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Fleisch frisst Land

  • Die Deutschen essen heute doppelt so viel Fleisch wie 1950. Ernährungsexperten empfehlen, deutlich weniger Fleisch zu verzehren. Wer sich auf diese Weise gesund ernährt, tut auch Gutes für die Umwelt. Denn Fleisch zu verbrauchen bedeutet, riesige Flächen zu verbrauchen.

    Eine Fläche von der Größe Österreichs wird benötigt, um den Hunger auf Fleisch der Deutschen zu befriedigen. Einer aktuellen WWF-Studie zufolge braucht Deutschland 8,42 Millionen Hektar, nur um den Fleischkonsum seiner Bewohner zu sichern.

    "Der weltweit steigende Hunger nach Fleisch hat einen bitteren Beigeschmack. Er heizt das Klima an und trägt zum Artensterben bei", warnt Tanja Dräger de Teran, Referentin für Ernährung beim WWF Deutschland. Sie und ihr Team haben jetzt unter dem Titel "Fleisch frisst Land“ eine Studie zu dem Thema veröffentlicht.

    Obwohl Fleisch nicht einmal zu einem Fünftel der Welternährung beiträgt, ist die Viehwirtschaft bereits heute der mit Abstand größte, globale Landnutzer. Außerdem verursacht sie bis zu 18 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen. Im Durchschnitt isst jeder Bundesbürger rund 60 Kilogramm Fleisch pro Jahr - und damit fast doppelt so viel wie von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlen.

    Derzeit wird ungefähr ein Drittel der gesamten Landoberfläche als Weideland oder Ackerfläche zur Futtermittelproduktion genutzt. Tendenz steigend, denn es werden immer mehr Tiere gehalten. Ein entscheidender Bestandteil des Futtermittels stellt inzwischen Soja dar. So hat sich nach WWF-Berechnungen die Soja-Anbaufläche in Argentinien seit 2000 um über 190 Prozent auf heute etwa 17 Millionen Hektar, in Brasilien um über 160 Prozent auf heute etwa 22 Millionen Hektar ausgeweitet.

    "Mehr als drei Viertel der deutschen Soja-Einfuhren stammt aus Südamerika. Dort bedroht der Anbau inzwischen einmalige Ökoregionen, wie etwa die brasilianische Savanne, den Cerrado mit seinem enormen Artenreichtum", sagt Tanja. Von den über sechs Millionen Tonnen Soja, die Deutschland jährlich importiert, würden 79 Prozent als Futtermittel eingesetzt, so die WWF-Expertin. Die EU-Agrarpolitik müsste endlich dafür sorgen, heimische Futtermittel in der EU wieder verstärkt zu fördern, um zukünftig vermehrt Soja ersetzen zu können.

    Noch deutlicher wird der enorme "Flächen-Fußabdruck" von Fleisch, wenn man ihn mit dem Abdruck anderer Lebensmittel vergleicht. Während der jährliche Fleischkonsum eines Durchschnittsdeutschen gut 1000 Quadratmeter beansprucht, benötigt der Kartoffelverbrauch nur 15 Quadratmeter pro Kopf und Jahr. Auch bei typischen Gerichten ragt die Bedeutung des Fleisches heraus. So hat laut WWF-Angaben ein Hamburger mit Pommes und Salat einen Flächenbedarf von etwa 3,61 Quadratmeter, ein Schweinebraten mit Rotkohl und Kartoffelklößen bringt es auf immerhin 3,12 Quadratmeter. Zum Vergleich: Spaghetti mit Tomatensauce schlagen nach den Berechnungen der Umweltschützer mit gerade einmal 0,46 Quadratmetern zu Buche.

    So kannst du aktiv werden:

    1) Weniger und besseres Fleisch essen! Versuch mal mit weniger Wurst und Fleisch auszukommen. Und wenn du auch nicht Vegetarier werden magst, so kannst du aber auch darauf achten, besseres Fleisch zu essen. Empfehlenswert sind Produkte, die nach den Kriterien des EU-Biosiegels, der Bio-Anbauverbände und dem Produktionsverband Neuland hergestellt wurden.

    2) Mit Freunden drüber reden! Die Argumente aus unserer Studie helfen dir, andere für einen besseren Umgang mit Fleisch zu überzeugen. Um im Internet eine möglichst breite Diskussion über die Folgen des Fleischkonsums anzustoßen, startet der WWF eine Online-Aktion mit dem Titel "Die Fleischfrage". Mach mit, stell über Facebook und twitter Freunden und Bekannten Fragen zum Thema Fleischkonsum! Wir wollen, dass möglichst viele Menschen drüber sprechen und dann mit Experten im Chat diskutieren. Mehr Infos unter www.fleischfrage.wwf.de

    3) Lies unsere Studie "Fleisch frisst Land" mit den kompletten Infos: Hier geht's zur Studie!

    4) Bring das Thema in deine eigenen Medien! In wenigen Tagen startet hier in der Community die Anmeldung für einen Schreibwettbewerb für Schülerzeitungen und Nachwuchsjournalisten! Je mehr Schülerzeitungen über Fleischkonsum berichten, desto besser! Und wenn dein Beitrag richtig gut ist, kannst du sogar etwas Geniales gewinnen... Mehr Infos ab nächster Woche.

Kommentare

6 Kommentare
  • HannaS
    HannaS Finde ich super, dass der WWF sich mit dem wichtigen Thema beschäftigt und es so hoffentlich noch mehr als bisher in der Öffentlichlichkeit diskutiert wird. Ich hoffe, es machen ganz viele bei dem Wettbewerb mit!
    14. Oktober 2011
  • Sarah25
    Sarah25 Sehr gutes Thema! Ich persömlich kann sehr gut ohne Fleisch leben. Oft ist es eben die Gewohnheit, die uns davon abhält etwas neues auszuprobieren, weniger Fleisch bzw. gar kein Fleisch mehr zu essen. Es ist gut das Thema anzustoßen und Me...  mehr
    17. Oktober 2011
  • Primavera
    Primavera Super artikel.
    ich finde ein sehr wichtiger punkt ist das es 18 prozent zu klimaerwärmung hinzuführt. es wiid immer dikutiert wie man autos klimafreundlicher machen könnte, dabei würde man viel mehr emisiionen einsparen wenn man einf...  mehr
    17. Oktober 2011
  • Marcel
    Marcel Ab heute könnt ihr euch für den Schreibwettbewerb zum Thema anmelden! Schnell eintragen unter http://www.wwf-jugend.de/fleischfrage!
    17. Oktober 2011