Berichte

Mein Jahr in Costa Rica (Teil 2)

  • Regen, Sonne, Wärme, Gewitter: So lässt sich Costa Ricas Wetter beschreiben. Als ich im Juli 2010 nach Costa Rica kam, war dort gerade Regenzeit. Wenn es regnete, dann regnete es meist nicht sehr lange am Stück, dafür aber um so stärker: ein tropischer Platzregen. Ich weiß noch genau wie viel Angst ich bei dem ersten Gewitter hatte. Die Donner waren ohrenbetäubend, meine Gastmutter hatte alle elektronischen Geräte aus der Steckdose genommen und mir gesagt ich solle nicht barfuß herum laufen. Sie hat sogar ein Kreuz gebastelt und es vor unser Haus gestellt, damit Gott uns beschütze. Oft fiel bei Gewittern der Strom aus. Einmal saßen wir zwei Stunden nur mit einer batteriebetriebenen Lampe im Dunkeln.

                                                         Das Kreuz vor unserem Haus

    11.7.2010 (Tagebucheintrag): „Es schüttet gerade ziemlich, blitzt und donnert. Der Donner ist krass laut. Ich hoffe der Blitz schlägt hier nicht ein."

    Doch ab September, regnete es nicht mehr so viel, der Boden trocknete aus und es gab weniger Weideland für die Tiere. Auch ich habe mir oftl den Regen als erfrischende Abkühlung zurückgewünscht. Da wir kein Thermometer hatten, wusste ich nie wie heiß es war. Dann kam mir die Idee mit meinem Fieberthermometer die Temperatur zu messen. Nicht selten zeigte es mir an, dass es 30 Grad wram sei. Ich wohnte im nördlichen Flachland Costa Ricas. Dort war es nie kälter als 20 Grad und an machen Tagen lag ich nur in der Hängematte, da es zu heiß war, um sich auch nur zu bewegen.

                                  Vulkan Arenal, der akrivste Vulkan Costa Ricas

    Palmen, Vulkane, Brüllaffen, Faultiere: Die Flora und Fauna Costa Ricas ist verblüffend. Ich hatte das Glück auf dem Land zu leben mit viel Natur um mich herum und nur eine halbe Stunde vom aktivsten Vulkan Costa Ricas entfernt. Der Vulkan Arenal hat mir jedes Mal den Atem genommen, so majestätisch und perfekt ragte er in den Himmel hinauf. Von meinem Haus aus hörte ich oft das Gebrüll von Affen. Als ich das erste Mal die Brüllaffen in der Nähe meines Hauses sah, war ich sprachlos. Wer bekommt schließlich schon Affen zu Gesicht, nicht im Zoo, sondern in freier Wildbahn, dachte ich mir und schaute ihnen zu wie sie so frei durch die grünen Baumwipfelkletterten. Mein Gastbruder fand das lustig, denn schließlich ist es doch nichts besonderes Affen zu sehen oder etwa doch?

                                                           Brüllaffen in freier Natur

    Costa Rica hat sehr viele Flüsse, doch einer ist ganz besonders. Der „ Rio Celeste“ macht seinem Namen alle Ehre, denn er hat himmelblaues, fast türkises Wasser. Diese Farbe entsteht, wenn zwei kleinere Quellflüsse zusammenfließen. Dabei läuft eine chemische Reaktion ab, die dem Fluss seine blaue Farbe verleiht.

                                                             Das Paradies: Rio Celeste

    „Vamos a la playa!“ – Die Strände Costa Ricas sind ein wahrer Schatz, egal ob schwarzer oder weißer Sand, Palmen und Urwälder begleiten das Panorama.

    Ich wollte schon immer ein Faultier sehen und plötzlich sagte unser Nachbar: „Guck mal da, ein Faultier!“. Es hat gedauert bis auch ich das Tier erspäht hatte. Das Faultier hing an einem Stromkabel, direkt über unserem Garten. Es war so nah! Ich war so unbeschreiblich glücklich und gebannt von diesem Tier, dass ich deswegen sogar meinen Bus verpasste. Ein anderes Mal hing ein Faultier in einem Baum, vor unserer Terasse, so tief, dass ich fast das dicke Fell hätte berühren können.

                                                                      Faultier gesichtet!

    Sie erinnern an ein anderes Zeitalter. Mit der schuppenartigen Haut, dem Rückenkamm und den Krallen ähneln sie kleinen Drachen oder Dinosauriern. Leguane gibt es in Costa Rica recht viele. Eines Tages kam ich in die Küche draußen und es saß ein grüner Leguan auf dem Holzbalken. Welch ein Schreck!

    Costa Ricas Artenvielfalt ist sehr groß. Das Land, von der Größe Niedersachsens, beherbergt 5% aller weltweit bekannten Tier-und Pflanzenarten, darunter 10% aller bekannten Vogelarten. Es gedeihen 800 Farnarten, deutlich mehr als im gesamten nordamerikanischem Raum. Dasselbe gilt für Orchideen, von denen man bis heute 1400 Arten entdeckte.

                                   Eine der Orchideen, die in meinem Garten wuchsen

    Ihr habt noch Fragen an mich? Dann schreibt mir doch einfach eine Nachricht.

    Wie sieht der Schulalltag in Costa Rica aus? Trägt man Schuluniform? Wie ist das Verhältnis zu den Lehrern? All das und noch viel mehr werdet ihr im dritten Teil des Berichtes erfahren!

    Hier geht es zum dritten Teil des Berichtes!

Kommentare

8 Kommentare
  • Happyworld
    Happyworld Hört sich spannend an was du da so erlebt hast. :D
    Würde Ich auch gerne mal machen.
    Ich freu mich auf den 3. Teil.
    6. September 2011
  • JohannesB
    JohannesB Richtig schöne Bilder und wieder ein toller Bericht! Ich freu mich, wie schon die Vorkommentierer auch, auf Teil 3 :)
    6. September 2011
  • bookworm79
    bookworm79 Tolle Bilder, ich träume auch schon lange davon, mal ein Jahr im Ausland zu verbringen...
    6. September 2011
  • HannaS
    HannaS Wieder super Fotos und viele Infos - Ich wusste z.B. gar nicht, dass Costa Rica nur so groß wie Niedersachsen ist... Wahnsinn, so viele Arten!
    10. September 2011