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Adventskalendertürchen 23

  • In Schulen und Unis haben die Weihnachtsferien begonnen, Studenten machen sich auf den Weg zu ihren Familien, die letzten Plätzchen werden gebacken, die vergessenen Zutaten fürs Weihnachtsessen noch schnell besorgt und die letzten Geschenke verpackt. Einschlafen fällt vor Aufregung heute Abend besonders schwer, wo es doch die letzte Nacht vor Weihnachten ist. Nicht nur das Warten, auch unser Adventskalender neigt sich dem Ende zu. Nachdem wir schon 22 Türchen für euch gefüllt haben, wollen wir in diesem vorletzten Türchen einige andere Menschen zu Wort kommen lassen, die sich mit viel Leidenschaft für die Umwelt einsetzen. Wir haben sie nach ihren Gedanken zum Thema Nachhaltigkeit und Weihnachten gefragt und das sind ihre Botschaften an euch:

    (c) Lea Fried / WWF Jugend

    In unserem Adventskalender konntet ihr schon einige Plätzchenrezepte und vegane Weihnachtsleckereien finden. Dass ein fleischfreies Weihnachtsessen alles andere als fade ist findet auch der vegane Koch Björn Moschinski, der unter anderem mit Kochbüchern wie “Vegan kochen für alle” dafür einsetzt, Veganismus zu verbreiten und zu zeigen, dass dieser nichts mit Verzicht zu tun hat:

    “Weihnacht ohne Fleisch ist für die Meisten undenkbar. Ich seh sie schon mit dem Kopf schütteln, wenn sie mein Motto „Geiler Geschmack braucht kein Fleisch“ lesen, welches mich nun schon über ein Jahrzehnt bei meinen Schulungen in der Gastronomie und auf meinen Kochveranstaltungen begleitet. Dieser Titel ist so zeitlos und wahr, da der Geschmack fast ausschließlich von den Gewürzen und der Zubereitung abhängt. Fleisch durch hochwertige pflanzliche Alternativen auszutauschen hat zu Folge, dass die Gerichte in der Regel nachhaltiger, gesünder, ethisch vertretbar sind und geil schmecken.”

    (CC0) monicore https://pixabay.com/de/gew%C3%BCrze-regal-krug-k%C3%BCche-kochen-2454799/ (23.12.17)

    Bei der Ganzen Schlemmerei sollten wir aber auch aufpassen, dass wir uns nicht verschätzen und am Ende viel zu viel übrig bleibt, wie Dokumentarfilmer Valentin Thurn (u. a. “Taste The Waste” und “10 Milliarden - Wie werden wir alle satt?”) warnt:

    “Weihnachten sind die Tonnen übervoll. Im Supermarkt ebenso wie zuhause. Genuss kann aber auch maßvoll sein, er ist umso größer je mehr Wertschätzung wir für unser Essen aufbringen und gut planen. Keine Angst, dass es etwas zu wenig sein könnte, wir essen sowieso zu viel. 200 Gramm Fleisch pro Person sind genug. Oder auch mal fleischfrei. Tipp für ein nachhaltiges Geschenk: ein Ernteanteil bei der nächsten SoLaWi oder Gemüse Coop.”

    (CC0) RitaE https://pixabay.com/de/m%C3%BCll-m%C3%BCllcontainer-abfall-2729608/ (23.12.17)

    Nicht nur Lebensmittel landen an Weihnachten haufenweise im Müll, die Tonnen laufen außerdem über vor Geschenkverpackungen. Autorin Nadine Schubert, die diesen Sommer ihr zweites Buch “Noch besser leben ohne Plastik” herausgebracht hat, hat ein paar Tipps auf Lager, wie man das verhindern kann:

    “Dabei muss niemand Geld für teure Geschenkpapierrollen ausgeben - und wer nachhaltig denkt, verzichtet auch im Laden auf den Einpack-Service. Verwendet Zeitungspapier, alte Buchseiten oder Stoffreste zum Verpacken der Geschenke. Als Klebeband kann Paketband aus Papier oder Paketschnur dienen. Ein gutes Buch, ein selbst gemachtes Peeling oder ein schönes Bild benötigen gar keine Verpackung. Eine schöne Schleife aus Jute oder ein Geschenkanhänger aus Tonpapier sind ebenso schön anzusehen.

    Nachhaltigkeit an Weihnachten beginnt aber schon bei der Auswahl der Geschenke. Widersetzt euch dem Trend zu „viel, schnell und bunt“! Sprechet in der Familie an, dass auch Gebrauchtes verschenkt werden darf. Gerade bei Kinderfahrzeugen und -rädern macht das Sinn. Werdet darüber hinaus »immateriell«: Es funktioniert am Besten, wenn ihr den anderen zeigen, wie es geht. Schenkt einen Ausflug ins Museum oder ins Schwimmbad oder eine Stadtführung. All diese Dinge kann man gemeinsam unternehmen. Denn nichts ist so kostbar wie die Zeit mit der Familie und Freunden zu verbringen.”

    Nadine Schubert (c) Lea Schreiber

    Vanessa und Erdmuthe von Alternulltiv, die ihr vielleicht sogar im Sommer bei den Change Days getroffen habt, haben ebenfalls noch ein paar schöne Idee, wie man Weihnachtsgeschenke müllfreier gestalten kann:

    Einen wichtigen Gedanken, wenn es ums Schenken geht, hat Tobi Rosswog, der sich für gesellschaftlichen Wandel einsetzt und das Aktionsnetzwerk living utopia mitinitiiert hat, wunderbar auf den Punkt gebracht:

    "Zeit oder Zeug - Was ist das größere Geschenk?"

    (CC0) obpia30 https://pixabay.com/de/uhr-zeit-stehen-zu-650753/ (23.12.17)

    Man könnte auch nicht nur irgendwelche Zeit, sondern die Zukunft schenken. Wie das geht, verraten euch die Kinder von Plant for the Planet, die zu diesem Zeitpunkt schon 15.205.225.501 Bäume weltweit gepflanzt haben:

    “Weihnachten ist ein Fest für uns Kinder. Und damit wir auch in Zukunft noch eine Erde haben, auf der man leben kann, müssen wir als Menschheit die 2°C-Grenze der Globalen Erwärmung einhalten. Dazu brauchen wir: Viele Bäume! Deshalb: Schenkt Bäume zu Weihnachten und uns Kindern eine Zukunft.”

    (c) Plant for the Planet

    Wo wir schon beim Thema Zukunft sind: Weihnachten ist ein guter Moment, um Ziele und Wünsche für das kommende Jahr zu formulieren, aber auch auf das vergangene Jahr zurückzuschauen. Das findet auch Julia Post, die Coffee to go again ins Leben gerufen hat und sich damit aktiv gegen die Einwegbecherflut einsetzt.

    „An Weihnachten lasse ich das Jahr gerne Revue passieren und denke viel darüber nach, wie es im nächsten Jahr weitergehen soll: Womit bin ich zufrieden? Wo gibt es Unstimmigkeiten für mich? Seitdem ich mich ehrenamtlich für grüne Themen engagiere, hat mein Leben sehr an Geschwindigkeit zugenommen. Ja, das ist manchmal Stress und bringt auch viel (An-) Spannung in den Alltag. Vor allem aber hat es so viel Neues in mein Leben gebracht. Ich bin als Person sehr an all diesen Erfahrungen gewachsen und bin dankbar für diesen immateriellen Reichtum, den mir mein ehrenamtliches Engagement beschert hat. Daher kann ich nur allen raten, die eine Idee oder einen Traum haben: Mach Dich auf den Weg, und Du wirst belohnt!“

    (c) Anne Zeiß / WWF Jugend

    Und mit diesem schönen und ermutigenden Schlusswort sind wir auch schon am Ende des 23. Türchens angelangt. Vielen herzlichen Dank an alle, die sich in der Vorweihnachtszeit einen Moment genommen haben, um der WWF Jugend diese inspirierenden Weihnachtsgrüße zukommen zu lassen! Wenn euch die Zitate zum Essen Lust auf vegane Plätzchen gemacht haben, ist Leas Rezept aus Türchen 22 genau das richtige für euch.

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