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Tipp der Woche! - Grüne Email-Anbieter

  • Heute möchte ich euch eine Maßnahme vorstellen, wie ihr mehr Nachhaltigkeit in euren Alltag bringen könnt. Wer schreibt heute noch Briefe? Kaum einer. Emails sind unser Hauptkommunikationsmittel geworden (neben sonstigen Chatplattformen). Jeder von uns besitzt eine Emailadresse. In Deutschland liegen GMX und Web.de mit einem Marktanteil von jeweils 25% als Email-Anbieter vorne, auf dem dritten Platz folgt T-Online mit 13%.

    Habt ihr euch schon einmal Gedanken darüber gemacht, wo eure Mails gespeichert werden, mit welcher Energie? Für welche Projekte euer Mailanbieter seine Gewinne nutzt und wo er sie anlegt? E-Mailanbieter haben einen sehr hohen Strombedarf, denn sie benötigen unzählige Server im Dauerbetrieb. Daher ist es wichtig zu schauen, wo der Strom herkommt. Weitere wichtige Aspekte bei Email-Anbietern sind der Datenschutz, Werbung, Kosten etc.

    In diesem Tipp der Woche stelle ich euch „grüne“ Alternativen zu den dominierenden Mail-Anbietern in Deutschland vor. Alle sind werbefrei, dafür aber kostenpflichtig.

    Posteo

    Posteo wurde 2009 von Patrik und Sabrina Löhr gegründet. Der Mail-Anbieter ist laut eigenen Aussagen „Für alle, die genug von Daten sammelnden Konzernen, werbeverseuchten Posteingängen und der allgegenwärtigen Überwachung im Internet haben. Und für alle, denen es wichtig ist, ökonomisch wie ökologisch nachhaltig zu handeln. Unser Anliegen ist es, die Daten unserer Nutzer zu schützen und sie nicht meistbietend an die Werbewirtschaft zu verkaufen.“

    Eine Mailadresse (name@posteo.de) kostet 1 Euro pro Monat. Dafür erhälst du einen 2 GB Mailspeicher und Extras wie Kalender, Adressbuch etc. und natürlich keine Werbung! Die eigenen Daten kann man per Zwei-Faktor-Authentifizierung sichern oder das gesamte Postfach verschlüsseln. Mehr zur Verschlüsslung bei Posteo erfahrt ihr hier.

    Seinen Strom bezieht Posteo von Greenpeace Energy. Die Bankgeschäfte werden über „Öko“-Banken, GLS Bank und Umweltbank, abgewickelt. Auch bei der Einrichtung der Büros setzt Posteo auf Umweltverträglichkeit und verwendet zum Beispiel FSC-Holz. Außerdem stellt Posteo seinen Mitarbeitern kostenfreies bio-vegetarisches Mittagessen zur Verfügung. Erwähnenswert ist auch, dass Posteo in einem jährlichen Transparentbericht veröffentlicht, wie oft Behörden Zugang zu Postfächern haben wollten. Posteo spendete im Jahr 2015 24.000 Euro an NGOs, darunter an die UNO-Flüchtlingshilfe, an den BUND und an Reporter ohne Grenzen.

    Stiftung Warentest verglich im Oktober 2016 15 Email-Anbieter miteinander, wobei Posteo zusammen mit Mailbox.org als einzige Anbieter die Testnote „Sehr gut“ erhielten.

    Mailbox.org

    Mailbox.org wurde 2014 als Reaktion auf die Snowden Affäre vom Email-Provider JPBerlin gegründet. Laut eigener Aussage sind JPBerlin und mailbox.org „keine x-beliebigen technischen Anbieter, sondern schaffen bewusst Rückzugs- und Sicherungsräume, schützen die Meinungsfreiheit und stellen die eigentlich selbstverständlichen Möglichkeiten einer unüberwachten privaten Kommunikation wieder herstellen“.

    Für 1 Euro pro Monat bekommst du ein werbefreies Email-Postfach (name@mailbox.org) mit einer Größe von 2GB. Zusätzlich zum Postfach, Adressbuch und Kalender bietet Mailbox ein Text- und Tabellenkalkulationsprogramm an. Auch bei Mailbox.org wird Verschlüsselung groß geschrieben. Es werden Zwei-Wege-Authentisierung und Einmalpasswörter unterstützt. Mehr zum Datenschutz und Verschlüsselung findest du hier.

    Strom bezieht Mailbox.org vom Ökostromanbieter Lichtblick. Das Konto von mailbox.org liegt bei der Sozialbank. Neben Posteo war Mailbox bei dem Test von Stiftung Warentest letztes Jahr Testsieger. Utopia empfiehlt Mailbox.org vor allem für berufliche Anwender, weil es einen Cloud-Speicher gibt und der Dienst auch mit eigener Mail-Adresse (zum Beispiel @utopia.de) genutzt werden kann.

    Ownbay.de

    Bei Ownbay.de erhältst du ein Mailpostfach mit 2GB Speicherplatz für 1 Euro pro Monat. Die Server stehen bei einem Hamburger Anbieter, der mit Ökostrom von NaturStrom betrieben wird. Das Firmenkonto von Ownbay.de liegt bei der GLS Bank. Auch hier kannst du dein Postfach komplett verschlüsseln. Laut Utopia ist die Handhabung von Ownbay.de allerdings etwas mehr auf technisch versierte Nutzer ausgerichtet als Posteo oder Mailbox.org.

    Mail.de

    Mail.de landet beim Stiftung Warentest Test hinter Posteo und Mailbox.org auf Platz drei. Um keine Werbung zu erhalten, musst du 1,99 Euro pro Monat zahlen. Auch Mail.de betreibt seine Server mit Ökostrom, welchen sie von Hamburg Energie erhalten. In den Bereichen Anonymität und Privatsphäre liegt Mail.de bei den Branchenstandards.

    Biomail.de

    BioMail.de gibt es seit 2007. Sie beziehen ihren Strom von Greenpeace Energy. Für 1,49 Euro im Monat erhältst du hier ein 100Mb großes Postfach plus die üblichen Features wie Kalender und Adressbuch. Außerdem wird der Tarif direkt für ein Jahr gebucht. Im Vergleich ist Biomail.de also teurer, aber vielleicht reizt die Mailadresse @biomail zu einem Wechsel zu diesem Anbieter.

    greensta.de

    Auch greensta.de betreibt seine Server mit Strom von Greenpeace Energy und hat das Firmenkonto bei der GLS-Bank. Für 2,99 Euro pro Monat bekommst du 3GB Speicherplatz für deine Mails. Er ist daher teurer, bietet aber auch mehr Speichervolumen.

    Und? Nutzt ihr schon einen "Grünen" Emailanbieter? Wenn nein, würde mich interessieren warum nicht. Ist es euch zu teuer? Zu viel Mühe umzusteigen? Ich selbst nutze seit seit drei Jahren Posteo und bin damit sehr zufrieden. Ich hoffe ihr steigt bald auf den "Grünen" Emailanbieter eurer Wahl um und erzählt es euren Freunden, Bekannten und Familie weiter.

    Hier geht es zum Tipp der Woche über "Öko"-Bankkonten.

    Quellen:

    https://utopia.de/ratgeber/e-mail-adresse-alternative/

    http://www.taz.de/!5098622/

    Webseiten der einzelnen Anbieter

     

     

Kommentare

5 Kommentare
  • Sarah25
    Sarah25 @TobiS: Ja das ist gut, dass Apple das so macht und dabei Vorreiter in der Branche ist. Aber nur weil ich ein werbefreies, grünes Postfach haben will, kaufe ich mir noch lange kein MacBook...
    Außerdem ist Apple meiner Meinung nach nicht das beste...  mehr
    29. Juli 2017 - 1 gefällt das
  • TobiS
    TobiS Auch Apple investiert in "saubere, grüne" Projekte, wie z. B. "grünere" Produkte, erneuerbare Energien und in den Schutz von Wald in China in einem gemeinsamen Projekt mit dem WWF, wie du in diesem Bericht nachlesen kannst:...  mehr
    29. Juli 2017
  • Sarah25
    Sarah25 Das bestreite ich auch gar nicht. Ich sage nur, dass es noch lange nicht die Priorität hat, die es haben wollte und nicht auf der Top To-Do-Liste des Unternehmens stehet (denke ich zumindestens) sondern eher so nebenher gemacht wird. Ich weiß ja nicht...  mehr
    30. Juli 2017
  • JohannaK
    JohannaK Ich denke, es ist wichtig, dass sich Umweltschutz und Klimaschutz auch in der breiten Masse von Unternehmen etabliert und nicht nur durch kostenpflichtige kleinere Ökoanbieter betrieben wird. Deshalb finde ich die Bemühungen von Apple auf dem Gebiet...  mehr
    30. Juli 2017 - 1 gefällt das