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Plastic Free July 2019 - Alle täglichen Posts auf einen Blick

  • Für Millionen von Menschen war der letzte Monat ein spannendes Experiment: Sie haben am Plastic Free July teilgenommen und einen Monat lang bewusst versucht, ihren Plastikkonsum zu reduzieren. Auch viele WWF Jugend Mitglieder haben in den letzten 31 Tagen den Selbstversuch gewagt. Johanna und Julius haben ihren plastikfreien Monat wie im letzten Jahr mit einer Spendenaktion verknüpft und konnten 801 Euro für ein Pilotprojekt des WWF zur Verbesserung der Müllentsorgung in der Mekongregion sammeln. Johanna hat darüber hinaus in der Community über ihre Vorbereitungen auf den Plastic Free July sowie ihre Erkenntnisse nach 9 Tagen und nach 21 Tagen berichtet.  

    Mein Projekt für den Plastic Free July 2019 war es, täglich Hintergrundinfos, Anregungen und Plastikspartipps hier in der Community zu posten. Ich habe mich bemüht, darauf zu achten, dass die Posts sich nicht zu sehr mit denen aus dem letzten Jahr doppeln. Alle unsere Plastikspartipps aus 2018 sind zusammen mit vielen weiteren Infos und Hinweisen in unserem digitalen Aktionsheft zu finden. Damit auch die Tipps aus diesem Jahr auf einen Blick verfügbar sind, habe ich sie in diesem Bericht noch mal zusammengefasst, ergänzt durch die vielen tollen Ratschläge, die Ihr in den Kommentaren eingebracht habt. An dieser Stelle noch einmal vielen lieben Dank für alle Eure Beiträge und Tatzen nach oben, die mich motiviert haben, den ganzen Monat über mit den täglichen Posts durchzuhalten!

    (c) Plastic Free July https://www.plasticfreejuly.org/resources/posters/

    Hier kommen alle Plastic Free July 2019 Tipps:

    1: Wir haben 10 ganz einfache Tipps, um Plastik im Alltag zu reduzieren, als Video für euch zusammengefasst.

    2: Mit Essig und Öl kann man nicht nur in der Küche zaubern, sie helfen auch, das Bad plastikfrei zu halten. Apfelessig ist eine Wunderwaffe gegen fiese Pickel und mit Olivenöl reibe ich meine Beine nach dem Rasieren ein. Öle kann man generell wunderbar als Ersatz für Hautcreme verwenden. Weil die großen Flaschen doch eher unhandlich für den Gebrauch als Kosmetikersatz sind, habe ich mir Essig und Öl fürs Bad in kleine Gläschen abgefüllt.

    3: Hast Du schon die erste plastikfreie Einkaufstour unternommen? Standst Du auch schon vor den Regalen und hast verzweifelt nach Dingen gesucht, die gleichzeitig unverpackt, bio, vegetarisch oder vegan, saisonal und regional sind? Manchmal gibt es dieses perfekte Produkt leider einfach nicht und dann muss man entscheiden, ob man es einfach weglässt oder man muss Prioritäten setzen. Bloggerin Olga hat sich ausführlich Gedanken darüber gemacht, was für sie Vorrang hat, bio oder Zero Waste. Vielleicht helfen ihre Überlegungen auch Dir bei der Entscheidungsfindung.

    4: Bist Du auf Produkte gestoßen, auf die Du nicht verzichten möchtest, die aber in einer unnötigen Plastikverpackung stecken? Dann sprich den Hersteller darauf an! Mit der Replace Plastic App geht das ohne großen Aufwand, Du musst lediglich den Barcode des Produkts einscannen.
    Auch sonst lohnt es sich, an Orten, an denen Euch unnötiges Plastik auffällt, einfach mal nachzufragen, warum das so ist und freundlich Änderungsvorschläge zu machen (z.B. bei Eisdielen, die nur Plastikbecher haben). 

    Alexas_Fotos / Pixabay https://pixabay.com/photos/shopping-business-retail-2613984/

    5: Vegane Aufstriche aus dem Glas sind ein toller plastikfreier Brotbelag. Na ja, fast plastikfrei, wenn man von der Beschichtung im Deckel absieht. Hier sollte man auf die blauen Ringe achten, denn die zeigen an, dass der Kunststoff im Deckel ohne giftige Weichmacher auskommt (sieht man leider erst, wenn das Glas schon offen ist). Die leeren Gläser kann man prima weiterverwenden, z. B. für Marmelade oder für eigene Aufstriche, denn Selbermachen ist in diesem Fall noch müll- und oft auch geldsparender. Tolle Rezeptideen hat z. B. das Umweltreferat meiner alten Uni hier zusammengestellt. Meine Favoriten: Quick-Fit Linse und Knorke-Kerne mit getrockneten Tomaten.

    6: Nachzufragen, ob etwas auch in einen mitgebrachten Behälter gefüllt werden kann, kostet ein bisschen Überwindung. Bisher habe ich damit von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen aber immer gute Erfahrungen gemacht. Meistens ist es kein Problem und oft wird es positiv aufgenommen oder sogar belohnt, wenn man versucht, Plastikmüll zu vermeiden: Für meine Upcycling-Gemüsesäckchen hab ich schon oft Komplimente bekommen, beim Obststand auf dem Markt bekommen alle Kunden mit einer eigenen Tasche einen Apfel geschenkt, auf Heißgetränke im eigenen Becher bekommt man an einigen Orten Rabatt und an meinem Lieblingspommesstand in Jena waren die Portionen in meiner eigenen Dose immer etwas größer. Solche Erfahrungen motivieren mich ungemein, immer weiter zu machen. 

    Tobi kann bestätigen, dass eigene Behälter für Brot, Obst und Gemüse eigentlich kein Problem sind. Nur wenn er spät abends zum Bäcker geht und das Brot schon verpackt ist, weil es gespendet oder als Brot vom Vortag verkauft werden soll, verzichtet er darauf, es in seinen Stoffbeutel umzufüllen.

    Auch Steffi hat ähnliche positive Erfahrungen gemacht wie und bekommt oft noch eine Handvoll Kirschen, Radieschen etc. obendrauf, wenn sie mit eigenen Beuteln einkaufen geht. 

    Pexels / Pixabay https://pixabay.com/photos/boxes-colours-food-1834416/

    7: Als Wort zum Sonntag ein Zitat, das auch wunderbar zum plastikfreien Leben passt und das ich sehr mag, weil es einfach so wahr ist. Veränderung braucht Zeit und wir haben nicht alle die gleichen Möglichkeiten, Plastik in unserem Alltag zu reduzieren. Statt alles auf einmal weglassen zu wollen uns wegen jedem Fitzelchen Plastik, das wir nicht vermeiden konnten, Vorwürfe zu machen und irgendwann frustriert aufzugeben, sollten wir lieber unsere Erfolge beim Plastiksparen feiern. Wir sollten andere ermutigen, einfache Schritte umzusetzen, und uns mit ihnen freuen, wenn sie es geschafft haben. Wie viel Plastik wir z. B. sparen könnten, wenn alle Obst und Gemüse nur noch lose kaufen würden!

    (c) A. Zeiß / WWF Jugend

    8: Spülschwämme sind meist aus Kunststoff und gehen schnell kaputt. Plastikfreie Alternativen sind Holzbürsten mit Naturborsten, Metallschwämme für hartnäckigen Schmutz (oder um Klebeetiketten abzubekommen) und natürlich Baumwolllappen. Für diese muss man nicht unbedingt Geld ausgeben, man kann sie auch einfach aus alten Kleidungsstücken oder anderen Stoffresten zurechtschneiden. Steffi z. B. hat sich und ihren Eltern Spüllappen aus alter Bettwäsche genäht. Johanna hat während des Plastic Free July Waschlappen als tolle Spülschwammalternative entdeckt. Wenn Du mehr Zeit investieren möchtest, kannst Du auch ein hübsches Baumwollspültuch stricken oder einen Spülschwamm aus Paketschnur aus Naturfasern stricken oder häkeln.

    9: Der WWF setzt sich weltweit für ein Ende der Plastikverschmutzung der Meere ein und fordert von der UN eine bindende Konvention, um den Eintrag von Plastik in die Ozeane bis 2030 zu stoppen. Unterschreibe die Petition und teile sie mit allen, die Du kennst. Es gibt auch eine englische Version.  

     

    10: Warum verzichten wir eigentlich diesen Monat auf Plastik? Dass Kunststoffe nicht biologisch abbaubar sind, sondern sich in winzige Mikroplastikpartikel auflösen, die auch wir in unseren Körper aufnehmen, ist bekannt. Wir alle kennen die Bilder von an Plastikmüll verendeten Tieren und haben von giftigen Weichmachern gehört. Aber wusstest Du zum Beispiel auch, dass Plastik zum Klimawandel beiträgt, Frauen stärker von Kunststoffen und ihren Gefahren betroffen sind als Männer und wie wenig Plastik tatsächlich recycelt wird? Diese und viele weitere interessante Fakten rund um Plastik haben die Heinrich-Böll-Stiftung und der BUND in spannenden Texten und übersichtlichen Grafiken im Plastik-Atlas zusammengefasst. Hier kannst Du ihn Dir anschauen und einen Podcast mit den Macherinnen und Machern anhören.

    (c) A. Zeiß / WWF Jugend

    11: Vor einigen Monaten war ich bei einem Vortrag von Zero Waste Bloggerin Shia Su und ihrem Mann Hanno. Dort haben die beiden eine ähnliche Pyramide gezeigt. Wenn man nach diesem Prinzip vorgeht, spart man eine Menge Müll bzw. Plastik und gleichzeitig Ressourcen und Geld. Statt ein teures Ersatzprodukt zu kaufen, das kein Plastik enthält, lohnt es sich erst mal zu schauen, ob man nicht schon etwa besitzt, das den gleichen Zweck erfüllt. Shia erzählte z. B. davon, dass sie sich einen Zungenreiniger aus Metall gekauft und dann erfahren hat, dass man genauso gut einen Esslöffel verwenden kann. Im Internet sieht man oft Fotos von Zero Waste Haushalten voller schicker Edelstahl-, Glas- und Holzgegenstände. Ich finde, man sollte sich davon nicht zum Kaufrausch verleiten lassen, sondern Sachen erst nach und nach ersetzen, wenn sie kaputt gehen. Und sich vor dem Ersetzen erst mal fragen: Brauche ich das überhaupt oder kann ich es auch weglassen?

    12: Sommerzeit ist Festivalzeit. Leider ist das Vermeiden von Plastikmüll auch aufrund der Regeln, was man mit aufs Gelände nehmen darf, oft nicht leicht. Anregungen für Euren plastikfreien Festivalbesuch:
    - Der Zero Waste e.V. hat eine schöne Grafik mit Tipps für ein müllfreies Festival gestaltet.
    - Der WWF hat eine Festival-Packliste erstellt.
    - Einen sehr ausführlichen Zero Waste Festival Guide gibts von Zero Waste Deutschland.
    - Snacks, Dosenravioli, Blumenketten und Sonnenschutz einfach selbst machen? Hier erfahrt ihr, wie.
    Der ultimative Festival-Tipp: Geht zu den Change Days, dort ist Plastik sparen kein Problem.

    13: Samstag ist der Tag, an dem bei meinen Eltern jede Woche ein Stapel in Plastik verschweißte Werbung im Briefkasten landete, den sie gar nicht haben wollten. Lebt Ihr auch in einem der 20,7 Millionen Haushalte, die wöchentlich Einkauf Aktuell zugeschickt bekommen?
    Bei mir hat ein "Bitte keine Werbung"-Sticker am Briefkasten ausgereicht, um die Plastikpost daraus fernzuhalten. Wenn das nicht klappt, kann man den Werbemüll einfach online abbestellen und so jährlich 52 Plastiktüten sparen.
    Auch andere Post kann man abbestellen, z. B. Kataloge oder Briefe mit Bitte um Spenden, wie sie manche Organisationen versenden, weil man einmal gespendet hat. Meist kann man sich mit einer Mail an den Absender aus dem Verteiler nehmen lassen und spart so Papier und Plastikfenster in den Briefumschlägen. Notwendige Post wie Rechnungen und Kontoauszüge lassen sich oft auf digital umstellen.

    14: "Und willst du andre überzeugen, dann schick ihnen dies Gedicht, weil Plastik unkaputtbar ist, die Erde aber nicht." Rita Apel hat die Gefahren von Mikroplastik und was wir dagegen tun können in ihrem Poetry Slam auf kunstvolle Weise auf den Punkt gebracht.
    Kunst und Literatur können wertvolle Instrumente sein, um Botschaften zum Thema Plastik zu vermitteln. Mir fällt z. B. noch der Jugendroman "Floaters" von Katja Brandis ein.

    15: Ideen für plastikfreie Schreibwaren:
    - Stifte: Filzstifte, Fineliner und Textmarker durch unlackierte Holzbuntstifte ersetzen. Für Füller gibt es Konverter, die man aus dem Tintenfass befüllen kann. Alternativen sind wiederauffüllbare Textmarker und Kugelschreiber, bei denen man die Minen wechseln kann. Oder mit Bleistift schreiben.
    - Klebstoff: 150g Mehl und 0,5l Wasser verrühren und aufkochen und man erhält Mehlkleister. Alternativen sind Tapetenkleister in der Papierverpackung und Flüssigkleber aus der Glasflasche.
    - Tesafilm: Weglassen oder durch Papierklebeband ersetzen.
    - Schnellhefter: Gibt es aus Papier.
    - Lineale, Anspitzer: Gibt es aus Holz und Metall.
    - Radiergummis: Auf Naturkautschuk achten.
    - Klarsichthüllen: Gibt es aus Pergamentpapier. Ansonsten möglichst mehrfach verwenden und überlegen, ob man etwas nicht stattdessen lochen und ohne Hülle abheften kann.
    Tobi hatte noch den Tipp, dass es Klebebans auch aus recyceltem Plastik gibt, wenn man nicht darauf verzichten kann. Er hat außerdem darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, bei Papier- und Holzalternativen unbedingt auf den blauen Engel und FSC zu achten.

    rawpixel / Pixabay https://pixabay.com/photos/table-furniture-chair-inside-3289270/

    16: Fenster bekommt man nur mit speziellen Glasreinigern aus der Plastikflasche und besonderen Mikrofasertüchern sauber? Von wegen! Alles, was man braucht, sind irgendein Lappen (z. B. ein Waschlappen oder Stoffrest), Wasser und eine alte Zeitung. Erst wischt man das Fenster mit dem nassen Lappen sauber, dann knüllt man das Zeitungspapier zusammen und reibt damit das Fenster trocken und es wird wirklich streifenfrei sauber. Zeitungen bekomme ich selbst zwar nicht, da ich darauf achte, Papier zu sparen, aber in der Papiertonne des Mehrfamilienhauses, in dem wir wohnen, finde ich eigentlich immer welche. Den Fensterputztipp habe ich vom Zero Waste Blog Alternulltiv. Wer bei den letzten Change Days war, kennt die beiden Bloggerinnen aus Hamburg vielleicht, sie haben dort einen Zero Waste Worksop gegeben.

    17: Buchtipps rund um die Themen Plastik und Zero Waste:
    - S. Krautwaschl: Plastikfreie Zone: Wie meine Familie es schafft, fast ohne Kunststoffe zu leben
    - A. Bunk & N.Schubert: Besser leben ohne Plastik
    - N. Schubert: Noch besser leben ohne Plastik
    - B. Terry: Plastic Free: How I kicked the Plastic Habit and how you can too
    - B. Johnson: Zero Waste Home. Glücklich leben ohne Müll!
    - S. Su: Zero Waste. Weniger Müll ist das neue Grün
    - H. Sartin & C. Krauss: Wie wir es schaffen, ohne Müll zu leben. Zero Waste als Lifestyle
    - M. Glimbovski: Ohne Wenn und Abfall. Wie ich dem Verpackungswahn entkam
    - O. Witt: Ein Leben ohne Müll. Mein Weg mit Zero Waste
    - G. Pretting & W. Boote: Plastic Planet. Die dunkle Seite der Kunststoffe
    - J. Timrott: Strandgut aus Plastik und anderer Meeresmüll
    - J. Post: Besser machen statt besser wissen
    - V. Klaus: Müllkommanix. Ohne Abfall lebt’s sich leichter
    - C. Schulz: Plastikfrei für Einsteiger

    Steffi empfiehlt auch die Bücher von Smarticular:  Das "Plastiksparbuch" und die beiden Bücher "Selber machen statt kaufen" (ein Band ist "Haut und Haar/Bad", der andere widmet sich dem Bereich "Küche"). Die Tipps und Rezepte aus diesen Büchern findet man auch online. Steffi rät außerdem dazu, die Bücher in der Bücherei zu leihen, statt sie zu kaufen. Wenn es sie dort nicht gibt, kann man Kaufvorschläge machen.

    (c) A. Zeiß / WWF Jugend

    18: Kassenbons sind meist unnötiger Müll, aber immerhin aus Papier, oder? Leider ist das Thermopapier, das ermöglicht, die Bons ohne Tinte zu bedrucken, kunststoffbeschichtet. In vielen Fällen enthalten sie die Chemikalie BPA, die im Körper wie ein Hormon wirkt und im Verdacht steht, u. a. Krebs, Diabetes und Unfruchtbarkeit zu verursachen. Die gleiche Beschichtung findet man übrigens auch auf Fahrscheinen. Damit die giftigen Stoffe über den Recyclingprozess nicht ins Wasser und das neue Papier gelangen, sollte man Thermopapier im Restmüll entsorgen. Am besten ist es natürlich, wenn es gar nicht erst anfällt, indem man Online-Tickets nutzt und an der Kasse noch vor dem Ausdrucken darauf hinweist, dass man keinen Bon möchte. Bis 2020 soll BPA in Thermopapier in der EU verboten werden, Ersatzstoffe sind jedoch nicht risikofrei. Mehr Infos gibt es hier zum Hören und Lesen.

    19: Süßigkeiten und Knabberzeug gehören zu den plastikverpackten Dingen, bei denen ich am häufigsten schwach werde. Naschen geht aber auch ohne Plastik. Unverpackte Süßigkeiten findet man neben Unverpackt-Läden auch auf Märkten und Jahrmärkten. In Chocolaterien und Gummibären-Läden kann man fragen, ob man die Sachen in eigene Behälter füllen kann. Im Sommer ist meine Lieblingsnascherei Eis in der Waffel. Aufwändiger, aber meist preiswerter ist selber machen. Die Zutaten für viele Kekse findet man plastikfrei. Noch ein paar weitere Ideen:
    - Nachos
    - Gemüsechips
    - Energy Balls
    - Fruchtleder

    Steffi hat ein Rezept für Banane-Schoko-Eis gepostet: Einfach eine Banane einfrieren, (nach dem einfrieren) etwas antauen lassen, und mit etwas Honig (Alternativ weglassen, oder Zucker, Sirup verwenden) und 1 TL Kakao kurz pürieren. Ansonsten macht sie auch öfter Schokokese oder manchmal Waffeln und Riegel. Gummibärchen, Schokolinsen ("Smarties") u.ä. bekommt sie im Unterpackt-Laden und neulich wurde sie auch im Fairteiler fündig. 

    PublicDomainPictures / Pixabay https://pixabay.com/photos/background-brown-calorie-candy-2554/

    20: Was Kunststoffe und ihre Auswirkungen angeht, besteht noch jede Menge Forschungsbedarf. Das Civic Laboratory for Environmental Action Research in Kanada betreibt feministische und anti-koloniale Forschung zur Umweltverschmutzung durch Plastik. Dieser Kurzfilm gibt einen Einblick.
    Hast Du Lust, selbst zur Müllforschung beizutragen? Dann kannst du Dich an Citizen Science Projekten beteiligen. Bei TIDES z. B. kann man Daten zu Müllfunden am Strand eintragen.
    Du kannst auch Referate, Haus- und Abschlussarbeiten an Schule oder Uni nutzen, um Dich selbst wissenschaftlich mit Plastik zu beschäftigen. Die Forschung zu Müll und Plastik beschränkt sich bei Weitem nicht auf Naturwissenschaften. Sogar in der Literaturwissenschaft ist Müll bereits Thema. Interdisziplinäre Forschungsansätze findest Du hier.

    21: Dass etwas neu zu kaufen immer die letzte Lösung sein und man etwas stattdessen lieber weglassen, leihen, tauschen, gebraucht kaufen oder etwas Anderes umfunktionieren sollte, habe ich in meinen Posts bereits mehrfach erwähnt. Das gilt aber auch umgedreht: Dinge, die bei uns nur rumliegen, die wir aber nicht nutzen, sind verschwendete Ressourcen. Vielleicht verzichtest Du während des Plastic Free July auf Plastikgegenstände, die Du bereits besitzt, und stellst fest, dass Du sie gar nicht brauchst. Wirf sie trotzdem nicht einfach in den Müll! Es gibt den schönen Spruch "One man's trash is the other man's treasure". Wenn Du aussortierte Plastikgegenstände an jemanden weitergibst, der sie benötigt, sorgst Du dafür, dass die Person kein neues Plastik kauft. Bevor wir etwas zu Müll erklären, sollten wir immer überlegen, ob wir oder jemand anders die Sache noch nutzen kann. Tipps zum umweltfreundlichen Weitergeben gibt es hier.

    22: Mais, Bambus, Zuckerrohr - aus diesen und vielen anderen natürlichen Rohstoffen stellt man sogenanntes Bioplastik her. Aber stellt es eine gute Alternative zu erdölbasierten Kunststoffen dar? Leider nein. Meist besteht nur ein Anteil aus nachwachsenden Rohstoffen und der Rest trotzdem aus Erdöl. Um alles Plastik durch Biokunststoff aus Mais, Zuckerrohr usw. herzustellen, bräuchte man enorme Anbauflächen. Außerdem sollte man Nahrungsmittel lieber essen als in Kunststoff umwandeln. Abbaubar ist Bioplastik nur unter Bedingungen, die man weder in der Natur, noch in der Kompostanlage vorfindet. Somit gehört es in den Restmüll und nicht in die Biotonne, egal, was draufsteht. Eine angeblich abbaubare Tüte hat in einem Experiment 3 Jahre überlebt. Mehr zum Thema Bioplastik kannst Du hier nachlesen.

    23: Kuhmilch bekommt man meist problemlos in Mehrwegglasflaschen. Aber vegane Alternativen? Die stecken bisher leider bis auf ganz wenige Ausnahmen im beschichteten Karton. Da dieser aus vielen miteinander verbundenen Schichten aus verschiedenen Stoffen besteht, ist er schlecht recycelbar. Einige Berliner Startups nehmen sich derzeit des Milchalternativenproblems an, für alle weiter weg ist selbst machen die beste Alternative.
    - Die schnelle Variante für Faule: Nussmuss und Wasser mixen. Hab ich schon erfolgreich mit Mandelmus für Kaffee und Müsli probiert.
    Rezept für Mandel-, Soja-, Hafer- und Reismilch 
    - Regional und preiswert ist Hafermilch aus Haferflocken
    - Reismilch ist selbst gemacht auch sehr günstig: 

     

    24: In seinem Buch "On Garbage" bezeichnet John Scanlan Seife als "perfect illustration of the diversification and duplicity of the product world" und zählt Produkte auf, deren Zweck früher einfach durch feste Seife erfüllt wurde: Duschgel, Shampoo, Spülmittel, Waschmittel und Putzmittel in ihren zahlreichen Varianten für jedes Körperteil und Möbelstück, für jeden Haut-, Haar- und Kleidungstyp - abgefüllt in bunte Plastikflaschen. Tatsächlich lassen sich viele Kosmetik-, Hygiene- und Reinigungsprodukte durch Hausmittel ersetzen. Rezepte für alle vorstellbaren Anwendungen findet man bei Smarticular. Smarticular hat auch das Buch "5 Hausmittel ersetzen eine Drogerie" herausgebracht, das zeigt, was man aus Kernseife, Essig, Natron, Waschsoda und Zitronensäure alles selbst herstellen kann. Ich war z. B. sehr begeistert davon, wie gut ich meinen Wasserkocher mit Essig entkalken konnte. 

    25: Filmtipps zum Thema Plastik und Müll:

    - Plastic Planet: Den Klassiker in Sachen Plastik-Filme, der viele Menschen inspiriert und Bewegungen angestoßen hat, kann man bei der bpb gratis sehen.
    - A Plastic Ocean: Sehr sehenswerte Doku über Plastik im Meer, momentan bei Netflix zu sehen
    - Kommen Rühergeräte in den Himmel?: Etwas schräge deutsche Doku über geplante Obsoleszenz, bei verschiedenen Streaming-Services ab 2,99 ausleihbar
    - Weggeworfen (Original: Trashed): Doku über Umweltverschmutzung durch Müll und dessen Verarbeitung, kostenlos bei Amazon Prime, ansonsten ab 2,99 ausleihbar
    - The Clean Bin Project: Ein Pärchen macht einen Wettbewerb, wer von ihnen am wenigsten Müll verursacht, bei vimeo für 10 Euro ausleihbar

    26: Zu den Filmtipps passt auch das Thema Kinobesuch. Tickets auf Thermopapier kann man zwar durch Online-Tickets umgehen, die sind aber in manchen Fällen aufgrund der Vorverkaufsgebühren teurer. An der Snacktheke bekommt man Popcorn in Papierverpackung und Bio-Limonade und Bier in Glasflaschen. Auf Trinkhalme kann man verzichten oder einen eigenen Mehrwegtrinkhalm mitbringen. Leider mag ich Nachos lieber als Popcorn, die sind aber in Plastik (auch wenn sie auf den Werbefotos in Porzellanschalen zu sehen sind). Dabei würde Mehrweg im Kino total Sinn machen, da die Snacks vor Ort verzehrt werden. Ich habe kurz bei einer Kinokette gearbeitet und weiß, dass es dort nicht möglich war, Snacks in eigene Behälter füllen zu lassen. Nachos und Soße kommen zudem ohnehin aus dem Plastikbeutel. Am umweltfreundlichsten, gesündesten und billigsten wäre, die Snacks einfach wegzulassen, aber irgendwie gehören sie auch zum Kinoerlebnis dazu. Auch wenn es in Kinos eigentlich nicht erlaubt ist, kann man versuchen, eigene Snacks in den Saal zu schmuggeln. Maren hat das schon mit selbstgemachten Apfelringen gemacht und Steffi nimmt manchmal Rosinen oder Nüsse in einem kleinen Glas mit, bei Bedarf auch ihre Wasserflasche. 

     

    27: Du willst Dich nicht nur im privaten Bereich gegen die Plastikflut einsetzen, sondern Dich darüber hinaus engagieren? Die WWF Jugend ist schon seit Jahren gegen die Plastikverschmutzung aktiv. Wir erstellen Infomaterial, geben Workshops, informieren im Plastik-Update und veranstalten Clean Ups. Vom 30.08. bis zum 05.09. steht wieder unser Clean Up Walk an.
    Willst Du bei der Planung unserer Anti-Plastik-Aktionen mitwirken, dann schreib mir einfach.
    Weitere Möglichkeiten, aktiv zu werden:
    - Finde Clean Up Initiativen in Deiner Nähe
    - Unterstütze den Zero Waste e.V. bei seinen Projekten
    - Zero Waste Europe sucht Leute, die bloggen, übersetzen oder designen sowie andere Freiwillige
    - Ebenso Project Blue Sea 

    28: Der Sommer bringt leider nicht nur Sonnenschein, sondern auch Stechmücken mit sich. Mückenschutz geht auch ohne plastikverpackte Chemiebombe. Aus ätherischen Ölen und Alkohol kannst Du ein Anti-Mückenspray herstellen. Ebenfalls hilfreich sind ein Ventilator, duschen vor dem Schlafengehen und helle lange Kleidung. Stinkesocken in der Nähe des Bettes zu platzieren, soll Mücken von einem selbst ablenken.
    Ist es zu spät und Du wurdest schon gestochen, helfen Hausmittel wie Essig, Spitzwegerich und Schafgarbe. Hilft auch super: Etwas Natron mit ein klein wenig Wasser zu Brei verrühren und auf den Stich auftragen.
    Marcel und Maren haben die Wirkung von Spitzwegerich bestätigt. Wer nicht gerade allergisch auf Mückestiche reagiert, kann es Maren nachtun, und Frieden mit den kleinen Vampiren schließen: "Ich habe inzwischen aufgehört, mit den Mücken auf dem Kriegsfuß zu stehen. Vorteil: Ich bin nicht so genervt von ihnen, die Stiche jucken deutlich weniger, wenn sie sich satt trinken dürfen, und danach lassen sie mich auch definitv in Ruhe."

    29: Manche Produkte sind einfach verdammt schwer unverpackt zu finden. Mozzarella gehört definitiv dazu. Die beiden Zero Waste Bloggerinnen von Alternulltiv zeigen in diesem Video, wie man selbst Mozzarella herstellen kann:

    Aus Cashewkernen, Flohsamenschalen und Zitronensaft lässt sich auch eine vegane Mozzarella-Variante zaubern.

    30: Plastik ist sehr vielseitig. Genau das macht es manchmal gar nicht so leicht, es zu erkennen. Produkte, in denen sich Plastik versteckt:
    - Die Kaumasse der meisten herkömmlichen Kaugummis besteht aus Polymeren. Hier empfiehlt sich verzichten.
    - Kaffee- und Teefilter werden oft durch einen Kunststoffanteil stabilisiert. Alternativen sind Mehrwegfilter aus Stoff oder Edelstahl und Teeeier.
    - Backpapier ist i.d.R. kunststoffbeschichtet. Auf unbeschichtete Sorten aus dem Bioladen zurückgreifen oder stattdessen das Blech einfetten.
    - Tiefkühlpackungen: Sehen nach Pappe aus, haben meist aber eine Plastikschicht. Lieber frische Lebensmittel kaufen und ggf. selbst einfrieren, geht auch in Einmachgläsern.
    - Feuchttücher werden aus Kunststofffasern hergestellt. Wenn möglich auf fließendes Wasser zurückgreifen, Stofftaschentücher befeuchten oder selbst machen.

     

    Tobi hat auf eine aktuelle Warnung zu Coffee to go Bechern aus Bambus hingewiesen, die ein Kunstharz enthalten. 

     

    Steffi hat ebenfalls in einigen Produkten verstecktes Plastik entdeckt:
    - Kakao und Puderzucker sind im Pappkarton und dann nochmal in einer "Papiertüte": Diese ist oft mit Plastik beschichtet. Ob es auf Euer Produkt zutrifft, kann man durch den Reißtest einfach herausfinden: Papier langsam ein Stück einreißen, wenn man durchsichtiges Plastik zwischen den Kanten sieht, ist es beschichtet.
    - Auch in (!) Medikamenten finden sich oft Plastikzusätze. Auf dem Beipackzettel findet man sie meist ganz am Ende, unter "sonstige Bestandteile", kurz vor den Herstellerangaben. Falls ein Medikament von Euch betroffen ist: Oft kann man über entsprechende Seiten rausfinden, wer den Wirkstoff noch vertreibt, und welche Bestandteile Alternativhersteller verwenden. Dann mit dem Arzt sprechen und ihn bitten, genau dieses Medikament/Hersteller aufzuschreiben mit dem Vermerk, dass es nicht ausgetauscht werden soll (aut idem-Kreuz), sonst landet ihr in der Apotheke ggf. doch wieder beim "alten". 
    - Zahnfüllungen aus Kunststoff sind ein weiteres Beispiel. Werden sie nicht richtig ausgehärtet, geben sie auch über Jahre noch hormonell wirksame Stoffe in den Körper ab. (beschrieben z.B. im Buch "Plastik im Blut" von Heike Schröder)

    Hebi B./Pixabay https://pixabay.com/photos/magnifying-glass-quality-paper-633057/

    31: So schnell geht ein Monat vorbei. Ich bin gespannt, zu lesen, wie es für Euch gelaufen ist, was gut geklappt hat, was weniger und was ihr in Zukunft beibehalten werdet. Ich möchte Euch ermutigen, Eure positiven Erfahrungen mit anderen zu teilen und sie so zu inspirieren, selbst Plastikalternativen auszuprobieren. Ich glaube, dass man viel erreichen kann, wenn man als Vorbild vorangeht. Sehr gefreut hat mich z. B., dass Freundinnen meiner Mutter meine Upcycling-Obst- und Gemüsebeutel so toll fanden, dass sie sich selbst welche genäht haben. Ich erzähle anderen lieber von tollen Alternativen, die ich entdeckt habe, als von den Folgen der Plastikverschmutzung, da ich lieber durch Begeisterung mitreißen statt durch schlechtes Gewissen runterziehen möchte, und freue mich über jeden Anstoß, den ich geben konnte. Ich wünsche Euch weiterhin viel Freude beim Plastiksparen und freue mich auf Eure Erfahrungsberichte.

    Euch hat was gefehlt? Ihr habt weitere spannende Links, Anregungen oder ungeklärte Fragen zur Plastikvermeidung? Postet gerne alles in den Kommentaren!

Kommentare

4 Kommentare
  • lenalotta
    lenalotta Woah, was für ein Monat! Das Spendenziel wurde übertroffen, dann erhöht und sofort wieder übertroffen... Danke für euren Einsatz! Und danke Anne, deine täglichen Tipps haben echt viel thematisiert, worüber ich mir vorher noch gar keine Gedanken gemacht habe.
    1. August 2019 - 3 gefällt das
  • Ninat
    Ninat Vielen Dank für diese tolle Zusammenfassung! Echt toll, wie viele Tipps und Tricks diesen Monat zusammen gekommen sind!
    1. August 2019 - 1 gefällt das
  • JohannaK
    JohannaK Vielen Dank für die vielen hilfreichen Tipps in deinen Posts! Ich finde es toll, dass darüber die ganze Community immer mehr Zugang zu einem plastikfrei(er)em Leben bekommen hat. Ich bin gerade auf Radtour: Mein Fazit zur Spendenaktion und meinem...  mehr
    1. August 2019 - 1 gefällt das
  • SteffiFr
    SteffiFr Die täglichen Tipps waren wirklich motivierend. Danke, dass du uns jeden Tag mit Infos und Ideen versorgt hast!
    Ich konnte ncoh ein paar neue Ideen mitnehmen, z.B. kannte ich das (Kuhmilch-)Mozzarella-Rezept in der Form noch nicht und möchte es...  mehr
    1. August 2019 - 1 gefällt das