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Senat hat entschieden - Amazonas hat nur noch eine Chance!

  • Für euch ist es das dringendste Umweltproblem des Jahres! In unserer Umfrage haben die meisten angegeben, das brasilianische Parlament sei der größte Umweltsünder! Mit 51 Prozent lagen die Brasilianer sogar noch vor dem japanischen Kernkraftwerksbetreiber Tepco (34 Prozent). Das neue Waldgesetz bedroht den Amazonaswald massiv. Und die Situation wird immer dramatischer! Nun hat auch der brasiliansiche Senat die Axt an den Regenwaldschutz gelegt...

    Mit Bestürzung reagiert der WWF auf die nächtliche Entscheidung des brasilianischen Senats, das aktuell geltende Waldschutzgesetz auszuhebeln. Damit bereitet die Kammer den Weg für die Zerstörung von 76,5 Millionen Hektar Regenwald, einer Fläche so groß wie Deutschland, Österreich und Italien zusammen. Der Senat votierte mit 59 zu 8 Stimmen für die Reform des Gesetzes. Nach offiziellen Angaben der brasilianischen Regierung würde die durch das neue Forstgesetz ermöglichte Zerstörung des Regenwaldes das Weltklima mit bis zu 28 Milliarden Tonnen CO2 zusätzlich aufheizen. Das entspräche etwa dem Treibhausgassaustoß von Deutschland in drei Jahrzehnten.

    WWF-Vorstand Eberhard Brandes bezeichnete das Votum des brasilianischen Senats als "kurzsichtige Fehlentscheidung mit Folgen für die ganze Welt". Brandes weiter: "Brasilien torpediert mit dieser Entscheidung den weltweiten Wald- und Klimaschutz. Der brasilianische Senat ist vor der Agrarlobby eingeknickt. Die sozialen und wirtschaftlichen Kosten der Waldzerstörung wurden völlig ausgeblendet, ebenso wie die Folgen für das Weltklima. Damit hat Brasilien ein fatales Signal für viele andere Länder mit großen, schutzbedürftigen Waldflächen gegeben. Sechzig Prozent des Amazonas stehen auf brasilianischem Boden. Er hat aber Bedeutung für die ganze Welt. Eine solche Entscheidung ausgerechnet im UN-Jahr der Wälder und während der UN-Klimakonferenz zu fällen, zeugt eindeutig davon, dass hier wirtschaftliche Wachstumsraten vor Umweltschutz gehen."

    Sie kann den Wahnsinn noch stoppen: Präsidentin Dilma Rousseff! Und du kannst mit uns dafür kämpfen! Der WWF ruft alle Menschen in Deutschland dazu auf, unter emergencycallbrasilien.de eine Protest-E-Mail direkt an die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff zu richten. Sie kann mit ihrem Einsatz die Rodung des Regenwaldes noch stoppen. "Jetzt ist die Zeit, sich direkt an die Präsidentin Dilma Rousseff zu wenden, die in wenigen Monaten Gastgeberin der großen Rio+20 Konferenz zu Umwelt und Nachhaltigkeit sein wird."

    Im Wahlkampf hatte sie zugesagt, keiner Amnestie für illegale Entwaldung zuzustimmen sowie keine Gesetze zu unterschreiben, die neue Entwaldungen ermöglichen. Damit entspräche die Präsidentin dem Wunsch der Mehrheit der Brasilianer: Einer repräsentativen Umfrage zufolge lehnen 85 Prozent der Brasilianer die Ausweitung von Nutzflächen auf Kosten des Regenwaldes ab.

Kommentare

5 Kommentare
  • midori
    midori Alle Hoffnung ruht auf einer Frau. Ich hoffe, sie bleibt ihren Werten treu.
    7. Dezember 2011
  • MarcelB
    MarcelB sehr sehr treffende Wort vom Brandes! :)
    7. Dezember 2011
  • Puma
    Puma Gute und schlechte Nachrichten auf einmal.Aber man sieht mal wieder,wie kurzsichtig manche Menschen sind.Hoffen wir nur,dass die Präsidentin nein sagt.Allein wegen ihrer Wahlkampfversprechen!!!!!!
    8. Dezember 2011
  • johannaEineErde
    johannaEineErde Dilma Roussef hält die Zukunft der Welt in ihren Händen. Was sie damit macht, muss sie jetzt entscheiden. Hoffentlich entscheidet sie sich FÜR die Erde und nicht für das Geld. Roussef könnte das Versprechen natürlich auch b...  mehr
    30. Dezember 2011