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schlechtes Imige zu unrecht: der Hai

  • Es gibt wahrscheinlich kaum ein anderes Tier, dessen bloße Erwähnung Panik auslösen kann. Allerdings ist der Ausruf „ein Hai!“ sehr allgemein ausgedrückt, denn es gibt immerhin mehr als 400 verschiedene Haiarten. In ihrer ca. 450 Millionen Jahre langen Entwicklungsgeschichte haben sich unterschiedlichste Formen und Größen entwickelt. Einige Arten, wie der Zwerghai werden voll ausgewachsen kaum 10cm groß und wieder andere wie der Walhai werden mehr als 15m lang.
    Trotzdem weckt das Wort „Hai“ in den meisten Menschen Ängste.
    Wie groß der Hai nun ist spielt keine Rolle.

    Über Haie kursieren die verrücktesten Sachen. Angefangen bei Verhalten und Intelligenz bis zu Statistiken die Aussagen welche Menschen am häufigsten von Haien angegriffen werden, bzw. bei den Raubfischen am beliebtesten sind.
    Nur für die die es interessiert, laut einer ISAF – Statistik greifen Weiße Haie am liebsten die männlichen Mitglieder der weißen Rasse an, die zwischen 20 und 24 Jahren alt sind und zwischen 80 und 85kg wiegen.
    Die Daten für diese Statistik wurden zwischen 1580 (ja, richtig gelesen) und 2006 gesammelt.
    Mir persönlich fällt es schwer diese Statistik ernst zu nehmen.

    Jedes Jahr kommt es zu 60 – 100 Unfällen mit Haien. Die Haiart kann fast nie bestimmt werden.
    Das klingt erst einmal viel ist aber fast nichts im Vergleich zu der Menge an Menschen die in Gebieten tauchen, schwimmen und surfen in denen Haie leben. Außerdem sind die meisten Bisse nur sehr oberflächlich.
    Niemand wäre wohl irre genug um sich einen Schinken um den Hals zu hängen und dann neben wilden Eisbären spazieren zu gehen, nur „bewaffnet“ mit einer Fotokamera; aber Menschen geben jährlich Millionensummen aus um mit Haien zu tauchen.
    So schlimm können Haie also gar nicht sein!

    Und dennoch warten die Medien nur auf die nächste „Killerhaiattacke“, so genannte Sportangler brüsten sich damit einen Hai regelrecht gelyncht zu haben und skrupellose Mafiabosse machen mit Finning (so nennt man das Abschneiden der Flossen bei lebendigem Leib) Milliardenumsätze.
    Niemand weiß genau wie viele Haie jährlich massakriert werden.
    WWF und Greenpeace gehen von etwa 100 Millionen Haien aus, die englische Naturschutzorganisation Shark Trust spricht von ca. 73 Millionen Haien und SHARKPROJECT geht von ca. 200 Millionen (!) Tieren jährlich aus.

    Hauptakteur im illegalen Haiflossenhandel ist die taiwanesische
    Shark – Finn – Mafia. Ihr Hauptumschlagplatz ist die Hafenstadt Puntarenas, Costa Rica. Dort wird alles von einfachen Fischern, über Behörden bis zur Regierung von Großunternehmen in Taiwan kontrolliert. Aber auch in Europa wird Hai verkauft. In der spanischen Stadt Vigo wird mehr Hai verkauft, als irgendwo sonst auf der Welt. Die Flossen werden abgeschnitten und separat nach Asien verschifft um daraus Wundermittel gegen Krebs und Arthritis zu machen. Und natürlich Suppe. Für 1kg getrocknete Haiflosse bekommen die spanischen Fischhändler 8€. Für die gleiche Menge Haifleisch nur 1€. Das Fleisch bleibt in Europa und Deutschland ist unter den Top – 5 der europäischen Haikäufer. Dort wird es den Konsumenten meist unter Fantasienamen verkauft.
    Nur um die häufigsten zu nennen: Seeaal, Meeraal, Schillerlocke, Kalbsfisch, Speckfisch, Karbonadenfisch, Steinlachs, Seestör.
    Das sind die am weitesten verbreiteten Namen.

    Dabei ist Hai mittlerweile ungenießbar oder besser gesagt giftig! Auf Grund der starken Wasserverschmutzung enthält Haifleisch eine gefährlich hohe Mengen Methylquecksilber (H3 C- Mg+ x-), eines der stärksten der Wissenschaft bekannten Gifte!
    Es gibt einen von der EU gesetzlich fest gelegten Richtwert für Methylquecksilber. Der ist dem von normalem Quecksilber gleich. Doch Methylquecksilber ist gut
    1000 – mal so giftig! Besonders anfällig ist das Gehirn.
    Laut EU – Grenzwert darf ein 70kg schwere Mann 49 Mikrogramm Methylquecksilber pro Woche zu sich nehmen. Eine einzige Schillerlocke (ca.300g) enthält aber rund 330 Mikrogramm Methylquecksilber. Trotzdem scheint sich von offizieller Seite aus niemand dafür zu interessieren. Weder das Bundesumweltministerium noch das Bundesverbraucherschutzministerium.
    Der gefährlichste Feind des Hais ist unser gleichgültiges Konsumverhalten.

    Damit zünden wir eine Zeitbombe. Denn 72% des gesamten Sauerstoffs kommt aus dem Meer, genauer gesagt wird er von winzigen Kleinstlebewesen, dem Phytoplankton produziert.
    Ohne Haie und andere große Meeresräuber bricht das marine Ökosystem zusammen.

    Wir müssen endlich lernen von einigen Sachen einfach die Finger zu lassen, dass es nicht unendlich Fische im Meer gibt, dass wir ohne Haie nicht leben können; und wir müssen unsere Vorurteile endlich ablegen, denn wir schützen leider nur was wir lieben und lieben nur das was wir kennen.

    Quellen:

    • „Wut allein reicht nicht“; Hannes Jaenicke; Gütersloher Verlag
    • „Räuber, Monster, Menschenfresser – 99 Unwahrheiten über Haie;
    Gerhard Wegener, Dr. Robert Hofrichter, Franziska Anderle; Kosmos

    Bildquelle:

    www. reisenews – online. de

     

     

Kommentare

10 Kommentare
  • LSternus
    LSternus Es geht leider nicht darum einen Hai zu sehen. Wenn man nur behauptet einen Hai gesehen zu haben ist der Strand innerhalb weiniger Minuten leer.
    5. November 2011
  • Seestern99
    Seestern99 ich finde es schlimm das so viele Hai Jährlich getötet werden . Wusstest ihr/du das die kokosnuss noch mehr leute tötet/schwerverletz als der Weißehai ? ich finde das echt krass also sollte man sich eher vor kokosnüssen in acht n...  mehr
    13. November 2011
  • LSternus
    LSternus Was die Krabben angeht: Das ist nicht immer nur Hai, oft besteht ddas falsche Krabbenfleisch aus den verschiedensten Fischabfällen. Echt wiederlich!
    13. November 2011
  • igorrogi
    igorrogi Das mit den Haien ist genauso wie mit den Wölfen. Sie werden immer als menschenzerfleischende Bestien dargestellt, nur weil sich die meisten an irgendwelchen Filmen orientieren (z.B. der weiße Hai), in denen die Tiere als monströs und gef&...  mehr
    6. Juni 2012