Berichte

Wolfsspuren im Sand

  • Müde, aber gut ausgestattet mit Proviant und Rucksäcken ging es heute den ganzen Tag raus. Das Beste am ganzen Tag fanden wir durch Zufall - obwohl wir mit unserer richtigen Wanderung noch nicht mal gestartet waren. Wir fanden tatsächlich Wolfsspuren im Sand! Eigentlich wollten wir nur unsere Fotofalle kontrollieren. Da waren zwar noch keine Bilder zu sehen, aber die Hoffnung bleibt, da wir nun immerhin wissen, dass dort die Wölfe verkehren.

    Die Wolfsspuren fanden wir von einem asphaltierten Weg kommend auf einem der vielen Sandwege. Erst war uns nicht klar, ob das nicht doch vielleicht ein Hund war, also vermaßen wir erst die Pfotenabdrücke, dann Schrittlänge und Schrittbreite. Alles passte zusammen: Es könnte ein Wolf gewesen sein. Die Spuren passten aber auch auf größere Hunde wie Schäferhunde, also hieß es der Spur folgen und gucken wie sie verläuft. Hunde schweifen gerne aus, laufen selten gradeaus. Im Gegensatz dazu laufen Wölfe gerne mal über längere Strecken entspannt geradeaus und vorrausschauend. Sie schweifen höchstens mal aus, um ihr Revier an einer markanten Stelle - etwa einem kleinen Bäumchen an einer Wegkreuzung - zu markieren.

    Um einen guten Überblick über die Spur zu haben, stecken Spurenleser die Abdrücke mit kleinen Holzstäbchen ab. Mikado eignet sich perfekt dafür. ;)

    Je länger wir der Spur folgten, desto klarer wurde uns: "Es war ein Wolf!" Sofort machte sich eine ganz besondere Stimmung breit, und als dann selbst unser immer zweifelnder Fährtenleser Jörg sagte, dass es zu 90 Prozent ein Wolf gewesen sein muss, war uns klar: Wir hatten unsere erste Begegnung mit einem Wolf, wenn auch indirekt.

    Es dauerte eine ganze Weile, bis wir uns von der Spur losreißen und weiterwandern konnten zu einem alten Tagebaugelände, dass geflutet wurde. Hierdurch war ein See entstanden. An dem See beobachteten wir Seeadler und genossen einfach die einmalig schöne Landschaft. Auf dem Weg zum See, fanden wir noch eine „Baby“-Ringelnatter, die wir Bernadette nannten.

    Wieder im Camp angekommen, gab es noch ein packendes Fußballmatch, in dem sich der Fotograph Klaus als Torjäger entpuppte und auch Helen ungeahnte Talente zeigte, leider wurde es dunkel und wir mussten uns auf eine Revanche einingen.

    Jetzt gibt es noch ein Lagerfeuer. Morgen werden wir unter anderem einen Schäfer interviewen und ihn fragen, ob er Wölfe als Bedrohung sieht. Außerdem wollen wir zu einer Nachtwanderung aufbrechen, mal gucken ob wir dann nicht auch noch eine zweite Begegnung mit dem Wolf durch sein Heulen haben, was entgegen der Märchen nicht nur bei Vollmond zu hören ist. Vielmehr heulen die Rudel, um ihr Revier zu markieren oder miteinander zu kommunizieren. Wir werden euch genau erzählen, was wir gehört haben.

Kommentare

8 Kommentare
  • JohannesB
    JohannesB Klingt wirklich grandios, was ihr so alles erlebt!!! Habt weiterhin viel Spaß und berichtet fleißig über Eure Erlebnisse! :)
    13. September 2011
  • P
    P Klingt richtig aufregend. Bin schon gespannt, was ihr bei der Nachtwanderung so erlebt habt ;)
    13. September 2011
  • anni95
    anni95 Na, das läuft doch super! Viel Spaß und Erfolg noch!
    13. September 2011
  • laLouve
    laLouve Viel Glück, ich wünsche euch alles gute und das ihr noch einen Wolf zu sehen bekommt!
    14. September 2011