Berichte

Wale ersticken in Fischernetzen

  • Die weltweiten Bestände von Zahnwalen, wie Tümmler, Schweinswal und Delfin, sind in den vergangenen zehn Jahren dramatisch geschrumpft. Zu diesem Ergebnis kommt ein UN-Bericht, der von der Umweltschutzorganisation WWF mitfinanziert und durchgeführt wurde. Der Report des UN-Übereinkommens zur Erhaltung wandernder Tierarten (Bonner Konvention) dokumentiert die akute Bedrohung von 86 Prozent aller Zahnwalarten aufgrund von Beifang in Langleinen, Stell- und Schleppnetzen. Zahnwale, wie etwa der heimische Schweinswal, sind von Beifang stärker betroffen als die großen Bartenwale, die sich überwiegend von Krill ernähren.

    "Obwohl Wale weitgehend nicht mehr kommerziell gejagt werden, sind ihre Bestände zunehmend stärker bedroht", warnt Volker Homes, Leiter Artenschutz des WWF. Gründe hierfür seien vor allem das unnötige Sterben als Beifang in Netzen sowie die Überfischung ihrer Hauptnahrungsquellen. "Um das Aussterben von Walarten zu verhindern, müssen kommerzielle Fischereimethoden verbessert werden", fordert Volker. Was dringend benötigt wird lässt sich schnell beantworten: Methoden und Techniken zur Vermeidung von Beifang und die Ausweisung saisonaler Schutzgebiete.

    Zahnwale orientieren sich in ihrem Lebensumfeld mit Klick-Lauten und können bei ihrer Beutejagd die Fischernetze häufig nicht orten. Sie verfangen sich daher, ertrinken und werden als ungewollter Beifang wieder ins Meer geworfen. Dem UN-Bericht zufolge sind Zahnwale zudem durch lokale Jagd, Schiffszusammenstöße, Verlärmung der Meere und die Zerstörung ihrer Lebensräume gefährdet. Weitere Todesursachen für die Meeressäuger sind die Aufnahme von Plastikabfällen und Chemikalien, die zum Beispiel gegen Algenbewuchs an Schiffswänden eingesetzt werden.

    Beifang und Umweltverschmutzung sind dem Bericht zufolge jedoch nicht nur ein Problem der Meere. So sei von dem im Yangtse-Flusssystem in China beheimateten Baiji-Flussdelphin seit 2002 kein lebendes Individuum mehr gesichtet worden. Die Art ist damit nach WWF-Einschätzung mit großer Wahrscheinlichkeit ausgestorben.

    Hintergrund: die Smart Fishing Initiative: Um die weltweite Fischerei nachhaltiger zu gestalten, lotet der WWF jedes Jahr einen Preis für neue und umweltverträglichere Fischereimethoden aus. Ein Schwerpunkt ist dabei die Reduzierung von Beifang, wie etwa Wale, Seevögel oder Meeresschildkröten.

    Foto: Hectordelfin im Netz. © Stephen Dawson / WWF-Canon

Kommentare

5 Kommentare
  • Karina_x3
    Karina_x3 Das ist so traurig! :( Das sind solch tolle Tiere und wenn es so weiter geht, gibt es sie bald nicht mehr! :(
    9. Januar 2012
  • Viveka
    Viveka ich verstehe nicht, warum die menschen, obwohl es andere methoden gibt, immer noch die kommerziellen nehmen. wir kennen doch die damit verbundenen probleme und dramen. und das alles nur, weil es billiger ist. ich meine, würde man mehr geld ausgeben, ...  mehr
    10. Januar 2012
  • Anni09
    Anni09 Beifang ist ein riesen großes Problem. Leider denken die meisten Menschen das Fisch essen nicht so schlimm ist. An die tausenden Tiere die als Beifang enden denkt traurigerweise fast keiner.
    Das schlimme daran ist, dass man den Beifang durch die r...  mehr
    14. Januar 2012
  • Chrissi96
    Chrissi96 das ist einfach nur traurig der Beifang ist so ein schlimmes Problem :(
    1. Juni 2012