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AdventsCARElender 5

  • Was darf man am 5. Dezember auf keinen Fall vergessen? Richtig, die Schuhe schön blank polieren und vor die Tür stellen, damit sie morgen früh bis zum Rand mit Nikolausgeschenken gefüllt sind. Deshalb beschäftigt sich unser AdventsCARElender heute mit Schuhen und dem, was man normalerweise hineinsteckt, nämlich unseren Füßen.

    Sie sind vielleicht nicht gerade unser Lieblingskörperteil, bei anderen ekeln wir uns manchmal sogar vor ihnen, besonders, wenn sie Käsefüße haben. Ihr manchmal unangenehmer Geruch ist wohl eine der ersten Eigenschaften, die uns beim Gedanken an Füße in den Sinn kommt, dabei sind sie es, die uns durchs Leben tragen. Unsere Füße sind unser klimaschonendes Verkehrsmittel für kurze Strecken. Wenn wir diese zu Fuß zurücklegen, tun wir nicht nur etwas Gutes für die Umwelt, sondern auch für unsere Gesundheit, denn Bewegung senkt unter anderem das Risiko für Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Fettleibigkeit. Ein kleiner Spaziergang an der frischen Luft hilft außerdem, den Kopf freizukriegen, wenn man gerade mal nicht weiterkommt.

    Menschen in Deutschland gehen jeden Tag im Schnitt 5.200 Schritte, also nur etwa die Hälfte der häufig als Minimum empfohlenen 10.000 Schritte. Da unsere Füße uns soweit tragen müssen, ist es nicht verwunderlich, dass sich an ihnen die meisten Schweißdrüsen des Körpers befinden. Kommt wenig Luft an die Füße, fühlen sich Bakterien in so einer Umgebung richtig wohl. Sie futtern abgestorbene Haut und produzieren dabei die übelriechenden Gase, die unsere Füße in Käsefüße verwandeln. Dagegen hilft es, die Füße öfter mal zu lüften, indem wir barfuß laufen. Das bringt weitere Vorteile mit sich: Dadurch, dass die Füße nicht mehr in Schuhen eingequetscht sind, werden mehr Muskeln beansprucht, der gesamte Organismus angeregt und der Blutdruck reguliert. Fußpilz hat keine Chance, da er Dunkelheit und Wärme benötigt, um sich zu entwickeln. Dafür werden unsere Abwehrkräfte und unsere Wahrnehmung gestärkt. Wenn wir barfuß gehen, können wir den Boden unter unseren Füßen viel besser spüren und dadurch unsere Sinne schärfen.

    CC0 Pexels / pixabay (https://pixabay.com/de/barfu%C3%9F-f%C3%BC%C3%9Fe-makro-im-freien-regen-1835661/ 03.12.18)

    Jetzt ist zwar nicht unbedingt die Jahreszeit, um mit dem Barfußlaufen draußen loszulegen, aber auch wenn wir Schuhe anhaben, sollten wir achtsam unterwegs sein. Wir sollten schauen, wohin wir unsere Füße setzen, um nicht aus Versehen etwas kaputt zu machen oder gar ein kleines Lebewesen zu zerquetschen (oder in etwas Unangenehmes zu treten). Wer darauf achtet, wohin er tritt, statt zum Beispiel beim Gehen auf sein Smartphone zu glotzen, wie es viele der Menschen, die mir jeden Tag auf dem Weg zur Bahn begegnen, tun, wird vielleicht sogar mit dem ein oder anderen Glückscent belohnt, der auf der Straße liegt.

    Aber noch mal zurück zum Nikolausstiefel: Wenn sich Schuhe mit für unangenehme Gerüche und Fußpilz verantwortlich sind, wie kommt man dann auf die Idee, die meist essbaren Nikolausgeschenke hineinzulegen? Laut dem Theologen und Brauchtumsexperten Manfred Becker-Huberti ist dieser Brauch erst später entstanden. Zunächst hatte man Kindern Geschenke zugeworfen, da der heilige Nikolaus der Legende nach drei armen Jungfrauen Geschenke zuwarf, die sie als Mitgift verwenden konnten, und so nicht auf der Straße leben mussten. Allerdings fingen meist die größeren Kinder die Gaben, während die Kleineren leer ausgingen. Damit alle etwas abbekamen, begann man, die Geschenke stattdessen in Behälter zu legen. Da die wenigen Becher und Schüsseln, die die Familien im Mittelalter besaßen, aber für den Haushalt gebraucht wurden, nutzte man stattdessen Schuhe und Socken. Und so finden wir auch heutzutage am 6. Dezember immer noch Süßigkeiten, Obst, Nüsse und andere kleine Geschenke in unseren Schuhen.

    (c) Anne Zeiß / WWF Jugend

    Im übertragenen Sinne sollten wir uns aber nicht nur am Nikolaustag dafür interessieren, was in unseren Schuhen steckt, sondern schon beim Kauf. Aus welchen Materialien bestehen sie? Wo und unter welchen Bedingungen wurden sie hergestellt? Heutzutage werden 87% der Schuhe in Asien hergestellt, oft in Ländern, in denen die Regelungen zum Schutz der Umwelt und der Arbeiter weniger streng und die Löhne sehr niedrig sind. Gerade bei der Lederproduktion kommen häufig gefährliche Chemikalien zum Gerben zum Einsatz, vor denen die Arbeiter vielerorts nichts ausreichend geschützt sind. Wenn wir mit unseren Schuhen nicht auf den Rechten und der Gesundheit anderer herumtrampeln wollen, sollten wir versuchen, möglichst nachhaltig und fair produzierte Schuhe zu kaufen. Hilfe bei der Suche nach solchen findet Ihr hier.

    Eine günstigere Alternative ist es, Schuhe gebraucht zu kaufen, und ihnen so ein zweites Leben zu geben. Generell sollten wir unseren Schuhen ein möglichst langes Leben ermöglichen und uns nicht nur am Abend vor Nikolaus um sie kümmern. Sind sie kaputt, sollten wir erst mal schauen, ob sie nicht repariert werden können. Vielleicht kann ein Schuster zum Beispiel einfach die Sohle austauschen. Reparierbarkeit ist ein weiterer Aspekt, auf den man beim Schuhkauf achten sollte.

    CC0 maxmann / pixabay (https://pixabay.com/de/schuster-schuh-schuhmacher-handwerk-2060668/ 03.12.18)

    Anregung 5: Nimm ein Fußbad

    Sie schwitzen im Sommer, frieren im Winter, werden in enge Schuhe gequetscht und tragen uns kilometerweit, bis sie schmerzen und Blasen bekommen. Deshalb haben es sich unsere Füße mehr als verdient, dass wir uns heute ein bisschen um sie kümmern. Mit einem Ingwer-Fußbad vertreibst Du nach einem kalten Wintertag die Eiszapfen von Deinen Füßen und förderst die Durchblutung.

    Zerkleinere dafür ein ca. 4 Zentimeter langes Stück Ingwer und lasse es 20 Minuten lang sanft in 500 ml Wasser köcheln. Danach kannst Du das Ingwerwasser durch ein Sieb gießen und zu warmem Wasser für das Fußbad in eine Wanne oder einen Eimer geben. Stell Deine Füße in das Bad und gönne ihnen und Dir 10 bis 20 Minuten Entspannung. Zeit, um zu lesen, Weihnachtslieder zu hören oder einfach die Augen zu schließen und vor sich hin zu träumen.

    Das Rezept stammt von smarticular.de. Dort findest Du noch weitere Rezepte für wohltuende Fußbäder mit natürlichen Zutaten

    CC0 kelin / pixabay (https://pixabay.com/de/baby-geburt-kind-weich-718146/ 03.12.18)

    Wie Du sanfter verreisen kannst und warum Du zum Touristen in Deiner eigenen Stadt werden solltest, hat Sally im 4. Türchen erklärt. 

     

    Quellen:
    http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/schrittzaehler-studie-wo-viel-gegangen-wird-gibt-s-weniger-dicke-a-1157066.html
    https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Wie-viele-Schritte-legen-wir-am-Tag-zurueck,bewegung122.html
    https://www.deutschlandfunknova.de/nachrichten/k%C3%B6rper-warum-stinken-f%C3%BC%C3%9Fe
    https://www.welt.de/gesundheit/article126778690/Barfusslaufen-ist-Doping-fuer-die-Fuesse.html
    https://www.focus.de/gesundheit/experten/das-barfuss-experiment-warum-ich-seit-drei-jahren-keine-schuhe-mehr-trage-und-sie-das-auch-tun-sollten_id_7163406.html
    https://www.smarticular.net/oefter-mal-ohne-schuhe-warum-barfusslaufen-gesund-macht/
    https://www.morgenpost.de/berlin-aktuell/weihnachten-in-berlin/article111854620/Warum-der-Nikolaus-uns-heute-Geschenke-in-den-Stiefel-steckt.html
    http://changeyourshoes-bg.org/overview/

Kommentare

2 Kommentare
  • Jojahanna
    Jojahanna Vielen Dank für dieses schöne Türchen! :) Unsere Füße haben es wirklich verdient, dass wir uns um sie kümmern, immerhin können wir froh sein, dass wir sie haben. Auch wenn es zum dauerhaft barfuß laufen schon etwas kalt ist: Sollte es mal wieder schneien,...  mehr
  • TrafalgarLaw03
    TrafalgarLaw03 Sehr interessanter Artikel! Es ist gut, dass man auch solchen Themen, denen man sich sonst nie widmet oder gar nicht bewusst ist, Aufmerksamkeit schenkt. Über das Schuhekaufen habe ich mir auch schon nachhaltige Gedanken gemacht. Aktuell sind meine Schuhe...  mehr