Berichte

Die Hauptstadt ruft! WWF Jugend Sommertreffen vom 1.- 4. August

  • „Der Himmel ist den ganzen Tag über bewölkt und grau, aber es bleibt trocken.“ Wie sehr man dem Wetterbericht trauen konnte, spürte ich mal wieder, als ich am 1. August durch den strömenden Regen zur S-Bahn lief, Schlafsack in der einen, Isomatte in der anderen Hand. Es war der erste Tag des WWF Jugend Sommertreffens und ab 18 Uhr trudelten wir alle in der WG von Johannes und Peter ein. Einige von uns kannten sich bereits, andere waren sich noch nie, nicht mal in der Community, begegnet. Wir unterhielten uns, spielten Kicker und kochten und aßen das Abendessen- Nudeln mit Tomaten-Gemüse-Soße. Als wir alle, immerhin 13 Jugendliche und Marcel, der Community-Manager, beisammen waren und gegessen hatten, war der Regen verflogen und die Sterne kamen zum Vorschein, also brachen wir auf, ab nach draußen, in die Straßen Kreuzbergs. Nachdem wir mittels Hintern wackeln unsere Namen in die Luft geschrieben hatten (die Blicke der Auto- und Radfahrer müsst ihr euch vorstellen!), setzten wir uns in einen Kreis und sprachen über ein paar grundlegende Dinge, wie die wenigen Regeln, den Tagesablauf, Essen usw. Mitten im Gespräch kam ein uns unbekannter Mann auf uns zu. „Straßenparty?“ Wir hörten sofort, dass dieser Mann nicht ganz nüchtern war. „Ich bin Daniel, der schönste Mann der Welt!“ Aha. Hallo, Daniel. „Daniel, der Einzige! Alle andere sind gefälscht, versteht ihr? Mein Vater nannte mich Daniel, ich bin Daniel, der schönste Mann der Welt!“ Ehm. Okay. Und wie nannte ihn seine Mutter? „Nichts! Meine Mutter nannte mich nichts.“ Interessant. Oder auch nicht. Was weiß man sonst noch so über Daniel? „Mein Bruder Ale-alejandro arbeitet für Amerika.... Hat einer von euch Tabak?“ Wir verneinten und brachen wieder auf gen WG und hofften doch, dass Daniel, wenn auch ein harmloser Besoffener, uns nicht folgen würde- tat er nicht.
    In der WG angekommen, teilten wir uns auf die Zimmer auf- acht bei Johannes, fünf bei Peter im auf dem Boden.

    Dienstag, 8.00 Uhr in Berlin. Es weckt euch- ein Pferd?! Tatsächlich: Janines Handyweckton war ein Wiehern. Mit einem Grinsen im Gesicht schälten wir uns aus den Schlafsäcken, zogen uns an und nahmen um den Papiertisch herum Platz. Die Frühstücksauswahl war groß: Kuhmilch, Sojamilch, Tee. Nuss-Nugatcreme, Käse, Paprikaaufstrich, veganer Brotbelag,... Und, natürlich, Unmengen an Brötchen. Alles wurde entweder beim Bio-Laden oder beim Bio-Bäcker gekauft- sehr vorbildlich! Kurz nach dem Frühstück kam noch ein Mädchen aus Berlin hinzu, wir waren nun ganze 14 Jugendliche! Und dann ging es auch schon los- ab in die Innenstadt!
    Vom Potsdamer Platz aus liefen wir am Holocaust-Denkmal vorbei zum Brandenburger Tor (typisches Gruppenfoto!) und von da aus zum Reichstag und ab auf die Kuppel. Es war ein wunderschöner Tag, warm und sonnig, und wir genossen einen weiten Ausblick über Berlin.


    Nach diesem Besuch ging es weiter zur Friedrichstraße, wo wir dem WWF Büro einen Besuch abstatteten. Marcel erkläre sich bereit, uns alles zu zeigen und beantwortete danach sogar noch großzügig unsere Fragen rund um den WWF Deutschland und International.
    Im Anschluss zogen wir weiter in den Grunewald. Durch Eis gestärkt begann unsere Wanderung, Treppen hoch, durch den Wald, Bergwege wieder hinunter. Wir begegneten nicht nur vielen Wanderern, sondern auch Mücken und Nacktbadern, Kröten und Modellflugzeugpiloten. Es war warm und leicht schwül, trotzdem liefen wir tapfer immer weiter. Den Rückweg bestritten wir schließlich mit Bus, S-Bahn und U-Bahn. Mit dem S-Bahnfahrer wären wir gerne noch etwas länger mitgefahren, er war sehr freundlich: „Einsteigen, büddöeh!“ Verständlich, dass wir den Rest des Wegs darüber philosophierten, wie man „Büddöeh!“ schreibt und spricht. „Das muss als letzten im Satz kommen, aber die Stimmung aufrecht erhalten.“ Johannes und Marcel waren ganz in ihrem Element! Trotzdem waren wir alle recht müde und bildeten eine Menschendominokette, indem wir uns einfach alle aneinander lehnten- 14 Leute! Man stelle sich das büddöeh bildlich vor!
    Erschöpft kamen wir schließlich doch an und taten neben Essen (Katroffelpürre mit Spinat und Erbsen und Karotten bzw. Spiegelei) und weiterem Philosophieren über „Büddöeh!“ („Schreiben wir das nun 'Büddöeh!' oder 'Byüddöeh!'?“) eigentlich gar nichts. Um ca. 00.30uhr gingen auch die Letzten zu Bett.

    Als das Wiehern erklang, dauert es noch etwas, bis wir es schafften, aufzustehen. Heute Morgen hieß es: Sachen zusammensuchen und einpacken, was mit soll, es geht in die Ukermark! Während des Frühstücks stießen auch die letzten angemeldeten WWF Jugendlichen zu uns, nun waren wir 16 Leute: Peter (Peet) und Johannes (JohannesB), Meike (micah) und Melina (oceansoul), Fabia (fabia) und Mona (MonaS), Chrisoph (Chrisly) und Jonas (Joyux), Doro (DoroC) und Janine (JanineK), Marcel (MarcelB) und Nils (Nils93), Vera (primavera) und Hanja (hanja) und Nani (nani) und ich, Anni. In 3 Autos gequetscht, Gepäck, Essen, Frisbee und Fußball mit dabei, fuhren wir aus Berlin raus zur Kolbatzer Mühle. Dort angekommen, warfen wir unsere Sachen in ein Tipi und gingen erst mal schwimmen. Und springen- von einem Seil ab ins kühle Nass!


    Kaum hatten wir uns in der Sonne getrocknet, ging es schon wieder aufs Wasser- im Kanu! Wir schafften es irgendwie, zwei Kanus mit drei anstatt zwei Menschen zu füllen und paddelten munter durchs Schilf, an einer Schwanfamilie vorbei, von einer Kurve in die nächste. Einige kamen besser voran als andere, zwei Boote schafften es sogar, zu kentern. Fabia und Mona behaupten felsenfest, dass beide Boote sich selbst gekentert hätten, während Peter die gesamte Schuld an Mona und Fabia abwälzt. Wir werden wohl nie erfahren, was wirklich passiert ist... :)
    Nach der Kanutour war es auch schon Zeit, das Abendessen vorzubereiten. Der Steinofen brauchte seine Zeit, in der einige von uns Fußball spielten und andere versuchten, das Feuer zu entzünden (was am Ende auch gelang). Als es endlich soweit war, teilten sich immer vier von uns ein Blech Pizza. Wie schnell die Pizza durch war, als der Ofen einmal richtig heiß geworden war. Wir waren erstaunt!


    Der Abend klang gemütlich am Lagerfeuer aus. Wir hatten uns eine Gitarre geliehen und Nani und Janine spielten leise vor sich hin, während wir uns über alles Mögliche (unter Anderem Sterne, denn davon sahen wir wirklich viele) unterhielten. Wir sangen allerdings auch mehr oder weniger zusammen: „Take Me Home, Country Roads“, „Eye Of The Tiger“, „Lemon Tree“, „Summer of 69“ und einige Kinderlieder. Wir waren uns manchmal weder beim Text, noch bei der Melodie oder bei den Pausen ganz einig, aber das störte uns relativ wenig. Die ersten gingen „schon“ gegen 1 Uhr morgens schlafen, die letzten schlossen gegen 4 Uhr die Augen. Fast geschlossen hatten wir unsere Schlafsäcke unter dem freien Himmel ausgebreitet und schliefen unter einem wunderschönem, von Sternschnuppen durchzogenem Himmel ein.

    Donnerstag Morgen am Esstisch (von der Mühle bereitgestellt) sahen alle noch recht verschlafen aus, aber wir waren trotzdem gut gelaunt und fröhlich. Wir räumten alles auf und ein, spielten noch ein letztes Mal Frisbee und fuhren dann zurück nach Berlin. Die Autofahrt verlief ruhig, viele schliefen einfach ein. An der WG angekommen, luden wir die Autos aus, räumten oben noch etwas auf und nach der Feedback-Runde verließen die Ersten auch schon das Gebäude. Es war ein wehmütiger Abschied nach unvergesslichen, unvorstellbar schönen Tagen. Kaum hatten wir die Wohnung verlassen, kam der erste Regen. Als hätte das Wetter extra für unser Treffen den Regen gestoppt und uns von Montag Abend bis Donnerstag Nachmittag vom Regen verschont.


    Ein besonderes Dankeschön geht an Johannes und Peter für die wunderbare Organisation und die Bereitstellung der WG.
    Außerdem geht ein Dankeschön an Marcel Gluschak für seine Zeit für uns, an Janine für's Kochen (sehr lecker!), an Peter und Nani für die Fotokameras, an Fabia und Melina für die Videokameras und an Meike für das Auto. Und natürlich an alle, die extra fürs Sommertreffen den (weiten) Weg nach Berlin bestritten haben. Es hat sehr viel Spaß gemacht und kann gern wiederholt werden!

    Bilder: Alle Bilder wurden mit Peters Kamera geschossen, aber nicht alle Bilder von ihm... Das Copyright geht daher an die Gruppe, die beim Sommertreffen anwesend war.

Kommentare

26 Kommentare
  • anni95
    anni95 Schön, dass euch der Bericht gefällt :)
    11. August 2011
  • Babbuina
    Babbuina Gibts denn schon genaue Pläne für den Winter ?
    15. August 2011
  • Cedric
    Cedric Schöööner, toller Bericht von bestimmt 10.000mal schöneren Tagen!!!!
    Ich hoffe auf ein Treffen im Winter im "südlicheren" Deutschland!
    15. August 2011
  • JohannesB
    JohannesB @Babbuina und Cedric: Das Wintertreffen wird wahrscheinlich vom 27. bis 30.12.11 stattfinden. Und es geht wohl wieder mehr in Richtung Süden :) Genaueres steht aber noch nicht fest.
    16. August 2011