    Unser komplexer Menschenverstand erlaubt uns „warum“ zu fragen. Und das tun die Menschen seit langem.

    Warum wollen wir die Natur schützen? Warum sehnen wir uns nach ihr? Warum ist es so weit gekommen, dass wir mit Krankheit und Zerstörung kämpfen müssen?
    Was ist der Sinn hinter unserem Dasein und den Entwicklungen dieses Planeten?


    Selbst den nicht-religiösen unter uns ist sicher einmal die Frage gekommen, warum es eigentlich Leben gibt, woher das Universum kommt und ja...wo genau ist unser Universum und unsere kleine, bedrohte Welt eigentlich?
    Wer hat sich das alles ausgedacht? Ist doch irgendwie komisch oder nicht?! Zumindest äußerst faszinierend!

    x)

    Wir kämpfen auf einem bedrohten Planeten um Frieden und Respekt innerhalb einer Galaxie mit etwa 300 Milliarden Sternen und wiederum unvorstellbar vielen Himmelskörpern. Und diese Galaxie ist nur eine von unendlich vielen. Und wenn das Universum endlich ist, wie viele Universen gibt es und wo sind sie?
    Sind wir wirklich alleine in einem so gigantisch riesigen Universum mit unserem, größenmäßig gesehen, winzig kleinen, verschmutzen Planeten?

    Wofür kämpfen wir, wenn wir doch „sowieso“ früher oder später sterben?

    Fragen über Fragen...die scheinbar zu nichts führen, nicht wahr?

    Aber genau das treibt den Menschen um: Seit Jahrhunderten versucht er, das Leben zu verstehen, wie es funktioniert, was seine Gesetzmäßigkeiten sind. Die Wissenschaft forscht und forscht. Philosophen, Theologen, Esoteriker versuchen ebenfalls Antworten zu finden und Parawissenschaftler kümmern sich um „ungeklärte“ Phänomene wie z.B. Telepathie, Kornkreise, Ufos  und so weiter. Die Liste kann beliebig erweitert werden, doch eins wird aus alledem sichtbar:

    - der Mensch möchte das Leben verstehen

    - der Mensch fühlt ab einem bestimmten Punkt, dass er   mehr sein muss als sein Körper und dass es um mehr geht als nur um Überleben und er fragt sich, was vor seiner Geburt war und was nach seinem Tod kommt und warum es das alles eigentlich gibt...und warum die Welt so ist, wie sie ist

    - wir Menschen scheinen uns in einem Teufelskreis zu befinden, wir haben sehr viel unserer Erde zerstört und tun das täglich weiterhin

    - immer mehr Menschen verspüren den Wunsch, zu einer friedlichen, gesunden, glücklichen    Welt beizutragen

     

    Aber warum? Wer sind wir Menschen und was ist unsere Aufgabe? Ist die Welt so wie wir sie empfinden oder nehmen wir nur einen Bruchteil der Wirklichkeit wahr – weswegen uns der Sinn alldessen verborgen bleibt?
    Oder ist es gar „vorgesehen“, dass das alles geschieht? Sollte es so sein, wie es jetzt ist?
    Und wenn so viele Menschen Sehnsucht nach Harmonie und Gleichgewicht haben, wieso ist es dann so schwer uns zu vereinen und in kurzer Zeit alles anders und besser zu machen?

    Wer denkt es sei sinnlos diese Fragen zu stellen, vergisst, dass eigentlich unsere ganze Existenz ein großes Geheimnis ist.
    Die heutige Wissenschaft, ( sowie „Nicht“-Wissenschaft), unser Fortschrittsdenken, unsere Leidenschaft zum „Weltretten“...all das und viel mehr verdanken wir unserem Mensch-Sein, dem „Wachsen-und-verstehen-wollen“.

    Und gerade deswegen ist es eigentlich topp aktuell und weder off-topic noch unwichtig noch peinlich.
    Deshalb: Nun an euch! Was sind eure Gedanken zum Sinn all dessen? Was treibt euch an? Was bewegt euch? Wofür lebt ihr und was würdet ihr wissen wollen, wenn ihr aus einer höheren Schau auf die Welt blicken könntet? Wozu bist genau du hier ?
    Sind wir geplant oder ist alles „zufällig“ so? Was müssen wir Menschen ändern und wohin führt unser Weg? Was müssen wir überhaupt? Was ist unser Potenzial? Wo ist unser Platz, wenn wir nicht ins Ökosystem Erde zu passen scheinen?


    Eure Gedanken interessieren! :)

     

    Bildquelle:

    x): R.Jay GaBany http://commons.wikimedia.org/wiki/File:NGC_3521-_the_Bubble_galaxy.jpg?uselang=de

    erstes Bild: ebenfalls aus den Wiki commons

    Naturfotos: Maura Beusch

Kommentare

36 Kommentare
  • Gluehwuermchen
    Gluehwuermchen @Himbeere: Das freut mich! :-)

    @Peet:
    "Doch wenn ich mit 20 immer noch so denke wie mit 15 und lediglich ein wenig mehr Wissen über die Funktionen der Welt hinzugekommen sind (Abi, Lehre etc.) und ich dann noch behaupte die Natur zu lieben, tut...  mehr
    15. Februar 2012
  • MJ1499
    MJ1499 @Peet: ich halte es für ein starkes Stück, zu behaupten, dass man mit 15 noch nicht wirklich erfasst haben kann, um was es im Leben geht, und wie sie zur Natur stehen. Es gibt Leute unter uns, die machen mit 16 ihr Abitur (gar nicht so selten he...  mehr
    15. Februar 2012
  • Himbeere
    Himbeere @MF1499 Dem Kern deiner Antwort stimme ich größtenteils zu, allerdings bin ich nicht der Meinung, dass Naturverbundenheit etw. mit Schulbildung oder überhaupt Bildung zu tun hat... Ich bezweifle, dass man Naturliebe im Lexikon findet... - ...  mehr
    16. Februar 2012
  • Himbeere
    Himbeere @MJ1499 Sry, wegen dem "F" - Zeigefinger verwechselt..
    16. Februar 2012