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Der Tag des Wattenmeers - mehr Schutz für das bedrohte Ökosystem?

  • Wir haben den 25. August 2011, den Tag des Wattenmeeres! Heute treffen sich in Wilhelmshaven etwa 75 deutsche, dänische und niederländische Wissenschaftler, aber auch Behörden- und Verbandsvertreter, um gemeinsam über die weitere Entwicklung des Nordseegebiets zu beraten!

    Umweltschutzorganisationen, wie der WWF und der NABU, fordern schon lange strengere Schutzbestimmungen für das Gebiet und hoffen, das dieses Treffen auch Taten mit sich bringt, denn um die Natur unserer idyllischen Nordküste steht es alles andere als gut!

    So fordert der WWF schon seit langem mehr Schutz für die Nordseeriffe, aber auch für Rochen, Haie, Störe und andere Meeresraritäten! Das ist auch bitter nötig, denn fast alle in der Nordsee vorkommenden Haiarten wurden von der IUCN als „gefährdet“ eingestuft! Dazu zählen der Dornhai, der Heringshai, der Riesenhai, der Fuchshai und der Hundshai! Beim Engelshai siehts sogar noch um einiges übler aus, dessen Bestand ist mittlerweile so klein, das er bereits auf „vom Aussterben bedroht“ heruntergestuft wurde, ebenso kritisch steht es auch um andere Fischarten, wie dem Glattrochen und dem Europäischen Stör!

    Ein großes Problem stellt die Krabbenfischerei dar, denn die Kutter, und es sind derzeit über 300, fischen immer noch viel zu häufig im geschützten Wattenmeerraum! Dies wirkt sich negativ auf den dortigen Meeresboden aus und führt zu übertriebenem Beifang von seltenen Fischarten, aber auch Jungfischen!

    Der WWF will erreichen, das sich die Hauptfangzone der Kutter auf die Seeseite der Nordseeinseln verlagert, aber auch die Größe der Flotte muss kleiner werden, denn die vielen Schiffe fangen weit mehr als der Markt eigentlich braucht, und das ist alles andere als verantwortungsbewusste Wirtschaft!

    Außerdem soll der Import von Miesmuscheln aus Amerika gestoppt werden, denn über die Muscheln könnten fremde Arten in das Ökosystem Wattenmeer gelangen und die ursprüngliche Fauna der Landschaft verdrängen!

    Aber auch die Stellnetzfischerei muss erneuert werden, denn jedes Jahr sterben in den Stellnetzen der Nord- und Ostsee etwa 10.000 Schweinswale! In der Ostsee sind die friedlichen Kleinwale mittlerweile fast vollständig ausgestorben, und wenn nicht bald etwas unternommen wird, steht den Schweinswalen in der Nordsee ein ähnliches Schicksal bevor!

    Der NABU stellte außerdem fest, dass sich der Bestand von 19 Vogelarten im Nationalpark Wattenmeer in den letzten Jahren zunehmend verkleinert hat. Auch bekannte Vogelarten, wie der Austenfischer oder die Brandgans zählen dazu!

    Es gibt also einiges an Missständen in unserem Wattenmeer! Sicherlich beraten und diskutieren die verschiedenen Landesvertreter gerade fleißig darüber, aber ob die Diskussion auch klare Ergebnisse und Beschlüsse haben wird, das werden wir erst danach erfahren! Doch die Lage ist ernst, wenn all diese Probleme nicht bald behoben werden, wird das idyllische Wattenmeer bald nur noch ein kühner Traum sein! Ich kann den Experten und Verantwortlichen nur raten sich ins Zeug zu legen, denn es steht viel auf dem Spiel!

    Text: Rhino (Maxim Podobed)
    Bilder: WWF.de und Wikimedia Commons
    Infos: WWF.de, NABU.de, Greenpeace.de und Wikipedia.de

     

Kommentare

5 Kommentare
  • LSternus
    LSternus Klasse Bericht! Ich habe von dir ehrlich auch nichts anderes erwartet! ;) Es ist schlimm dass im Wattenmeer gefischt werden darf, wo dieses doch einWeltnaturerbe ist. Um die dort lebenden Tiere zu schützen reicht es aber nicht nur das Wattenmeer zu s...  mehr
    25. August 2011
  • Rhino
    Rhino LSternus: danke, du hast vollkommen recht, aber neben Schutz ist da natürlich auch Forschung wichtig :)
    25. August 2011
  • Puma
    Puma Eigentlich müsste man die Wattwanderer auf dieses Problem aufmerksam machen.Wenn denen das Wattenmeer gefällt,sollten sie auch versuchen,es zu schützen.Natürlich sollten sie noch weier dort wandern dürfen,je mehr Aufmerksamkeit,de...  mehr
    27. August 2011
  • Seestern99
    Seestern99 ich glaube sie sind zu einem´guten schluss gekommen und ich hoffe das die Nordsee nicht weiter übrefischt wird
    13. November 2011