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Das Leiden der Mekong-Delfine

  • Wenn man an Delfine denkt, kommen einem sofort friedliche Meeressäuger in den Sinn, die harmonisch durch die Ozeane schwimmen, doch nicht alle Delfine sind Meereswanderer, im Gegenteil, es gibt viele verschiedene Delfinarten, die sich im fließenden Süßwasser tummeln, eine dieser Arten ist der Irawadi-Delfin (Orcaella brevirostris), der vor allem durch seinen rundlichen Kopf auffällt. Man findet diese Delfine in den Flussläufen Südostasiens. Der riesige Mekong-Fluss, der vom südlichen China aus, über Myanmar, Laos, Thailand, Kambodscha und Vietnam fließt und schließlich im Ozean endet, ist ein wichtiger Lebensraum für viele von ihnen, ein wichtiger, aber mittlerweile bedrohter Lebensraum…

    Der WWF hat nun etwas Erschreckendes festgestellt: Es gibt wohl nur noch 85 Irawadi-Delfine im Mekong-Strom!

    Wie konnte es so weit kommen? Eines ist auf jeden Fall klar, es sind viele verschiedene Faktoren, die zum Rückgang des Bestandes geführt haben. Zum einen sorgen Goldminen in Flussnähe dafür, dass der Quecksilbergehalt des Wassers in gewaltigen Ausmaßen steigt und somit tödliche Folgen für die Tiere mit sich bringt, zum anderen gelangen immer mehr Delfine in so genannte Kiemennetze. Diese Netze sind eigentlich für den Fang kleiner Fische gedacht, doch häufig verfangen sich auch große Tierarten darin, für Delfine, aber auch für Vögel, Haie, Schildkröten und Robben sind diese Netze weltweit eine häufige Todesfalle…

    Aber das war noch nicht alles! Auch die Unterhaltungsindustrie hat einen erheblichen Beitrag zu diesem ökologischen Fiasko geleistet, denn Irawadi-Delfine sind ebenso klug, sympathisch und lernfähig wie Meeresdelfine, benötigen aber kein aufwendiges Salzwasserbecken. Freizeitparkunternehmer sahen in diesen Geschöpfen ein wahres „El Dorado“ und so wurden zahlreiche Irawadi-Delfine aus dem Mekong hinaus gefischt, um sie für Delfinshows zu dressieren, der Boom an neuen Delfinarien in der Flussumgebung spricht da eine klare Sprache!

    Doch so kann es wohl kaum weitergehen! Das haben auch die Regierungen der südostasiatischen Staaten erkannt! Dabei sollte vor allem Kambodscha erwähnt werden! Die Regierung dieses Landes hat nämlich in Kooperation mit dem WWF das Mekong Dolphin Conservation Project eingeleitet. Ziel des Projektes ist es, die bestehende Population der Delfine effektiv zu schützen. Das Projekt beinhaltet den Bau von ganzen acht Reservaten - und dies ist noch nicht alles, auch die anderen südoastasiatischen Staaten haben sich mittlerweile zum verstärkten Aufbau von Schutzmaßnahmen offiziell bereit erklärt!

    Meiner Meinung nach haben die Irawadi-Delfine genauso viel Schutz und Respekt verdient, wie ihre Verwandten im Meer und deswegen finde ich es mehr als lobenswert, das sich der WWF so stark für ihr Überleben einsetzt! Ich hoffe nur, das die geplanten Schutzmaßnahmen dauerhaft ausreichen, um den diesen faszinierenden Säugetieren eine sichere Zukunft zu geben!

Kommentare

12 Kommentare
  • Franzi
    Franzi Natürlich ist es traurig, dass es erst so weit kommen muss, bis den Regierungen klar wird, dass etwas getan werden muss, aber dennoch: besser spät als nie!
    Hoffentlich zeigen die Schutzmaßnahmen schnell Wirkung :)
    19. August 2011
  • LSternus
    LSternus Es hört sich furchtbar an so etwas zu lesen. Der Mekong ist riesig, wenn dort nur noch rund 85 Delfine dort geeigneten Lebensraum finden ist dass kein gutes Omen! Davon abgesehen, wo bekommt die Unterhaltungsbrange die Tiere her? Nachzuchten gelingen...  mehr
    20. August 2011
  • Rhino
    Rhino LSternus: die kommen aus dem Mekong oder eben aus einem anderen Gebiet, in dem es Irawadi-Delfine gibt, z. B. Indonesien oder Indien :(
    20. August 2011
  • Puma
    Puma Das sind ja gute und schlechte Neuigkeiten in einem!!!Bis jetzt hab ich von diesen Delfinen noch gar nichts gewusst.Man lernt eben immer noch dazu!!!
    24. August 2011