Berichte

Mit Rauschen und Piepen dem Wolf auf den Fersen

  • Heute haben uns unsere Wolfsexperten Jörg und Stephan gezeigt, wie man die Wanderungen der Wölfe mit Hilfe der Telemetrie nachvollziehen kann. Forscher nutzen dieses Verfahren um festzustellen, wie sich Wölfe bei wechselndem Wetter, wechselnder Landschaft und menschlichen Einflüssen verhalten und wie ihr Tagesablauf ist.

    Du fragst dich jetzt vielleicht, wie das geht, denn Wölfe haben ja von sich aus keine Antenne am Kopf. Der Wolf muss ein Senderhalsband haben. Und dieses Halsband muss der Wolfsforscher zu Beginn am Wolf anbringen. Es können also nur Wölfe geortet werden, die ein solches Halsband tragen, aber damit verraten sie uns Infos über das typische Verhalten aller Wölfe.

    Das setzt natürlich voraus, dass Forscher Wölfe einfangen müssen, um sie besendern zu können. Und jetzt fragst du dich bestimmt, ob das ok ist, Wölfe dafür einzufangen. Das ist für einen Wolf sicher kein Spaß, aber fest steht auch: Die Forscher betäuben die eingefangenen Wölfe, untersuchen sie auf Krankheiten und lassen sie so schnell wie möglich wieder frei. Vor allem aber tut ihnen das Halsband nicht weh. Die Wölfe gewöhnen sich sehr schnell daran, und Untersuchungen haben gezeigt, dass die besenderten Wölfe in ihrem Rudel trotz Halsband von ihren Familienangehörigen weiter akzeptiert werden.

    Da wir leider nicht mal eben einen Wolf fangen konnten, musste Stephans Hund Bobby den Wolf spielen. Mit Hilfe einer Antenne und eines Empfängers versuchten wir Bobby zu finden. Stephan ging los und versteckte seinen Hund im Wald. Nun konnte unsere Suche mit Karte und Kompas beginnen.

    Jörg erklärte, dass wir die Antenne möglichst hoch in die Luft halten müssen. Das Halsband funktioniert wie ein Radio, gibt also UKW-Signale ab. Auf einem Wandererweg direkt neben der Spree hielten wir die Antenne alle 50 Schritte in die Höhe. Anhand einer Anzeige auf dem Gerät konnten wir sehen, in welcher Richtung sich Bobby nun ungefähr befand. Je schneller sich der Piepston wiederholte, desto mehr war Bobby in Bewegung. Alle 50 Schritt zeichneten wir auf der Karte ein, in welcher Himmelsrichtung der Empfänger am stärksten ausschlug. Ein, zwei Rückschlüsse, und schon hatten wir den ungefähren Standort von Bobby. Er war sehr glücklich uns zu sehen.

     

Kommentare

4 Kommentare
  • Wildnislehrer
    Wildnislehrer Hey Leute, checkt nochmal die Sache mit den Abständen der Pieptöne mit Stefan ab... ;-)
    15. September 2011
  • Nivis
    Nivis Der Herr auf dem letzten Bild erinnert mich an unserern Ranger auf dem Baumkronenpfad :)
    Danke für den interessanten und spannenden Bericht!!!!
    16. September 2011
  • Gluehwuermchen
    Gluehwuermchen Müssen alle Wölfe besendert werden, die in Deutschland leben? Irgendwie mag ich die Besenderung von Tieren nicht, man nimmt ihnen doch ein Stück Wildheit :( Naja. klar, wichtig für Datenerhebungen...^^ schade, dass es soweit kommen musste.
    16. September 2011
  • Birne4
    Birne4 In Deutschland gibt es momentan nur 1 junge Wölfin, die einen funktionierenden Sender trägt - sie lebt in Sachsen-Anhalt auf dem TÜP Altengrabow ("Tina").
    In der Lausitz gibt es 4 Wölfe, deren Sender nicht mehr funktioniere...  mehr
    21. September 2011