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Filmtipp: Into Eternity

  • „ONKALO muss 100.000 Jahre überdauern. Nichts von Menschenhand hat auch nur ein Zehntel dieser Zeit überdauert.“

    Bild- und musikgewaltig geht es in Into Eternity nicht um die technischen Aspekte der Atommüllendlagerung oder um die Pros und Kontras der Atomenergie, sondern um die teils philosophische Frage, ob eine sichere oder besser gesagt dauerhafte Lagerung des Atommülls bis in Zeiten, die unsere heute existierende Gesellschaft aller Wahrscheinlichkeit nicht mehr erleben wird, überhaupt möglich ist. Dabei fängt es schon damit an, dass die Menschen, die das im Film vorgestellte Großprojekt ONKALO in Finnland begonnen haben, dessen Fertigstellung nicht mehr erleben werden. Diese liegt schließlich noch gute 100 Jahre in der Zukunft.

    Into Eternity beschäftigt sich also mit der Zeit – mit unfassbar langen Zeiträumen in der Größenordnung von 100.000 Jahren. Blicken wir einen ähnlichen Zeitraum zurück, nähern wir uns dem Ursprung des modernen Menschen. Welchem Wandel wird also die Menschheit in den kommenden 100.000 Jahren unterliegen? Wird das Wissen um den gefährlichen Atommüll, welcher hunderte Meter unter der Erdoberfläche gelagert werden soll, von Generation zu Generation weiter gegeben oder aus den Köpfen der Menschen verschwinden? Was ist die bessere Variante? Wenn das Wissen um ONKALO in Vergessenheit gerät, werden die Menschen – wie wir nur 4.500 Jahre nach dem Bau der Pyramiden – diesen unbekannten Ort aus Neugier um dessen Inhalt wieder aufbrechen?

    Into Eternity wirft Fragen auf, deren genaue Beantwortung für uns unmöglich ist und deren Aussprache jeden, der behauptet, es könne eine sichere Atommüllendlagerung geben, beschämt zu Boden schauen lassen müsste.

    Neben der bedrückenden Atmosphäre ist das Besondere an Into Eternity die direkte Ansprache des Zuschauers als ein potenzieller zukünftiger Entdecker der gefährlichen Lagerstätte ONKALO. So schafft es der Film, dass man sich den aufgeworfenen Fragen nicht mehr entziehen kann, auch wenn man, wie die im Film interviewten Fachkräfte, auf die meisten Fragen keine befriedigende Antwort finden wird.

    „Wenn wir Erfolg haben, wird ONKALO höchst wahrscheinlich das am längsten haltende Überbleibsel unserer Zivilisation sein. Wenn Du es eines fernen Tages finden wirst, was wird es Dir über uns sagen?“

    Bildrechte:
    © Magic Hour Films

     

    Achja, eine Ergänzung habe ich noch: Atomkraft? Nein Danke!
    ;-)

Kommentare

3 Kommentare
  • Nugua
    Nugua Der Film hört sich echt interessant an. Muss ich mir mal anschauen.
    Danke für den Tipp und guter Bericht.
    25. August 2011
  • lolfs
    lolfs Jepp, es scheint interessant zu sein.
    Eine Anliegen in eigener Sache: Wer sich für Filme und Bücher interessiert, kann ja in der Gruppe "Filme & Dokus & Bücher" vorbeischauen und mitdiskutieren ;)
    Der Link: mehr
    25. August 2011
  • Hanja
    Hanja Hört sich echt interessant an, ich galub ich schenk ihr ein Gutschein für diesen Film zum Geburtstag!!!
    Ich finde auch: ATOMMÜLL, NEIN DANKE!
    31. August 2011