Berichte

Held oder doch eher Mittel zum Zweck?

  • Hallo ihr Lieben!

    In der "Dein-Spiegel"-Zeitschrift habe ich wieder einmal einen Artikel gefunden, der meine Aufmerksamkeit erregt hat... Allerdings dieses Mal mit gemischten Ansichten. Ich schreibe ihn euch mal ab...

    Held mit Handicap

    Forscher retteten einen schwerverletzten Deflin vor dem sicheren Tod - er hat jetzt eine künstliche Schwanzflosse. Demnächst ist die dramatische Geschichte im Kino zu sehen. In "Mein Freund, der Delfin" spielt das Tier die Hauptrolle - sich selbst.

    Das Tier war so gut wie tot. Vor der Küste Floridas lag ein Delfinweibchen im Wasser, völlig regungslos. Der Delfin hatte sich im Halteseil einer Boje verheddert. Das Tau klemmte seine Schwanzflosse ab.
    Ein Fischer fand den Delfin, schnitt vorsichtig das Seil durch und rief Hilfe. Damit begann eine einzigartige Rettungsaktion. Sechs Jahre ist das nun her.
    Spezialisten transportierten den Delfin in einem großen Lastwagen zum Clearwater Marine Aquarium für verletzte Meerestiere. Sie gaben ihm den Namen "Winter", päppelten ihn auf und versorgten die Wunden. Aber die Schwanzflosse konnten die Tierärzte nicht retten. Sie mussten sie ihm abnehmen.
    Ohne Schwanzflosse kann ein Delfin aber nicht richtig schwimmen. Das wäre normalerweise sein Todesurteil gewesen.
    Aber Winter hatte Glück. Ein Prothesenbauer hörte von ihrem Schicksal: Kevin Carroll. Er ist in den USA berühmt dafür, Menschen zu helfen, die einen künstlichen Arm brauchen, ein neues Bein, neue Hand, neuen Fuß.
    Carroll kümmerte sich um Winter. Er stellte eine Spezialprothese her, die er wie einen Strumpf über Winters Hinterteil zog. Und Winter lernte, mit der neuen Flosse zu schwimmen.
    So wurde Winter zum ersten Delfin, der den Verlust einer Schwanzflosse überleben konnte - und das machte sie berühmt.
    Heute lebt sie in einem großen Becken im Clearwater Marine Aquarium. Täglich bekommt sie Besuch von Kindern. Und viele von ihnen teilen ihr Schicksal: Sie müssen mit einer Behinderung leben, tragen oft auch eine Prothese. Doch wenn sie sehen, wie Winter eisern übt, mit ihrer künstlichen Flosse zu schwimmen, fassen auch sie wieder Mut.
    Jetzt ist Winters Geschichte sogar verfilmt worden. Und natürlich spielt sie sich selbst.
    Der Film "Mein Freund, der Delfin" kommt demnächst in die Kinos. Es geht um Freundschaft, Hoffnung und natürlich um den Traum, mit einem Delfin befreundet zu sein: Wer möchte das nicht gern?
    Der Film erzählt die wahre Geschichte des Delfins. Allerdings haben die Filmemacher noch einen Jungen hinzugedichtet. Der heißt Sawyer, ist furchtbar schüchtern und hat keine Freunde in seiner Klasse. Erst als er Winter kennenlernt und sich mit ihr anfreundet, hat er wieder Spaß am Leben.
    Außerdem gibt es da Hazel, ein lustiges Mädchen, das auf einem Hausboot lebt und noch nie ein Klassenzimer von innen gesehen hat. Oder den wildgewordenen Pelikan Rufus, Haie, Meergurken: Sie alle kommen in diesem Film vor. Der Film hat aber seine traurigen Seiten: Wer im Kino leicht weint, wird sicher weinen müssen. Aber es gibt auch lustige Momente. Zum Beispiel, wenn Winter ihre Bertreuer mit der Prothese  nass spritzt. "Mein Freund, der Delfin" zeigt, dass das Leben weitergehen kann, auch wenn man mit einer Behinderung leben muss. Und dass der Film ein Happy End hat, ist ein echter Trost

    (Autor: Boris Breyer)

    Interview mit Betreuerin Abby Stone vom Clearwater Marine Aquarium Florida.

    Dein Spiegel: Frau Stone, wie schlimm stand es um Winter, als sie eingeliefert wurde?
    Abby Stone: Ich war mir sicher, dass sie die Nacht nicht überleben würde. WInter hatte schlimme Schmerzen. Außerdem ging ihre Atmnung nur noch ruckartig, und ihr Herz hämmerte wie verrückt.
    Dein Spiegel: Wie wurde Winter gerettet?
    Abby Stone: Über 150 freiwillige Helfer, dazu Tierärzte und Trainer, haben sich Tag und Nacht um Winter gekümmert. WIr mussten sie wie ein Baby mit der Flasche füttern, ihre Wunden versorgen und sie ganz viel streicheln. Erst nach vier Monaten waren wir sicher, dass sie durchkommt.
    Dein Speigel: Trotzdem wäre WInter ohne eine Schwanzflossenprothese gestorben.
    Abby Stone: Winter hatte zwar gelernt, ohne Schwanzflosse zu schwimmen. Um vorwärtszukommen, nutzte sie ihre Brustflossen. Aber die sind eigentlich nur zum Bremsen und Lenken da. Über kurz oder lang hätte sie ihre WIrbelsäule so geschädigt, dass sie daran gestorben wäre. Deswegen war die Prothese notwendig.
    Dein Spiegel: Winter soll das Clearwater Marine Aquarium davor bewahrt haben, pleite zu gehen. Stimmt das?
    Abby Stone: Ja. Ohne Winter hätten wir zumachen können. Sie ist so berühmt, dass unsere Shows jeden Tag ausgebucht sind. Außerdem verdienen wir jetzt eine Menge Geld mit Fan-Artikeln wie Kuchseltieren oder T-Shirts. Winter ist eine Heldin.
    Deine Spiegel: Was macht Winter am liebsten?
    Abby Stone: Sie ist sehr verspielt und liebt es, wenn wir ihr eine Luftmatratze ins Becken werfen: Dann springt sie drauf und lässt sich treiben.

    (Quelle: "Dein-Spiegel"-Zeitschrift)

    Meine Meinung: Uff... also grundsätzlich finde ich es echt super, dass sie sich so toll um Winter gekümmert haben und auch das sie dafür sogar eine Prothese bekommen hat, damit sie eine Zukunft hat, ABER ich finde es wiederum nicht in Ordnung, das durch ihren Ruhm die Delfinshows am Laufen gehalten werden. Ich persönlich bin total gegen Delfinshows. Insgesamt gehören eigentlich auch Delfinde in die freie Wildbahn, so auch Winter. Problem ist wahrscheinlich nur, das sie außerhalb wahrscheinlich nicht überleben könnte. Das Zweite ist, das ich es wieder totale Geldschneiderei finde, das sie Winter benutzen für einen Film, für Fan-Artikel, für den Star vom Aquarium... usw. Ich meine: Muss das alles sein? Ich finde es echt rührend, wenn Winter Kindern, die dasselbe Schicksal wie sie haben, neuen Mut und Lebenskraft gibt, aber das das alles wieder so ausatet ist in meinen Augen wieder völlig übertrieben... Haben wir nicht schon allein durch Knuts Schicksal gelernt?

    Was denkt ihr? Seid ihr für oder gegen den Film? Und was denkt ihr von der Rettungsaktion?

    Liebe Grüße

Kommentare

4 Kommentare
  • midori
    midori heutzutage wird mit allem Geld gemacht. Mit allem! Und wer das eine will, muss wohl das andere mögen. Der Leipziger Zoo hat dem schielenden Opposum Heidi auch ein besseres Leben ermöglicht und sie zugleich "vermarktet". Da kann man woh...  mehr
    20. Oktober 2011
  • midori
    midori @Urmeli

    Nun ja. Aber sie wussten ja vorher nicht, ob Winter die ganze Aktion überlebt. Letztendlich haben sie also auf gut Glück in das Tier investiert und ich kann mir vorstellen, dass das echt \'ne Menge Geld gekostet hat. Ansonsten stimm ich...  mehr
    20. Oktober 2011
  • NightWolf
    NightWolf @midori

    ja da hast du Recht! Leider ist das so, das viele Zoos, Aquarien, ... usw. durch Vermarktung ihrer "Lieblinge" profitieren. Ist auch alles schön und gut, aber komischerweise passiert das nur mit den Tieren, die außergewö...  mehr
    20. Oktober 2011
  • Seestern99
    Seestern99 ich finde das mit dem film nicht so eine gut idee , aber wegen den delfinen in gefagngen schaft . wenn delfine in gefangenschaft sind können sie nicht wieder in die wildbahn und sie haben sich ja an die delfinshows gewöhnt und haben auch spa&szl...  mehr
    13. November 2011