Berichte

Urlaub mal anders

  • Back to the roots- das ist heute kaum noch möglich. Im schwedischen Fjäll jedoch gibt es zumindest in bestimmten Bereichen die Gelegenheit dazu.
    Meine Familie und ich sind für fünf Tage mit Rucksack durch das schwedische Fjäll gewandert. Wir haben uns dabei für Hütten zum Übernachten entschieden, Zelten ist dort aber natürlich auch kein Problem, man muss es „lediglich“ mitbringen. Die Hütten werden dabei von einem Hüttenwart in Stand gehalten, der dies ein zwei Monate ehrenamtlich macht. Das hört sich jetzt wahrscheinlich wieder nach Zivilisation und Technik an, aber das stimmt nur zu einem Teil. Zum Kochen sind Gasherde zur Verfügung gestellt und um Geschirr braucht man sich auch keine Sorgen machen, es gibt jedoch kein fließend Wasser und keinen Strom.


    Wasser zum Kochen und Trinken kann man sich aus Bergflüssen holen, die zum Glück noch Trinkqualität haben. Das Wasser ist zwar meistens eiskalt, aber nach einer langen Wanderung gibt es nichts besseres als klares, kühles Wasser. An einer anderen Stelle gibt es dann die Gelegenheit sich mit umweltfreundlichen Mitteln zu Waschen, solange es einen nicht stört, dass man keine Dusche oder ähnliches hat, sondern einfach nur einen kleinen Steg. Einmal jedoch hatten wir das Vergnügen eine Art Naturdusche zu haben. Dabei wurde Wasser mit einem bestimmten Prinzip durch einen Schlauch gedrückt und wir konnten uns dann mit eiskaltem Wasser duschen. Kalt, aber erfrischend.
    Das man keinen Strom hat ist hier eher ein kleines Problem. Im Sommer ist es in Lappland fast die ganze Nacht hell, sodass man, wenn überhaupt Kerzen benötigt. Handyempfang ist in den Bergen auch so eine Sache, so dass wir auch keine Probleme mit einem leeren Akku hatten. Bei der Kamera allerdings sah das ganze schon anders aus. Wir hatten zum Glück Wechselakkus dabei, denn es gab mehr als nur ein Motiv, dass mehrere Bilder wert war.


    Als erstes muss man da die Landschaft nennen. Atemberaubende Ausblicke, Wälder, Flüsse und Seen. Wir hatten das Glück und konnten bei gutem Wetter auf den Skierfe, einen Berg, der wunderschöne Ausblicke auf das Rapadelta zulässt. Auf den Hinweg waren wir zwar kräftig am Stöhnen und Schwitzen, aber das haben wir sofort vergessen, als wir oben angekommen waren. Aber auch sonst gab es wunderschöne Ausblicke auf die Natur.


    Auf dem Rückweg hatten wir dann noch einmal Glück. Wir sind in mitten einer Rentierherde gelandet. Hunderte von Rentieren bewegten sich leichtfüßig über den steinigen Untergrund und konnten uns dabei immer noch argwöhnisch betrachten. Weiße, graue, braune, alte und junge-es gab von jeder „Sorte“ Rentiere und unsere Kamera war wieder nur am photographieren.
    Ein „Tier“, das wir nur zu oft gesehen haben, möchte ich euch nicht vorenthalten. Mücken! Und zwar viele Mücken. Ich habe wieso schon ein Problem mit diesen Insekten, ich ziehe sie förmlich an, aber was wir da beim Wandern teilweise erlebt haben…unfassbar. Wir waren förmlich überseht von Mückenstichen.


    Aber trotz dieser kleinen, zugegebenen lästigen Tiere, war es toll. Man merkt wieder, wie wenig man eigentlich zum Leben benötigt und wie schön die Natur sein kann, wenn wir sie, größtenteils, in Frieden lassen. Und nur zur Information, meine Familie und ich haben in diesen fünf Tagen mehr als 440 Bilder geschossen…
     

Kommentare

6 Kommentare
  • Viveka
    Viveka nur ein tipp für alle die, die so etwas in der art planen. ich würde nicht im juli fahren, sondern eher august. einmal sind dann nicht mehr so viele mücken da und zum zweiten ist das wetter beständiger. ist meistens nur schwer, dass mi...  mehr
    12. August 2011
  • FabianN
    FabianN Wow... endlich mal ein Urlaub, bei dem der Hauptgrund Natur ist. Und auch der Beweis, dass man ohne Handys, Internet, Strom ;) etc. Spaß kann. Könntest du uns eig ein paar von diesen 440 Bildern ziegen?
    15. August 2011
  • animal-lovingMUSEr
    animal-lovingMUSEr Echt der Hammer!
    Wie plant man eigentlich solche Reisen?
    19. Dezember 2011
  • Viveka
    Viveka da gibt es eigentlich nicht viel zu planen. man muss überlegen, wo man laufen will und zu welcher zeit ( die hütten haben nicht das ganze jahr über auf). die größeren hütten, also bei denen man eigentlich startet und endet, ...  mehr
    19. Dezember 2011