Berichte

Opfer des Klimawandels 3: das Walross

  • Es gehört zweifelsohne zu den Tierarten die man kennen sollte, das Walross (Odobenus rosmarus) aus den Polargebieten. Es ist eine der größten Robbenarten der Welt. Stolze drei Meter lang kann ein Weibchen werden, Männchen werden sogar noch einen halben Meter länger und können ein Gewicht von 1,2 Tonnen erreichen. Walrosse sind sehr plump gebaut. Unter ihrer vier Zentimeter dicken Haut befindet sich zusätzlich eine fünf bis acht Zentimeter dicke Fettschicht. Ihre Hautfärbung ist bei der Geburt noch rotbraun, verblasst aber im Laufe des Lebens immer mehr. Ihr auffälligstes Merkmal sind aber die beiden großen Hauer, die bei den Männchen deutlich länger sind als bei den Weibchen. Die Durchschnittslänge der Hauer von männlichen Walrossen liegt bei 50 Zentimeter, der Rekord bei etwa einem Meter. Die Zähne sind aber nicht angeboren, sondern entwickeln sich erst innerhalb des ersten Lebensjahres. Die Funktionen der Hauer sind vielseitig. Zum einen zeigen sie den Rang des Tieres an (umso länger, desto höher), zum anderen können sie auch als Verteidigungswaffen oder als Hilfsmittel zum Verlassen des Wassers verwendet werden. Auffällig sind aber auch die kleinen Augen und der dichte Borstenbart. Walrosse sind in der gesamten Arktis zu finden, man findet sie vor allem auf großen Eisflächen. Sie tauchen selten tiefer als 80 Meter, wobei schon Walrosse beobachtet wurden, die bis zu 180 Meter tief getaucht sind. Sie können eine halbe Stunde unter Wasser bleiben und beschaffen sich auch ihre Nahrung, Fische und Wirbellose, tauchend. Sie sind gesellige Tiere und versammeln sich oft zu großen Kolonien auf dem Eis. In der Paarungszeit, die bei den Walrossen vom Januar bis zum Februar andauert, versuchen die Männchen vom Wasser aus die Weibchen durch verschiedene Laute (eine Art Gesang) zu imponieren. Die eigentliche Paarung findet dann im Wasser statt. Erst ein Jahr später im Mai kommt dann das Junge zur Welt, es ist immer nur eines! Dieses kann von Geburt an schwimmen. Es wird nur sechs Monate lang von der Mutter gesäugt, verlässt diese aber erst mit etwa drei Jahren. Männliche Walross haben es besonders schwer, denn sie erreichen zwar schon mit zehn Jahren die Geschlechtsreife, müssen dann aber noch fünf Jahre warten, bis sie stark genug sind sich gegen ältere Artgenossen durchzusetzen und auch im späteren Leben haben sie es nicht leicht, denn ihr Leben ist praktisch ein ewiger Konkurrenzkampf, doch auch der Mensch macht dieser kolossalen Robbenart das Leben immer schwerer…

    Walrosse brauchen Packeis, es ist für sie ein sicherer Raum, in dem sie dominieren, doch das Packeis verschiebt sich immer weiter nach Norden und beginnt im Verbreitungsgebiet der Walrösser zunehmend zu schmelzen. Dem Packeis nach zu schwimmen hätte keinen Sinn, denn es hat sich mittlerweile so weit verschoben, das das Wasser darunter viel zu tief für Walrosse ist, die auf Nahrung auf dem Meeresgrund angewiesen sind, aber nicht tiefer als 180 Meter tauchen können. So müssen die Walrosse zunehmend auf die Festlandküsten ausweichen, doch das ist sehr problematisch, denn es fehlt dort an Platz und die Weibchen brauchen so viel länger für die Nahrungssuche, was ihnen viel zu viel Kraft raubt. Außerdem kann es an schmalen Küstenstreifen dazu kommen, dass durch Eisbären oder Fortbewegungsobjekte eine Massenflucht entsteht, bei der zahlreiche Jungtiere versehentlich erdrückt oder zertrampelt werden. Die Lebensweise der Walrosse ist schlicht und ergreifend an das Packeis gebunden, und deshalb ist es sehr wichtig, das zunehmende Verschwinden des Eises so schnell wie möglich zu verhindern, hoffentlich ist es noch nicht zu spät…
     

    Dies war ein Beitrag aus der Reihe „Opfer des Klimawandels“ (http://www.wwf-jugend.de/community/artikel/neue-berichtreihe--opfer-des-klimawandels-;2838)
     

    Text: Rhino (Maxim Podobed)
    Bilder: Wikimedia Commons
    Infos: Wikipedia, Klima-global.de und RP-online
     

Kommentare

9 Kommentare
  • LSternus
    LSternus Ein toller Bericht über eine traurige Realität. Schade dass es nicht so eine Art Laserkanone gibt, mit der man mal ebenso 20000 ha in den Polarregionen mit 10 km dickem Packeis überziehen kann. ;)
    26. Juli 2011
  • Rhino
    Rhino LSternus: danke, ja, das ist echt schade :(
    26. Juli 2011
  • Lars0220
    Lars0220 Guter Bericht hoffentlich ist es noch nicht zu spät, den sie dürfen nicht aussterben!!!
    26. Juli 2011
  • Christina1107
    Christina1107 Danek für diesen tolle bericht der hat mich sehr berührt.. Danke :)
    30. Juli 2011