Berichte

Into the Wild - Camp Schweden 2011

  • „Ich will zurück. In diese Zeit. Wo du noch bei mir warst.“ (Heartshot, Vergangenheit)

    Dies ist die Geschichte von 23 Jugendlichen aus ganz Deutschland, die es in die Weiten Schwedens zog. Sie erzählt von der langen Busfahrt (Yorck: „19 Stunden, 19 Minuten und 19 Sekunden seit Kassel!“) nach Arvika, von einer Nacht, die nicht dunkel wurde, von der Jugendgruppe aus Kassel, die mit im Bus saß. Sie erzählt von der Überfahrt mit der Fähre, von einem Regentanz namens "Tatuzita" auf dem „Sonnendeck“, dass der Regen aufhöre, von zu wenig Sitzen oben im Bus. Die Geschichte erzählt von dem ersten Kennenlernen, von alten Bekanntschaften und neuen Menschen. Sie erzählt von Spaß und Dialekten, von unterschiedlichen Menschen und ähnlichen Interessen.

    „I got a feeling, that tonight's gonna be a good night“ (Black Eyed Peas, I got a feeling)

    Diese Geschichte erzählt von der Ankunft an einem fremden Ort, von einem klaren See, großen Steinen und kleinen Fröschen. Sie erzählt von grünen Wiesen und dichten Wäldern, von Eugen und den Plumpsklos, von zu wenig Betten und einem unter Wasser stehendem Zelt. Sie erzählt von Kenterübungen und Kanurugby, von Frisbee, Yoga, Boxen und Beachvolleyball, sie erzählt von Sinnesspielen, Kartenspielen und Süßigkeiten. Sie erzählt von einer Kanutour, vom Kochen auf Campingkochern, vom Lagerfeuer, vom Fischen, von Möwen und anderen Vögeln. Sie erzählt von einer kurzen Nacht ohne Sterne und plötzlichem Regen. Sie erzählt von der „Reise“ nach Arvika, von schönstem Sonnenschein, von Wind und kalten Füßen, von Fotos und Oldtimers. Sie erzählt vom gemeinsamen Baden und Zähneputzen im und am See und vom Leben ohne heißer Dusche. Vom Heuschrecken ähnlichem Überfall am Esstisch und zu wenig Keksen, von Postkarten und Musik, von Spaß.

    „Day turns to night, night turns to whatever we want, we're young enough to say: Oh, this has gotta be the good life, this has gotta be the good life, this could really be a good life, good life“ (OneRepublik, Good Life)

    Die Geschichte erzählt von 12 Jungen und 11 Mädchen, die von einer gemütlichen Hütte mit Strom und weichen Betten ins Wild Forest Camp umgezogen sind, in Tipis, Blockhäuser und die Köhlerhütte. Vom Kochen überm Feuer, von kalten Nächten in warmen Schlafsäcken, von verrauchten Kleidern, weil sie über dem Feuer getrocknet wurden. Sie erzählt vom Regen und vom Sonnenschein, von kurzen und langen Wanderungen, vom „Eye of the Forest“ und von der norwegischen Grenze. Sie erzählt von Ruderbooten und Ponchobooten, vom Bogenschießen und Klippen springen. Sie erzählt vom Blaubeersammeln, vom „Mörderspiel“ und von „Magic Number Seven“, von Blutegeln und Blindschleichen, von Elchspuren und Auerhuhnfedern, von Wollgras und Walderdbeeren. Sie erzählt von Nächten im Tipi ums Feuer, vom Singabend, von ewig langen „Werwolf“-Spielen, von durchweichten Karten und nasser Kleidung. Sie erzählt von alberner Regenbekleidung und nassen Socken, vom Schnitzen und Holzhacken. Sie erzählt von Insektenstichen und -bissen, von kleinen Schnittwunden und Splittern, von Nebel auf dem See und Regen bei Sonnenschein.

    „I see trees of green, red roses, too. I see them bloom for me and you. And I think to myself: What a wonderful world!“ (Louis Amrstrong, What a wonderful world)

    Diese Geschichte erzählt von der Rückfahrt, die zu früh und doch zu spät begann, von nervigen Mitfahrern und schlafenden Menschen. Von Keksen und Schokolade, vom letzten Einkauf in Schweden, von einem Regenbogen und Gesang, von Kartenspielen, Chips und Müdigkeit. Sie erzählt von ewigen Gesprächen über das Leben, über alberne Kommentare.
    Sie erzählt von Abschiedsschmerz und den ersten Planungen für ein Wiedersehen. Von Spitznamen, neuen Freunden und Wohnorten, die zu weit auseinander liegen, von Briefen, die geschrieben werden müssen und Treffen, die stattfinden werden.

    „What if I stay forever? What if there's no good bye? Frozen for a moment here in time, yeah!“ (Faber Drive, You and I Tonight)

    Von der ersten Nacht im eigenem Bett, von der ersten warmen Dusche, vom Zähneputzen über einem Waschbecken, von einer Klospülung. Von Zivilisation. Vom Rauchgeruch, der in der Waschmaschine verloren geht. Von Blicken in der Bahn auf dem Heimweg, mit fettem Rucksack. Von verpassten Zügen und langen Heimwegen. Von Wiedersehensfreude und Fernweh.

    Dies ist die Geschichte von 23 Jugendlichen und 3 Betreuern, dies ist unsere Geschichte. Die Geschichte von Rebecca und Ole. Lennart und Tarik. Anne und Cédric. Nora, Tamara und Nasti. Marla und Schorsch. Kevin und Samuel. Vera und Nikolai. Felix und Rebecca. Keith und Nikolai. Annika und Hanja. Yorck und mir, Anni. Und Andy, Anja und Franziska.

    „Der letzte Sommertag lag nah. Unsere Schatten spiegelten sich auf regennassen Schienen. Der Weg nach Hause war hart. Einen ganzen Sommer lang hatten wir gesiegt, und jetzt? Das Bild in der Hand war grad' gemalt. Die Wochen machten uns erwachsen.“ (Nevada Tan, Vorbei)

    Diese Geschichte ist facettenreich und umfangreich, zu unglaublich, um von einer Person erfasst zu werden. Diese Geschichte ist so unglaublich wunderbar, dass es ewig dauern wird, sie zu vergessen.

    Die zwei Wochen waren wunderbar und ihr fehlt mir alle jetzt schon. Es ist unglaublich, wie fest man Menschen in so kurzer Zeit ins Herz schließen kann.

    Auf ein Wiedersehen!

    „I'll never be the same- if we ever meet again.“ (Timberland &Katy Perry, If we ever meet again)

Kommentare

18 Kommentare
  • anni95
    anni95 Weiß nicht, ob noch mehr Bilder kommen. Ist mit der Größe/Qualität dann immer etwas schwierig und es gibt soooo viele... Wenn du mal wieder in Berlib bist, kann ich dir welche zeigen :)
    24. Juli 2011
  • Oekojule
    Oekojule Wow! Echt eine traumhaft schöne Geschichte! Ich wünsch euch ganz viel kommende Treffen, in denen ihr über die tolle Zeit philosophieren könnt! :)
    25. Juli 2011
  • Marcel
    Marcel Das hört sich ja dermaßen super an! Ein wirklich schöner Text, Anni. Und das Foto mit dem kleinen Frosch ist echt phänomenal!
    25. Juli 2011
  • Safari
    Safari Cool da freu ich mich schon auf meine Freizeit von der Naturfreundejugend Baden mit denen wir 2 Wochen nach Schweden in die Wildnis (nähe Arvika) gehen. Eine Woche an einem See und eine Woche paddeln und Wildnis Pur. Unterwasserkamera ist auch schon ...  mehr
    26. Juli 2011