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Damien Lesca- das Umzugsunternehmen auf zwei Rädern

  • Das Fahrrad. Es ist eine europäische Erfindung, wird aber wohl in China am extremsten als Transportmittel genutzt. Als mein Bruder ein Jahr in China war, erzählte er mir unglaubliches. Chinesen würden das Fahrrad nicht nur zum eigenen Transport nutzen, nein, ob ein Marktstand, eine vier-köpfige- Familie oder ein ganzer Haushalt. Alles würde seinen Platz auf diesen lediglich zwei Rädern finden.


    Auch in Europa gibt es für diesen Umgang Nachahmer. Einer von ihnen ist Damien Lesca aus Brüssel. Er tut dies nicht aus der Not heraus, er möchte die Umwelt schützen.
    Früher war er auf einer Business- Schule, bis er sein CO2- neutrales Transportunternehmen gründete. „Das ganze Stadtleben ist um das Auto konstruiert, weil wir es nicht besser wissen. Aber in punkto Natur, Ressourceneffizienz, Schnelligkeit und Kosten ist das Fahrrad die bessere Lösung.“(Zitat, Damien Lesca).
    Abhängig von der Strecke berechnet er meist zwischen 6-15€ und ist damit um ein vielfaches günstiger als ein herkömmliches Umzugsunternehmen. Einziges Manko ist, dass er maximal 100kg laden kann, aber ist das nicht schon eine immense Menge?


    Hauptsächlich liefert er beispielsweise Gemüsekisten für Biohändler. Den Händlern passt das gut ins Konzept von einer umweltfreundlichen Wirtschaft. Auch Händler aus der Elektrobranche zählen zu seinen Kunden und nutzen ihn für die eigene Imagepolitur.
    Doch er bewerkstelligt weit mehr. Ganze Umzüge schafft er. Dabei verzichtet er auf Lkws und Energie fressende Lastaufzüge. Noch einmal zum Vergleich: Bei einer bestimmten Strecke (irgendein Brüsseler Stadtteil) berechnet er für einen 25kg Schrank 8€ inklusive Mehrwertsteuer. Der Umzug mit dem Lkw würde 25€ kosten.
    Fährt man mit dem Auto, bläst man pro Kilometer durchschnittlich 170g CO2 in die Luft.
    Als bekennender Umweltaktivist berechnet er nach jeder Tour die CO2 Ersparnis, um seine Kunden zu sensibilisieren.
    Leicht ist sein Job, so viel steht fest, nicht. Brüssel ist gesäumt von engen Kurven, Kopfsteinpflaster und Schlaglöchern. Trotz dessen legt er täglich ca. 50km zurück.

    Auch auf GPS möchte er verzichten. Schließlich würde es nicht die Beschaffenheit der Straße oder das Gewicht der Ladung mit einberechnen. Außerdem macht ihm diese Art der Routenplanung wesentlich mehr spaß.
    Innerhalb von einem Jahr hat er 8 Tonnen Ware transportiert und 1,5 Tonnen CO2 gespart. Somit spart er Ressourcen. Einen großen Unterschied wird das nicht machen, aber es ist auf jeden Fall eine große Genugtuung für ihn persönlich und es reicht zum Leben „Es macht mich froh und es befreit die Lunge.“ (Zitat, Damien Lesca).
    Damien gehört zu den Menschen, die zur Tat schreiten und das bewundere ich wirklich sehr, gerade jetzt im Winter…
     

    Quellen: www.zdf.de; www.arte.tv

Kommentare

4 Kommentare
  • Girty
    Girty 100 kg? o.O Wow, der Mensch ist wirklichbewundernswert :) Der muss seinen Job lieben. Ich finde so Menschen einfach klasse! Mein Dady fährt auch im tiefsten Winter immer mit dem Fahrrad zur Arbeit.. Ich könnte das nicht. Aber dann auch noch so v...  mehr
    20. November 2011
  • Marcel
    Marcel Ich kenn Brüssel ganz gut, hab dort mal ein paar Monate gearbeitet. Eine geniale Stadt, aber nun wirklich kein Fahrradparadies! :) Umso erstaunlicher, was Damian Lesca leistet! Toller Typ! Wenn das viele Leute machen würden, gäb\'s locker e...  mehr
    21. November 2011
  • Peet
    Peet Mach ich jeden Tag...;o) Danke das wirklich ulkiges Thema!
    22. November 2011
  • Jutta
    Jutta habe schon mal eine Fernsehdoku über Damien Lesca gesehen, echt krass wieviel er auf sein Rad packt...
    23. November 2011