Berichte

Wir sind 7 Milliarden

  • Wird es in China zur Welt kommen? Wahrscheinlicher ist Afrika. Oder vielleicht ausgerechnet hier in Deutschland, obwohl unsere Gesellschaft gerade schrumpft? Fest steht: Nach den Berechnungen der Vereinten Nationen wird wahrscheinlich heute, am 31. Oktober, irgendwo und irgendwann der siebenmilliardste Mensch auf die Welt kommen.

    Macht dir das Angst? Das Tempo kann einen schon schwindelig machen... 1804 zählte die Menschheit eine Milliarde. Bis zur zweiten Milliarde dauerte es rund 120 Jahre, bis zur dritten dann nur noch etwa 30. Seit 1960 kommt alle 12 bis 14 Jahre eine weitere Milliarde hinzu. Jedes Jahr über 80 Millionen Menschen zusätzlich - das ist die Bevölkerung von Deutschland, das sind 150 Menschen jede Minute.

    Die Erde würde, könnte sie schreiben, wahrscheinlich keine Geburtstagskarte schicken, sondern eine Mahnung. Denn um unsere Nachfrage nach natürlichen Rohstoffen zu decken, bräuchten wir nach WWF-Berechnungen bereits heute einen zweiten Planeten. Mit den Bevölkerungszahlen wird auch der Bedarf an Wasser, Nahrung und Energie weiter steigen.

    "Wir leben derzeit auf Pump. In Zukunft müssen Nahrungsmittel und knappe Produktionsmittel wie Wasser und Böden gerechter und effizienter genutzt werden", fordert daher Matthias Meissner, Agrarreferent beim WWF Deutschland. "Damit eine Stabilisierung der Welternährung möglich wird, müssten die Industrieländer zusätzlich ihren Fleischkonsum reduzieren und die allgemeine Wegwerfmentalität des Handels und der Verbraucher müsste gestoppt werden."

    Die FAO fordert deshalb schon heute eine Steigerung der Lebensmittelproduktion um 70 Prozent bis 2050. Eine Intensivierung der Landwirtschaft ist jedoch nur ein kleiner Teil der Lösung. Zu diesem Ergebnis kam eine gemeinsame Studie des WWF Deutschland und der Heinrich-Böll-Stiftung. Viel dringlicher ist es, eine gerechtere und effizientere Verteilung der Nahrungsmittel und Produktionsgüter zu erreichen, sagt der WWF. So würde eine Halbierung der Nachernteverluste bei Weizen lediglich eine Produktionssteigerung von 48 statt 70 Prozent notwendig machen. Nachernteverluste sind Lebensmittel und Rohstoffe, die zwischen Ernte und Verbraucher weggeworfen werden.

    Puh - riesige Zahlen, komplexe Zusammenhänge... Aber vielleicht fällt dir das gar nicht so schwer, zu überblicken! Wenn du zu denjenigen gehörst, die Lust haben, sich Konzepte für die Zukunft zu überlegen, dann mach doch mit beim 2°Campus! Wir suchen für unsere Schülerakademie junge kreative Leute, die einen Zukunftsplan für Deutschland entwickeln!

    Hier kannst Du Dich anmelden! Wir sind gespannt auf deine Ideen!

Kommentare

9 Kommentare
  • Janine
    Janine @elephant und regentag: Oh nein, oh nein, ich meinte neunmilliarden, nicht neunhundert! Entschuldigt bitte, wollte hier keine Verwirrung stiften!
    3. November 2011
  • TobiS
    TobiS Das die schneller wachsende Weltbevölkerung an dem Hunger dieser Welt schuld sei, halte ich für ein gerücht. Sicherlicht ist das auch ein Faktor, genau so wie der steigende Fleischkonsum. Aber die Ursache sind sie sicherlich nicht.

    DieVerb...  mehr
    4. November 2011
  • TobiS
    TobiS @Carina: Der Energieaufwand würde durch eine gerechte Verteilung eher reduziert werden. Im Moment sieht es ja so aus, dass vieles nach Europa importiert wird. Durch eine lokale Produktion, werden Emissionen gespart, da das Essen da ist, wo es konsumi...  mehr
    4. November 2011
  • HannaS
    HannaS Ich denke, mit gerechterer Verteilung ist auch gemeint, dass in vielen Ländern größtenteils Futter für Vieh in anderen Ländern angebaut wird. Oder Rohstoffe für Energie oder Treibstoff. Oder Blumen oder Kaffee oder Tabak... ...  mehr
    5. November 2011