Berichte

Spuren des Waldes

  • Hufe, Tatzen, Krallen oder doch keine? Eher schnell, eher langsam, gemütlich oder gestresst? Vieles gibt es zu beachten, wenn man die Spur eines Tieres bestimmen möchte. Nach ca. 2 Stunden Theorie im Spurenlesen (unser "Lehrer" Jörg Ulbricht hatte den Vortrag schon gnädigerweise von 6 Stunden heruntergekürzt) waren wir dann auch relativ beeindruckt. Ein Beispiel:

    Ein Aborigine (Australischer Ureinwohner) kann teilweise bis zu 3000 verschiedene Informationen aus einer Spur herauslesen! Wir haben zwar nicht geglaubt, direkt so viele Infos erkennen zu können, trotzdem machten wir uns schließlich auf den Weg hinaus in die Wälder, wo wir unser neues Wissen schon gleich anwenden durften.

    Auf dem sandigen Boden fanden wir dann aber leider keine Wolfsspuren, dafür jedoch alle möglichen anderen. Welche genau wissen wir bis jetzt noch nicht, da wurden wir nämlich auch gleich von Jörg aufgeklärt, dass wir ja keine vorschnellen Entscheidungen treffen sollten. Dann fängt man schließlich schnell an, sich Dinge einzubilden, die gar nicht da sind.

    Eine Fehlinterpretation kann nämlich auch zu Problemen mit Gegnern der Wölfe führen, die es am Ende vielleicht doch besser wissen als man selbst. Also, nicht immer gleich vorschnell sein, sondern ein wenig Geduld zeigen! Damit macht man letztendlich doch mehr Eindruck.

    Neben einigen schon stark verfallen Knochenstückchen - vermutlich aus der Losung (dem Kot) eines Tieres - fand ich schließlich wenigstens ein schönes Überbleibsel des Homo Sapien: einen kleinen Metallorden aus dem Jahre 1975, der die Bergarbeiter auszeichnete. Der Kohleabbau hat jedoch die Landschaft sehr stark zerstört - umso schöner, dass sich die Wölfe nun doch hier wohl fühlen.

    Mal sehen, vielleicht haben wir ja bald ein paar hübsche Wolfsfotos von unserer selbstinstallierten Fotofalle! An einer Stelle, wo sich mehrere Wege kreuzten, hatten wir auch schnell einen perfekten Fleck dafür gefunden. An diesen Wegen wandern Wölfe gerne entlang, um ihr Territorium zu markieren und auch ganz einfach, weil auf Wegen laufen nun mal einfach angenehmer ist als sich durch's Dickicht schlagen. Da sind uns die Wölfe dann doch sehr ähnlich... ;-)

    Auf diesen freien Flächen kann man die Beute leichter verfolgen und viel Energie für die im Durchschnitt 30 km langen Wanderungen pro Nacht sparen. Unsere Fotofalle, mit der gleich zwei Wege auf einmal einsehbar sind, steht also an der perfekten Stelle. 

    Die Vorbereitungen für unsere Wolfskampagne sind natürlich auch schon im Gespräch. Wir sind uns auf jeden Fall alle einig, dass wir die Menschen noch besser informieren müssen über die wilden Wölfe. Wir habe uns überlegt, vielleicht kleine Filme zu drehen mit den Vorurteilen und den Argumenten dagegen. Was habt ihr denn noch für Ideen, wie wir die Menschen am Besten erreichen können?

     

Kommentare

5 Kommentare
  • midori
    midori Hunde- und Wolfsspuren voneinander zu unterscheiden, scheint wirklich nicht einfach zu sein! Als ich mein Praktikum bei der Landesanstalt für Umwelt und Geologie gemacht habe, war das grad großes Thema und es gibt da wirklich Experten, die sich...  mehr
    12. September 2011
  • bookworm79
    bookworm79 Mein Tipp: Versucht doch, das Thema an Schulen zur Sprache zu bringen und den Film dort zu zeigen. Dort habt ihr viele Leute an einem Ort und wir Schüler freuen uns immer über ein bisschen Abwechslung im grauen Schulalltag ;) Außerdem k&ou...  mehr
    12. September 2011
  • Viveka
    Viveka toller bericht! ich würde es total spanneden finden, tierspuren zu untersuchen...
    mit dem film ist ansich keine schlechte sache, nur ich glaube (wie die anderen auch) dass es schwer wird, den zu verbreiten...vielleicht kann man ja wieder flyer wie be...  mehr
    12. September 2011
  • Carina
    Carina es ist wirklich total faszinierend, was manche menschen so aus einer einfachen spur im waldboden ablesen können!
    sehr schön fand ich übrigens den metaphorischen fund des metallordens in dem kot - fast so als würden die tiere sagen, &q...  mehr
    12. September 2011