Berichte

Liebe deinen Hahn & Häkeln mit Zelten

  • Plastik ist ein Material, das nicht nur uns in der Community ständig beschäftigt. Mittlerweile haben viele die Probleme erkannt, die mit Kunststoffen zusammenhängen: Auf der ganzen Welt setzen sich Leute dafür ein, die Umweltverschmutzung durch Plastik zu verringern. Ständig gibt es neue Erkenntnisse und Möglichkeiten, die Welt ein kleines bisschen plastikfreier zu gestalten. Einige davon möchte ich Euch hier kurz vorstellen.

    Das gibt es diesen Monat:

    • Meerkreativität
    • Liebe deinen Hahn
    • Was zum Lachen für Zwischendurch
    • Häkeln mit Zelten
    • Selbst aktiv werden
    • Community gegen Plastik

    Meerkreativität

    Die Sommersonne scheint und Ihr seid auf der Suche nach Urlaubsfeeling? Dann schaut doch mal auf der Seite meerkreativitaet vorbei! Dort könnt Ihr die Kunstwerke von Chris Landrock bestaunen. Chris ist Künstler, Lehrer und Umweltaktivist und als Surfer ein absoluter Meeresliebhaber. Umso mehr stört ihn die Verschmutzung der Meere durch Plastikmüll. Deshalb sammelt er alleine oder mit Gruppen Müll an Stränden und verwandelt das Plastiktreibgut in Kunstwerke, eben „art against waste“, wie man auf seiner Seite lesen kann. In Chris‘ kreativen Skulpturen und Collagen ist der Abfall definitiv besser aufgehoben als in den Ozeanen oder an den Stränden, denn wie Chris schreibt: „The beach is not a wastebin“. Außer durch seine Kunstwerke macht Chris auch durch Vorträge und Workshops auf die Plastikverschmutzung der Meere aufmerksam.  

    Bild von Sergei Tokmakov, Esq. auf Pixabay

    Liebe deinen Hahn

    Vom Meerwasser kommen wir zum Leitungswasser, kreativ bleibt es aber. Sich sein Wasser frisch aus dem Hahn zu zapfen, statt in Plastikflaschen aus dem Supermarkt nach Hause zu schleppen, ist einer der einfachsten Plastik-(und CO2-, Geld- und Zeit-)Spartipps überhaupt. Trotzdem kauft über die Hälfte der in Deutschland lebenden Menschen abgefülltes Wasser statt Deutschlands am besten kontrollierts Lebensmittel. Wie kann man schnödes Leitungswasser gegenüber den Werbeversprechen von Mineralwasservertreibern attraktiv machen und mit Vorurteilen darüber, dass das Wasser aus der Flasche gesünder sei, aufräumen? Linda Dierke und Stefanie Nagel haben sich dieser Herausforderung letztes Jahr im Rahmen ihrer Abschlussarbeit im Fach Kommunikationsdesign gestellt. Herausgekommen ist in Kooperation mit der Verbraucherzentrale NRW die Kampagne #liebedeinenhahn, die insbesondere auf 18–30-Jährige abzielt und sie dazu motivieren soll, Leitungswasser zu trinken. Auf der zugehörigen Internetseite werden die bekanntesten Leitungswassermythen auf witzige Weise aufgeklärt und die Vorteile von Leitungswasser hervorgehoben. Mithilfe eines Rechentools lässt sich herausfinden, wie viel man beim Umstieg auf das Wasser aus dem eigenen Hahn sparen kann und eine Rezeptesammlung zeigt, wie man Leitungswasser aufpeppen kann.

    Bild von silviarita auf Pixabay

    Was zum Lachen für Zwischendurch

    Der Anblick abfallübersäter Landschaften und grausam an Plastikmüll verendeter Vögel und Meerestiere schlägt einem schnell auf die Stimmung. Traurige Meldungen zum Thema Plastik gibt es leider in rauen Mengen und immer wieder werden neue erschreckende Erkenntnisse darüber erlangt, wie weit der Plastikmüll bereits in unser Ökosystem und sogar in unsere Körper vorgedrungen ist. Im Plastik-Update konzentrieren wir uns bewusst auf positive Nachrichten, in der Hoffnung, dass sie inspirieren und dazu motivieren, selbst aktiv zu werden. Zwei Beiträge, die ich mit Euch teilen will, passen nicht so recht in diese Kategorie, aber mich haben sie zum Lachen gebracht und sie zeigen einen anderen Weg auf, mit dem Thema Plastikverschmutzung umzugehen. Satire bietet eine Möglichkeit, auf Missstände aufmerksam zu machen, indem man sie maßlos übertrieben darstellt und ins Lächerliche zieht. Dieser Artikel des Satireportals Postillon, in dem behauptet wird, die AfD zweifle daran, dass der weltweite Anstieg von Verpackungsmüll menschengemacht sei, legt nahe, wie absurd es ist, den Klimawandel nicht als menschengemacht zu betrachten und weißt gleichzeitig daraufhin, dass das Verpackungsmüllaufkommen immer weiter steigt und dringed gehandelt werden muss. Besonders lachen musste ich auch über den satirischen Imagefilm der Plastikindustrie von extra 3, den Ihr unten sehen könnt, und in dem trotz der absolut übertriebenen Darstellung doch ein Körnchen an Wahrheit steckt. Schließlich feiert sich die Plastikindustrie gerne selbst, auch gerade jetzt in der Coronakrise, obwohl sie zu zahlreichen Umweltproblemen beiträgt. Kennt ihr noch mehr satirische oder einfach humorvolle Beiträge zum Thema Plastikmüll?

    Häkeln mit Zelten

    2020 ist ausnahmsweise mal nicht das Wetter daran schuld, dass die Festivalsaison ins Wasser fällt. Es ist unglaublich schade, dass wir in diesem Sommer nicht gemeinsam draußen tanzen und die Musik genießen können, aber um dem ganzen wenigstens ein ganz kleines bisschen etwas Positives abzugewinnen: Es wird jede Menge Müll eingespart. Abgesehen von bergeweise Verpackungsmüll hinterlassen Festivalgäste häufig auch ihr noch nutzbares Camping-Equipment. Unter den 260 Tonnen Abfall, die 2018 nach Rock am Park zurückgeblieben sind, befanden sich unter anderem auch Campingstühle, Sonnenschirme und ganze Zelte. Das Ausmaß der Ressourcenverschwendung am Ende des Festivals zu sehen hat dem Nürnberger Alexandru Ciocea die Lust an dem bunten Treiben verdorben. Statt mitzufeiern, kommt er jetzt, wenn die Party vorbei ist, filmt die Hinterlassenschaften für seinen YouTube-Kanal und sammelt die Planen kaputter Zelte für ein Upcycling-Projekt: Er schneidet sie in Streifen und häkelt daraus Taschen und Turnbeutel. Dadurch hofft er, ein kleines Zeichen setzen und den ein oder anderen zum Umdenken bringen zu können. Ein Umdenken ist was die Festivals und den Plastikmüll betrifft, insgesamt dringend nötig, denn gerade bei großen mehrtägigen Festivals mit strengen Auflagen, was man mit aufs Gelände nehmen darf, fallen Unmengen an Einwegabfall an. Mit Glastonbury hat im letzten Sommer das größte Festival in Großbritannien bereits einen ersten Schritt gemacht und den Verkauf von Plastikflaschen auf dem Gelände verboten. Stattdessen wurden hunderte Wasserspender aufgestellt und die Feiernden ermutigt, wiederauffüllbare Flaschen mitzubringen. Bleibt zu hoffen, dass weitere Veranstalter dem Beispiel folgen und wir nächstes Jahr eine unbeschwerte und müllfreiere Festivalzeit genießen können.

     (c) A. Zeiß / WWF Jugend

    Selbst aktiv werden

    Diesen Monat haben wir einige Beispiele für Euch, wie leicht man von zu Hause aus internationale Kampagnen unterstützen kann. Setzt Euch mit dieser Petition gegen Einwegplastik in Ostafrika ein und setzt Eure Unterschrift unter diese Petition der Plastic Pollution Coalition, die sich dagegen einsetzt, dass die Plastik-Industrie Corona als Ausrede nutzt, um Plastikverbote zu kippen.

    Greenpeace Österreich setzt sich gerade intensiv gegen die Plastikflut ein. Ganze fünf Petitionen laufen gerade zu diesem Thema. Steffi hat sie hier für Euch zusammengefasst und zeigt Euch, wie Ihr die Plastikaktivisten aus dem Nachbarland mit wenigen Klicks unterstützen könnt.

    In Irland ist diesen Monat die Kampagne Sick of Plastic! gestartet, die sich für weniger Plastik in Supermärkten einsetzt. Und das Schöne ist, man kann auch abseits der grünen Insel teilnehmen. Im Rahmen der Kampagne, werden verschiedene Aktionsideen vorgeschlagen:  Zunächst könnt Ihr diese Petition unterschreiben und eine Postkarte an einen Supermarkt in Deiner Nähe senden. Wenn Euch im Supermarkt auffällt, dass ein unverpacktes Produkt teurer ist als das gleiche Produkt mit Verpackung, schießt ein Beweisfoto und postet es mit dem Hashtag #Loose4Less. Ihr könnt auch Deine eigene Shop and Drop Aktion veranstalten und den ungewollten Plastikmüll nach dem Bezahlen einfach im Supermarkt lassen.

    Passend zu der irischen Supermarkt-Aktion haben wir noch ein deutsches Crowdfunding-Projekt für Euch. In dem Sammelband „Einfach weglassen?“ beschäftigen sich Wissenschaftler und Experten verschiedener Disziplinen damit, wie der Lebensmittelhandel mit weniger Verpackung auskommen kann, und beleuchten das Thema Plastikverpackungen kritisch aus verschiedenen Perspektiven. Damit dieses spannende Buch bald den Weg in Bücherregale und Bibliotheken finden kann, muss allerdings das Fundingziel erreicht werden. Hier geht’s zum Crowdfunding. 

    Community gegen Plastik

    In diesem Monat dreht sich hier in der Community alles um das Thema Plastik und darum, wie wir verantwortungsvoller mit Kunststoffen umgehen können. Wie schon in den letzten Jahren beteiligt sich die WWF Jugend auch 2020 am Plastic Free July, einer weltweiten Challenge rund um das Vermeiden von Plastikmüll. Zahlreiche Community-Mitglieder sind mit dabei und befinden sich nun im Endspurt der Challenge. Einigen besonders schnellen von Euch konnten wir den Start in den Plastic Free July mit unserem Starterkit erleichtern. Besonders engagiert haben sich diesen Monat Johanna und Julius, die ihr Plastikexperiment schon zum dritten Mal an eine Spendenaktion geknüpft haben. Hier könnt ihr nachlesen, wie Julius Plastiksparen in Quarantäne erlebt und wie Johannas Plogging-Runde gelaufen ist, und die beiden dabei unterstützen, ihr Spendenziel zu erreichen.

    Den ganzen Monat über versorgen wir Euch täglich mit Infos rund ums Thema Plastik. Johanna berichtete davon, wie sie während ihres FÖJs containerweise Plastik im Watt fand, Tara zeigte, wie man selbst Binden nähen kann und ich habe einen Überblick über plastikfreies Kochen mit Basiszutaten aus dem Supermarkt gegeben. Haltet auch in den nächsten Tagen Ausschau nach unseren Postings und lasst uns wissen, wie der Plastic Free July bei Euch gelaufen ist!

    Im letzten Plastik-Update hat Ronja Euch unter anderem eine Vorschau auf den plastikfreien Juli gegeben und über ein Theaterstück zum Thema Mikroplastik berichtet.

     

    Quellen:

Kommentare

4 Kommentare
  • stellasophies
    stellasophies So viele tolle Ideen & Inspirationen! Vor allem die gehäkelten Zelt-Taschen gefallen mir richtig gut
    28. Juli - 2 gefällt das
  • SteffiFr
    SteffiFr Taschen aus Zelten zu häkeln, ist wirklich eine geniale Idee.
    Vor ein paar Tagen erst habe ich eine Anleitung gelesen, wie man Schwämme/Lappen aus alten Socken weben kann. Dazu habe ich auch irgendwie Lust (und auch löchrige Socken).
    31. Juli - 1 gefällt das
  • Cookie
    Cookie Das klingt spannend, Steffi! Löchrige Socken hätte ich auch genug Hast Du zufällig einen Link zu der Anleitung?
    1. Aug.
  • SteffiFr
    SteffiFr Hier ist der Link, von Smarticular:...  mehr
    2. Aug.