Berichte

Reise in den Regenwald - Mambele (2/15)

  • Nach einer vierstündigen Fahrt, die wieder durch dichten Wald führt, erreichen Anourou und ich Mambele, wo das WWF-Quartier des Lobeke Nationalparks liegt. Ich werde meine Zeit hier im Camp Kombo verbringen, das früher einmal die Zentrale des WWF war.
    Als ich aus dem Auto steige kommt mir auch schon Julia entgegen. Wir haben uns noch nie gesehen und standen bloß in E-Mailkontakt. Sie ist nicht schwer zu erkennen, denn neben mir ist sie die einzige Weiße in der Gegend. Julia begrüßt mich mit einem breiten Lächeln und stellt mir gleich ihren Freund Maryntho (gesprochen wird er Marento) vor.
    Dann gibt sie mir eine Führung durch das Camp, ich schaue mir die Kochstelle an und den Aufenthaltsbungalow. Dann begleitet mich Julia zu meinem Schlafplatz. Ich bekommen meinen ganz eigenen Bungalow. Er hat große Fenster an allen Seiten. Aber nicht durch Glas werde ich vom Dschungel getrennt. In den Fensterrahmen sind Moskitonetze angebracht.
    Ich bin total aus dem Häuschen - das Camp liegt mitten im Wald. Andauernd schreit es aus den Bäumen, es pfeift, quakt und gurrt. Die permanente Hintergrundkulisse für all das bilden die zirpenden Heimchen. Und immer wieder ziehen große Nashornvögel über das Camp. Es dauert nicht lange bis ich auch den ersten Affen sehe. Er sucht sich einen Weg durch die Baumkronen, dabei schwanken die oberen Äste ziemlich stark hin und her.

    Später erzählt mir Julia von ihren Plänen. In zwei bis drei Tagen werden wir für eine Woche in den Wald gehen und dabei zwei Bais, also Lichtungen, besuchen. Wir wollen Pflanzenproben sammeln und die Kamerafallen installieren.

    Am Abend dusche ich mich in einem kleinen Bach, der direkt am Camp vorbeifließt. Julia sagt mir voller Begeisterung „Wir haben jetzt sogar einen Stuhl!“. Der steht im ca. 40 cm tiefen Wasser. Er ist auf Holz und man kann sich draufsetzten, oder seine Sachen auf ihm ablegen.

    Als es zu dämmern beginnt, hören wir dreikrallige Nagetiere, die die Bäume hochklettern. Sie schreien immer lauter je höher sie kommen. Wenn sie ihr Nest erreicht haben, sind sie wieder still. Sie heißen Baumschliefer.

    Ich krieche in meinen Schlafsack. Dann stopfe ich das Moskitonetz, das über meinem Bett angebracht ist, in die Ritzen, damit sich keine ungebetenen Gäste zu mir kuscheln können. Strom gibt es im Camp zur Zeit nicht. Dem Generator fehlt das Benzin. Also begügen wir uns mit Kerzen und Taschenlampen. Kurz bevor ich das Licht lösche entdecke ich einen Gecko, der an meinen Zimmerwänden herumtobt. Das ist gut, denn Geckos fressen Moskitos.
    Meine erste Nacht im Camp Kombo ist nicht zu warm, sondern angenehm kühl. Begleitet von den Stimmen des Waldes und den brüllenden Baumschliefern schlafe ich ein.

     Hier könnt ihr einen Baumschliefer hören:

     

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Kommentare

6 Kommentare
  • Janine
    Janine So, habe mal den Baumschliefer noch eingebaut. Da hat er aber schon richtig losgelegt ;o)
    15. Dezember 2011
  • Marcel
    Marcel Hört sich total faszinierend an! Diese Regenwaldgeräusche machen mir immer irgendwie Gänsehaut...
    16. Dezember 2011
  • LaLoba
    LaLoba haha die sind echt lustig! Geht das die ganze Nacht so weiter? Wie kannst du bei dem Lärm überhaupt schlafen? ;-)
    19. Dezember 2011
  • Janine
    Janine Ja, die machen das die ganze Nacht bis zum Morgen. Es ist ohnehin sehr laut, allein durch die ganzen Insekten. Ich kann immer schlafen, egal wo - auf\'m Boden, unterm Herd, im Wald.. ;o)
    21. Dezember 2011