Berichte

Traurige Neuigkeiten vom Wolf.

  • Für Wölfe wird die Bundesstraße 156 südlich von Weißwasser immer wieder zur Todesfalle. Ende vergangener Woche kam dort ein junger Rüde bei einem Unfall ums Leben. Seit 2007 sind damit sieben Wölfe auf der B 156 zwischen Weißwasser und Boxberg überfahren worden.

    Erfasst wurde der Wolf im Revier des Nochtener Rudels – das Kerngebiet liegt seit 2005 beiderseits der Straße auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz und dem Tagebau Nochten, teilte das Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“ mit. Ob das Tier tatsächlich zum Nochtener Rudel gehört oder ein Wanderer war, ist noch offen. Der Wolf wird im Institut für Zoo- und Wildtierforschung Berlin (IZW) untersucht. Das Kontaktbüro konnte nun auch über ein totes Tier Näheres mitteilen, das Anfang Juli gefunden wurde. Im Nordwesten des Tagebaus Nochten, der zum Territorium des Milkeler Rudels gehört, waren damals der mumifizierte Hinterlauf mit Teilen der Wirbelsäule eines hundeartigen Tieres gefunden worden. Die genetische Untersuchung durch das Senckenberg Labor für Wildtiergenetik im hessischen Gelnhausen ergab , dass es sich dabei um einen Wolf gehandelt hat. Über Todesursache, Alter und Geschlecht des Tieres liegen bisher keine Informationen vor.

    2011 wurden in der Lausitz insgesamt sieben Wölfe tot aufgefunden. Vier Wölfe wurden überfahren. Bei zwei Totfunden ist die Todesursache unklar. Eine junge Wölfin wurde illegal geschossen, hier ermittelt die Staatsanwaltschaft.

    Trotz dieser Vorfälle ist der Wolfsbestand auch dieses Jahr gewachsen. Bislang konnten Experten 28 Welpen nachweisen, zwei mehr als im letzten Jahr. Nachwuchs gibt es im Milkeler, Daubaner, Nochtener und Seenland-Rudel sowie in den drei neuen Rudeln bei Spremberg, in der Königsbrücker Heide und bei Lieberose in Brandenburg. Für das Daubitzer und das Welzower Rudel sind Welpennachweise dieses Jahr noch nicht gelungen.

    Risse von ungeschützten Schafen und Ziegen haben deutlich zugenommen, allerdings nicht im Kerngebiet, wo die Menschen sich inzwischen an die Anwesenheit des Wolfes gewöhnt hätten, sagt Vanessa Ludwig vom Kontaktbüro. Den letzten Vorfall gab es Anfang Oktober im Landkreis Meißen.

    In diesem Herbst endet im Übrigen die Telemetrie-Studie zu den Lausitzer Wölfen. Sieben Tiere wurden dabei mit einem Sender ausgestattet, um ihr Wanderverhalten zu erforschen. Mittlerweile sendet keines der Tiere mehr. Am weitesten kam Alan aus dem Nochtener Rudel, er zog bis nach Weißrussland.

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    Quelle:

    http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2890147

Kommentare

4 Kommentare
  • Viveka
    Viveka das in den kerngebieten die anzahl der gerissenen schafen nicht zunimmt, beweist doch wieder, dass es ein leben mit dem wolf geben kann! ich versteh nicht, warum das so viele menschen immer noch nicht einsehen wollen...
    18. Oktober 2011
  • AnniMe
    AnniMe Nachdem ich diesen Artikel gelesen habe, ist mir wieder eingefallen, dass manche Menschen echt unmöglich mit diesem Thema umgehen.
    Vor einer ganzen Weile hatte eine Frau in meiner Heimstadt (Schleswig-Holstein) einen Unfall, hat einen Wolf überf...  mehr
    19. Oktober 2011
  • Helen
    Helen Danke für den Bericht! Ein guter Überblick zur akzuellen Lage.
    Die Anzahl der Risse von ungeschützten Schafen und Ziegen ist zwar gestiegen, aber Betonung liegt da auf ungeschützt. In der Lausitz war es lange übliche seine paar Sc...  mehr
    20. Oktober 2011
  • NightWolf
    NightWolf Sehr interessant! Hoffe natürlich das die Autofahrer und Förster noch besser aufpassen, damit so etwas minimiert wird. Trotzdem freue ich mich, das der Welpenbestand weiterhin wächst! Das ist ein gutes Zeichen, welches einem weiterhin Kraft...  mehr
    20. Oktober 2011