Berichte

Gorilla Tracking mit Daniela

  • Der Morgen beginnt um 05:30 Uhr. Silke und ich schnappen unseren Kulturbeutel und wollen uns waschen. Hier ist die Dusche aber keine provisorische Holzhütte mit einem Eimer Wasser. Noch besser als das Bad im Sangha ist die Wasserfalldusche! Ein paar Meter geht es einen steilen Weg hinab. An seinem Ende fließt ein kleiner Bach, der von herab fallendem Wasser gebildet wird. Das kühle Nass fällt aus einer Höhe von drei Metern in die Tiefe. Hinter dem Wasservorhang befindet sich eine Höhle und die hat ein paar ganz besondere Bewohner. Wenn man genauer hinsieht, entdeckt man hunderte von Fledermäusen. Einige von ihnen verlassen die dunkle Grotte, ein paar andere kehren zum Schlafen Heim. Es ist noch nicht sonderlich warm und noch kälter ist der Wasserfall. Nach kurzem Zögern stellen wir uns aber mutig mitten in seinen stärksten Strahl. Es dauert nicht lange und wir sind vollkommen wach.

    Nach dem Frühstück treffen wir Daniela, eine junge Forscherin aus Deutschland. Sie schreibt zur Zeit an ihrer Doktorarbeit für die sie die Laute und Kommunikation der Gorillas untersucht. Nach einer kurzen Einführung in ihre Forschungsarbeiten müssen wir aufbrechen. Um 07:15 Uhr sind wir bereits spät dran.

    Wir müssen nur einen Schritt gehen und schon verlassen wir das Camp und sind von dichtem Wald umgeben. Jetzt sind wir wieder auf dem Weg zu den Gorillas. Auch heute begleiten uns BaAka Tracker, die uns mit ihrem guten Gespür und ihren Kenntnissen zu den Primaten führen. Es dauert nicht lange bis wir auf den ersten Gorilla treffen, ein Jungtier. Kurze Zeit später sehen wir auch den Silberrücken Makumba. Heute ist die Gruppe ziemlich ruhig. Makumba ist sogar so entspannt, dass er sich mit ein paar Früchten unterm Arm in unsere Richtung begibt und sich in einem Abstand von nur drei Metern vor uns auf den Boden setzt. Aus dieser Distanz können wir jedes seiner Kaugeräusche wunderbar wahrnehmen. Erst jetzt merken wir, wie gewaltig stark sein Kiefer ist.

    Ein wenig später treffen wir auf ein Weibchen. Sie schaut uns neugierig an und ist von Ollis orangefarbenen Schuhen fasziniert. Ein paar mal macht sie Anstalten sie sich genauer anzusehen, aber am Ende verschwindet sie doch im Dickicht.

    Alle fünf Minuten sieht Daniela auf die Uhr und notiert was die Tiere tun. Mit einem Tonbandgerät bewaffnet nimmt sie die Geräusche von Makumba und seiner Gruppe auf.

    Heute war ein guter Tag für uns. Es kommt nicht oft vor, dass sich der Silberrücken so selbstverständlich in die Nähe von Menschen setzt. Auch das interessierte Verhalten des Weibchens ist ein eher seltener Anblick.

    Als wir ins Camp zurückkehren erfahren wir, dass die Pygmäen Schmuck gebastelt haben. Sie tauschen ihn gerne gegen ein Stück Seife, Feuerzeuge oder andere Gebrauchsgegenstände ein. Silke und ich bekommen je eine Halskette. Olli ergattert ein Armband. Dafür bekommen die BaAka eine Flasche Duschgel, ein Feuerzeug und eine Bürste mit integriertem Spiegel. Der Schmuck wird aus Naturmaterialien angefertigt. Kleine hohle Holzstücke und rote erbsenähnliche Früchte werden dabei aneinandergereiht. Wir sind gespannt, wie lange die roten Anteile der Ketten prall bleiben werden.