Berichte

Opfer des Klimawandels 8 : Der Graukopfalbatros

  • Majestätisch gleitet er auf seinen großen Schwingen durch die Lüfte: Der Graukopfalbatros (Thalassarche chrysostoma). In der Familie der Albatrosse gehört er zu der Untergruppe der kleinen, helleren Albatrosse (Thalassarche). Obwohl er nicht der Größte unter den Albatrossen ist, kann er sich mit einer Flügelspannweite von bis zu 2,2 Metern, einer Länge von durchschnittlich 81 cm und einem Gewicht von 4-5 kg durchaus sehen lassen. Die Oberseite seines Körpers ist aschgrau bis schwarz, während das Gefieder an der Unterseite ein helles Weiß aufweist. Besonders fällt jedoch der gelbe Längsstreifen ins  Auge, der die Ober- und Unterseite seines Schnabels ziert. Er ist im Süden aller drei Weltmeere zuhause, wobei vor allem die kalten Hochseeregionen der arktischen Meere seinen Lebensraum bilden. Der Graukopfalbatros ist ein reiner Fleischfresser und geht ausschließlich tagsüber auf Nahrungssuche. Er ernährt sich hauptsächlich von Fischen und Krebstieren, doch wird die Nahrung einmal knapp, steht auch Aas auf seinem Speiseplan. Hat er einen Fisch erspäht, schießt er aus geringer Höhe pfeilschnell ins Wasser und seine Beute hat keine Chance mehr, zu entkommen.

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    Graukopfalbatrosse sind unglaublich ausdauernde Flieger und verbringen die meiste Zeit auf hoher See, ohne Nähe zum Festland. Nur zum Brüten suchen sie ozeanische Inseln auf, zum Beispiel die Prinz-Edward-Inseln oder die Crozet-Inseln im südlichen Indischen Ozean. Sie nisten in kleinen Kolonien zwischen den Büschelgräsern an Hängen oder auf Klippen. Die baumstrunkförmigen Nester bestehen aus Erde, Grashalmen und Moos und sind ganze 70-80 cm hoch! An feuchten Orten sind die Nester höher gebaut, als an trockenen, um die Jungen vor der Nässe zu schützen. Die Fortpflanzungszeit beginnt Ende September und beinhaltet ein höchst komplexes Balzritual, das unter anderem aus Schnabelfechten, Wiegeschreiten, Schnabelklappen, Zum-Himmel-Zeigen, Verbeugen und Schulterputzen besteht. Hat sich einmal ein Paar gefunden, bleibt es sich viele Jahre, oft sogar lebenslang treu. Die Partner benutzen ihr altes Nest immer wieder und so ist die erste Zeit nach dem Zusammentreffen an den Nistplätzen zuerst einmal von einer ganzen Reihe Ausbesserungs- und Instandsetzungsarbeiten geprägt. Einige Zeit nach der Paarung legt das Weibchen dann meistens ein Ei, mehrere Eier sind eher selten. Die Eltern teilen sich das Brüten, das Weibchen übernimmt dabei die erste "Schicht". Nachh 70 Tagen schlüpft das Junge, um dessen Aufzucht sich die Eltern liebevoll gemeinsam kümmern. Ein Graukopfalbatros ist zwar schon nach 5 Monaten selbstständig und bereit, das elterliche Nest zu verlassen, sucht sich seinen ersten Partner meistens aber erst im späten Alter von 8-10 Jahren! Graukopfalbatrosse sind sehr elegante Flieger, doch auch im Wasser machen sie eine gute Figur: Bei der Jagd erreichen sie eine Tauchtiefe von bis zu 7 Metern!

    Doch das Überleben dieser wundervollen Tiere ist bedroht: Durch den Klimawandel erwärmt sich das Meer der arktischen Hochsee, Jagdgebiet der Graukopfalbatrosse, zunehmend und Fische, die nur im kalten Salzwasser überleben können, verschwinden. So geht dem Graukopfalbatros langsam aber sicher seine Nahrung aus und viele der Vögel verhungern, weil sie nicht genug zu essen finden! Dazu kommt noch die Bedrohung durch zunehmende Langleinenfischerei in den arktischen Gewässern. Dabei werfen die Fischer bis zu 130 Kilometer lange Fangleinen aus, die mit beköderten Haken gespickt sind. Die Graukopfalbatrosse werden durch die Fischabfälle angelockt. Sie stürzen sich ahnungslos auf die Köder an den Leinen, bleiben dann an diesen hängen und ertrinken jämmerlich. Dieses qualvolle Schicksal trifft vor allem junge, noch unerfahrene Vögel. Jährlich sterben mehr als 100.000 Albatrosse auf diese Weise! Obwohl die Möglichkeit besteht, die Leinen technisch so zu verändern, dass sie keine Gefahr mehr für die Vögel darstellen, weigern sich die Fischer, sie zu ergreifen, da diese Maßnahmen Geld kosten und so ihren Profit (geringfügig!) schmälern. Die Komission für die Erhaltung der Arktischen  Marinen Tierlichen Ressourcen (CCAMLR) setzt sich schon lange für die Durchsetzung der Maßnahmen ein, konnte bisher aber noch nicht viel erreichen. Die Nachzuchtrate der Graukopfalbatrosse ist gering und obwohl die Bestände mit 400.000 bis 500.000 Exemplaren noch stabil  sind, stehen die Vögel auf der Liste der gefährdeten Arten, da Wissenschaftler in den letzten 30 Jahren einen steigenden, immer noch andauernden Rückgang der Population verzeichnet haben. Momentan steht der Graukopfalbatros in der Liste noch in der Kategorie "verwundbar", doch wenn es nicht gelingt,  die Fischer von ihrer Profitgier abzubringen, und weiterhin so viele tausend der Vögel sterben, wird aus "verwundbar" bald schon "vom Aussterben bedroht" werden!

    Dies war ein Beitrag aus der Reihe " Opfer des Klimawandels" (www.wwf-jugend.de/community/artikel/neue-berichtreihe--opfer-des-klimawandels-;2838)

    Text : bookworm79

    Bilder: Wikipedia commons ; tierdoku.com

    Quellen: markuskappeler.ch ; tierdoku.com

     

     

     

Kommentare

4 Kommentare
  • midori
    midori Erst im Alter von 8 bis 10 Jahren suchen sie sich einen Partner? Das ist ja Wahnsinn. Kein Wunder, dass sie vom Aussterben bedroht sind :(
    9. September 2011
  • Hanja
    Hanja Menschen sind leider total geldgierig!!
    hoffentlich ändert sich das bald, sonst gibt es bald keine Albatrosse mehr und das wär wirklich schade! unser Musiklehrer meinte mal sie sind super gute Flieger, nur im landen sind sie unbegabt.
    leider ste...  mehr
    10. September 2011
  • Konakona
    Konakona Wie kann die Menschheit es nur zulassen ihren eigenen Heimatplaneten und die Lebewesen darauf zu zerstören? Ich meine wenn jemand ein Haus hat dann reißt er das doch auch nich einfach ab oder? das ist so... der Mensch soll ein Intelligentes Wes...  mehr
    11. September 2011
  • Hanja
    Hanja vorallem wenn der mensch nicht ohne die tiere überleben kann, wenn es keine Tiere mehr gibt, muss er pflanzen essen, wenn es die auch nicht mehr gibt, gibt es keinen sauerstoff mehr und dann...
    wie kann man da noch so blöde sein, ich glaub wir a...  mehr
    19. September 2011